Steuern für Vermieter

Immobilienrendite berechnen: Brutto vs. Netto — was wirklich zählt

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Dieser Artikel stellt keine steuerliche Beratung dar. Für deine individuelle Steuersituation wende dich an einen Steuerberater oder das zuständige Finanzamt.

Jeder, der eine Immobilie kauft oder bereits vermietet, möchte wissen: Lohnt sich das? Die Antwort steckt in der Renditeberechnung. Das Problem: Viele schauen nur auf die Bruttorendite — und übersehen dabei die echten Kosten.

Was ist die Bruttorendite?

Die Bruttorendite ist die einfachste Kennzahl für Immobilieninvestoren:

Bruttorendite = (Jahreskaltmiete / Kaufpreis) × 100

Beispiel: Wohnung kostet 300.000 €, Jahreskaltmiete = 12.000 €

Bruttorendite = (12.000 / 300.000) × 100 = 4,0%

Diese Zahl ist schnell berechnet und gut für erste Vergleiche — aber sie ignoriert alle Kosten.

Was ist die Nettorendite?

Die Nettorendite berücksichtigt die tatsächlichen Kosten und zeigt, was wirklich übrig bleibt:

Nettorendite = ((Jahreskaltmiete – Bewirtschaftungskosten) / (Kaufpreis + NotarPflicht beim Immobilienkauf – beurkundet den Kaufvertrag, kostet ca. 1,5% des Kaufpreises.Weiterlesen →, Grunderwerbsteuer, ProvisionMaklerprovision bei Vermietung – seit 2015 zahlt derjenige der den Makler beauftragt.Weiterlesen → max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.">MaklerImmobilienmakler vermittelt Mieter oder Käufer – Provision max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.Weiterlesen → – zusammen 8-12% des Kaufpreises zusätzlich.">KaufnebenkostenNotar, Grunderwerbsteuer, Makler – zusammen 8-12% des Kaufpreises zusätzlich.Weiterlesen →)) × 100

Was gehört zu den Bewirtschaftungskosten?

  • Nicht umlagefähige BetrKVBetriebskostenverordnung – gesetzliche Liste der umlagefähigen Nebenkosten.Weiterlesen →.">BetriebskostenLaufende Kosten des Gebäudes die auf Mieter umgelegt werden dürfen – geregelt in der BetrKV.Weiterlesen → (Verwaltung, Teile der Instandhaltung)
  • Instandhaltungsrücklage (1-2% des Kaufpreises p.a. empfohlen)
  • Hausverwaltungskosten (wenn vorhanden)
  • Leerstandsrisiko (typisch 3-5% der Mieteinnahmen)

Was gehört zu den Kaufnebenkosten?

  • Grunderwerbsteuer (3,5–6,5% je nach Bundesland)
  • Notarkosten (ca. 1,5–2%)
  • Grundbuchgebühren (ca. 0,5%)
  • Maklercourtage (falls vorhanden, 3,57% üblich)

Beispielrechnung: Brutto vs. Netto

PositionBetrag
Kaufpreis300.000 €
Grunderwerbsteuer (6%)18.000 €
Notar + Grundbuch6.000 €
Makler (3,57%)10.710 €
Gesamtinvestition334.710 €
Einnahmen / Kosten p.a.Betrag
Jahreskaltmiete12.000 €
InstandhaltungsrücklageRücklage für zukünftige Reparaturen – empfohlen: 1-2 €/m²/Monat zurücklegen.Weiterlesen → (2%)–6.000 €
– Hausverwaltung–900 €
LeerstandPeriode ohne Mieter – kostet Einnahmen, birgt Risiken, sollte schnell behoben werden.Weiterlesen → (3%)–360 €
Netto-Mietertrag4.740 €

Bruttorendite: 4,0%

Nettorendite: (4.740 / 334.710) × 100 = 1,4%

Der Unterschied ist erheblich. Was wie eine solide Anlage aussah, rentiert sich netto kaum besser als ein Tagesgeldkonto.

Wann lohnt sich eine Immobilie als Investment?

BruttorenditeBewertung
Unter 3%Sehr schwierig profitabel zu machen
3–4%Akzeptabel in guten Lagen (Wertsteigerung eingerechnet)
4–5%Solide Basis für positiven Cashflow
Über 5%Gut — aber Lage und Substanz prüfen

Die Eigenkapitalrendite: Das unterschätzte Maß

Wenn du mit Kredit kaufst, ist die Eigenkapitalrendite entscheidend:

EK-Rendite = Netto-Cashflow nach Schulddienst / Eingesetztes EigenkapitalEigene Mittel beim Immobilienkauf – mindestens 20% empfohlen, besser 30%.Weiterlesen → × 100

Beispiel: 80.000 € Eigenkapital, 10.000 € Jahresnettomietertrag, 7.500 € Jahreszinsen → Cashflow = 2.500 €

EK-Rendite = (2.500 / 80.000) × 100 = 3,1%

Durch den Hebeleffekt (Leverage) kann die Eigenkapitalrendite deutlich höher sein als die Objektrendite — oder deutlich schlechter, wenn der Kredit teuer ist.

Was du vor dem Kauf berechnen solltest

  • Bruttorendite als erster Filter
  • Kaufnebenkosten der jeweiligen Region einkalkulieren
  • Realistische Instandhaltungsrücklage (ältere Objekte: mehr)
  • Leerstandsrisiko nach Mieterstruktur und Lage
  • Finanzierungskosten und Tilgungsplan
  • Mögliche Wertsteigerung (konservativ ansetzen)

Eine Immobilie ist kein reines Renditeobjekt — sie ist auch Inflationsschutz, Altersvorsorge und Vermögensbaustein. Aber wer nur auf die Bruttorendite schaut, trifft keine informierten Entscheidungen.

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