Ratgeber

Mieter suchen: Worauf achten, wo inserieren und wie die beste Wahl treffen

Die MietersucheProzess des Findens eines geeigneten Mieters – Inserat, Besichtigung, Bonität, Entscheidung.Weiterlesen → ist kein Zufall – sie ist eine der wichtigsten Entscheidungen als Vermieter. Ein guter Mieter zahlt pünktlich, behandelt die Wohnung gut und bleibt lange. Hier ist die vollständige Strategie.

Wo inserierst du am besten?

  • ImmobilienScout24: Größte Reichweite, etwas teurer
  • Immowelt/Immonet: Gute Alternative, oft günstigere Bewerber
  • eBay Kleinanzeigen: Kostenlos, viele Anfragen (oft weniger qualifiziert)
  • Facebook Marketplace: Lokal gut, für jüngere Zielgruppe
  • Haus & Grund / Mieterverbände: Direktvermittlung in manchen Regionen

Das perfekte Inserat

  • Professionelle Fotos (hell, aufgeräumt, Weitwinkel)
  • Grundriss (Pflicht für viele Bewerber)
  • Klare Nennung von KaltmieteGrundmiete ohne Betriebskosten – wird für Mietpreisbremse und Mieterhöhung zugrunde gelegt.Weiterlesen →, Nebenkosten, Kaution
  • Lagevorteile: ÖPNV, Einkauf, Schulen
  • Wer bewerben soll: Zielgruppe klar definieren (Paar, Einzelperson, keine Tiere)

Besichtigungen: Einzeln oder Sammeltermin?

Einzeltermine: Intensiver, persönlicher – du lernst den Menschen kennen. Empfehlenswert bei geringer Nachfrage oder hochwertigen Wohnungen.

Sammeltermine: Effizienter bei großer Nachfrage. Du siehst viele Bewerber auf einmal. Nachteil: Hektisch, weniger Gespräch.

Worauf im Gespräch achten?

  • Beruf und Arbeitgeber (stabil? Branche?)
  • Wie lange Mietdauer geplant?
  • Haustiere? (Erlaubnisfrage)
  • Wer zieht noch ein? (Anzahl Personen wichtig)
  • Warum wird die alte Wohnung verlassen?
  • Persönlicher Eindruck (Ordentlichkeit, Kommunikation)

Was du NICHT fragen darfst

  • Familienplanung / Schwangerschaft
  • Religion, politische Überzeugung
  • Nationalität (diskriminierend)

Entscheidung treffen

Nach Besichtigung: SCHUFADeutsche Wirtschaftsauskunftei – SCHUFA-Selbstauskunft zeigt Bonität und Negativmerkmale des Mieters.Weiterlesen →, Gehaltsnachweis, Mietschuldenfreiheit anfordern. Dann: Bauchgefühl + harte Fakten kombinieren. Bei Unsicherheit: lieber noch mal inserieren als den falschen Mieter nehmen.

Mehr: Bonität prüfen | Mietvertrag richtig aufsetzen

Die SelbstauskunftFormular zur Mieterprüfung mit Einkommens- und Bonitätsangaben – rechtlich klar begrenzt.Weiterlesen →: Das wichtigste Screening-Tool vor der Besichtigung

Viele Vermieter laden jeden Interessenten zur Besichtigung ein – das kostet Zeit und führt zu schlechten Entscheidungen. Besser: Eine aussagekräftige Selbstauskunft vor Ort. Nach § 555c BGB hast du das Recht, relevante Informationen einzufordern. Eine gute Vorab-Selbstauskunft filtert automatisch die ernsthaften Bewerber.

Das gehört in deine Selbstauskunft:

  • Berufssituation: Arbeitsvertrag, Branche, Arbeitgeber und voraussichtliche Betriebszugehörigkeit
  • Nettoeinkommen: Mindestens 3x die Miete sollte es sein – das ist der Maßstab der meisten Makler
  • Mietschuldnerregister: Unterschrift für die Abfrage (kostet ca. 5-10 Euro, zahlst du)
  • Wohnungsübergabe-Protokoll der letzten Wohnung: Zeigt, ob der Mieter Makos zahlen musste
  • Schufa-Auskunft: Seit 01.01.2023 oft kostenlos für Mieter (Bonitätsauskunft)
  • Personenzahl und Haustiere: Wichtig für deine Versicherung und zur Vermeidung von Überbelastung

Pro-Tipp: Wer die Selbstauskunft nicht innerhalb von 2-3 Tagen einreicht oder unvollständig ausfüllt, ist meist kein verlässlicher Mieter. Das spart dir viele Besichtigungen.

Die Schufa-Abfrage richtig nutzen: Was du beachten musst

Eine negative Schufa ist kein automatisches Ausschlusskriterium – aber sie braucht Erklärung. Typische Szenarien: Ein Mieter hatte vor 10 Jahren eine alte Telefonrechnung offen (längst gelöscht), oder es gab eine Verwechslung. Das sollte diskutierbar sein.

Wichtig: Du darfst eine Schufa-Auskunft nur mit schriftlichem Einverständnis des Mieters einholen. § 28a BDSG regelt hier streng. Hol dir eine unterschriebene Genehmigung – am besten als Teil der Selbstauskunft.

Was sind echte Warnsignale in der Schufa?

  • Mietschulden oder Räumungsverfahren in den letzten 3 Jahren
  • Mehrere aktuelle Zahlungsausfälle
  • Pfandpfändungen oder Zwangsvollstreckungen
  • Eidesstattliche Versicherungen (über 5 Jahre alte Einträge sind meist nicht mehr relevant)

Tipp: Lass dir zusätzlich eine Mietschuldnerauskunft geben – diese ist oft aussagekräftiger als die Schufa und kostet nur wenige Euro.

Besichtigungstaktik: Wie du den richtigen Mieter erkennst

In 30 Minuten Besichtigung merkst du oft schon, wer ein guter Mieter wird. Das sind weniger objektive Kriterien als vielmehr Verhalten und Aufmerksamkeit.

Positive Zeichen: Der Bewerber kommt pünktlich, fragt nach Wartungsarbeiten und dem Energiestandard, schaut sich die Badezimmerfugen an, möchte die Nachbarn kennenlernen. Das deutet auf Verantwortungsbewusstsein hin.

Warnsignale: Verspätungen ohne Anruf, aggressive Verhandlung über Details, kein Interesse für die Wohnung selbst, nur Fokus auf „wann kann ich einziehen?" – solche Mieter sind oft problematisch.

Eine bewährte Frage: „Warum ziehst du um?" Die

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