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Sanierungsstau-Immobilien kaufen: Chancen und Risiken

Sanierungsstau-Immobilien locken mit niedrigen Kaufpreisen. Aber hinter dem günstigen Einstiegspreis verbergen sich oft massive Kosten, die das vermeintliche Schnäppchen teuer werden lassen. Wer die Risiken kennt, kann trotzdem gute Deals finden.

Was ist Sanierungsstau?

Sanierungsstau bezeichnet aufgelaufene Instandhaltungsmaßnahmen, die zu lange aufgeschoben wurden. Typische Bestandteile: Dach- und Fassadenerneuerung, neue Heizungsanlage, Fenstererneuerung, Elektrik- und Sanitärmodernisierung, Kellerabdichtung. Der Stau entsteht, wenn Eigentümer jahrelang nur das Nötigste investieren – oft bei älteren oder zahlungsschwachen Eigentümern.

Sanierungskosten: Was realistisch einkalkulieren?

Orientierungswerte pro Quadratmeter Wohnfläche: Vollsanierung (Baujahr vor 1978): 500–900 Euro/m². Teilsanierung (neue Heizung, Fenster, Dach): 200–450 Euro/m². Energetische Sanierung auf KfWKreditanstalt für Wiederaufbau – bietet günstige Kredite und Zuschüsse für energetische Sanierung.Weiterlesen → 85: 150–300 Euro/m². Bei 100 m² Wohnfläche und Vollsanierung: 50.000–90.000 Euro – das muss in die Renditerechnung.

  • ☑ Bausachverständigen vor Kauf beauftragen (500–1.500 Euro)
  • ☑ Kostenvoranschläge von Handwerkern einholen
  • ☑ Sanierungskosten vom Angebotspreis abziehen bei Verhandlung

Chancen: Warum Sanierungsstau interessant ist

Günstiger Einstiegspreis: 20–40 % unter vergleichbaren sanierten Objekten. Wertsteigerungspotenzial: Nach Sanierung deutlich höhere Vermietbarkeit und höhere Mieten. Steuervorteile: Sanierungskosten sind Werbungskosten (sofort abzugsfähig bei Erhaltungsaufwand) oder aktivierungspflichtig (bei Herstellungsaufwand). KfW-Förderung: Energetische Sanierung wird mit zinsgünstigen Krediten und Tilgungszuschüssen gefördert.

Denkmalschutz: Sonderfall mit Steuervorteil

Denkmalgeschützte Sanierungsstau-Immobilien bieten besondere Steuervorteile: Sanierungskosten können über 10 Jahre mit 9 % p.a. abgeschrieben werden (§ 7i EStG) – also 90 % der Sanierungskosten absetzbar. Das macht denkmalgeschützte Objekte für Spitzenverdiener besonders attraktiv. Vorsicht: Auflagen der Denkmalschutzbehörde einhalten.

Risiken nicht unterschätzen

  • ☑ Versteckte Schäden (Asbest, Schimmel, Schädlinge) können Kosten explodieren lassen
  • LeerstandPeriode ohne Mieter – kostet Einnahmen, birgt Risiken, sollte schnell behoben werden.Weiterlesen → während Sanierung (keine Mieteinnahmen, aber Zinskosten laufen)
  • ☑ Genehmigungsrisiken bei umfangreichen Umbauten
  • ☑ Kostensteigerungen durch Handwerkermangel und Materialpreise

Fazit

Sanierungsstau-Immobilien können exzellente Investments sein – wenn Sanierungskosten realistisch kalkuliert, KfW-Förderung genutzt und der Einkaufspreis entsprechend niedrig verhandelt wird. Ohne unabhängigen Sachverständigen und belastbare Kostenschätzung: Finger weg. Mehr: Kaufpreis verhandeln und Immobilienkauf-Checkliste.

Sanierungskosten realistisch kalkulieren: Wo Vermieter sparen – und wo nicht

Eine häufige Anfängerfalle beim Kauf von Sanierungsstau-Immobilien: Die Kostenschätzung fällt um 30–50 Prozent zu optimistisch aus. Handwerker arbeiten ineffizienter in maroden Gebäuden, versteckte Schäden kommen beim Aufbruch von Wänden und Böden zum Vorschein, und Materialpreise sind seit 2021 volatil geblieben.

Für realistische Kalkulationen sollten Vermieter vor dem Kauf ein detailliertes Energieaudit nach DIN 16247 oder eine vollständige Baumängelbesichtigung durch einen unabhängigen Sachverständigen in Auftrag geben. Die Kosten hierfür (500–2.500 Euro) sparen sich schnell wieder ein. Dabei zeigen sich oft auch Probleme, die der ProvisionMaklerprovision bei Vermietung – seit 2015 zahlt derjenige der den Makler beauftragt.Weiterlesen → max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.">MaklerImmobilienmakler vermittelt Mieter oder Käufer – Provision max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.Weiterlesen → übersieht: Verschimmelung hinter Verkleidungen, statische Mängel oder Asbestbelastung – alles Kostentreiber, die das Geschäft grundlegend verändern können.

Ein praktisches Beispiel: Ein Einfamilienhaus aus den 1960er-Jahren mit vollständigem Sanierungsstau kostet beim Kauf 280.000 Euro statt realistisch 420.000 Euro. Die Sanierungskosten betragen jedoch 150.000–180.000 Euro. Die echte Investition liegt damit bei 430.000–460.000 Euro – teurer als ein bereits saniertes Objekt im gleichen Umfeld.

Mietausfallrisiko während der Sanierung: BGB und praktische Szenarien

Nach § 536 BGB können Mieter die Miete mindern oder sogar kündigen, wenn erhebliche Sanierungsarbeiten die Wohnqualität einschränken. Für Vermieter heißt das: Während der Renovierung droht Mietausfallrisiko oder Mietminderungsansprüche bis zu 100 Prozent.

In der Praxis zeigt sich: Sanierungen dauern regelmäßig länger als geplant. Eine geplante Dauer von 4 Monaten wird schnell zur 6–8-Monats-Baustelle. Bei einer Miete von 800 Euro monatlich bedeuten zwei zusätzliche Monate bereits 1.600 Euro Ausfallrisiko – ohne dass die Sanierung vollständig bezahlt ist.

Strategisch klüger ist oft eine Leerstandssanierung: Das Objekt wird erst leergemacht und dann vollständig renoviert. Das kostet zwar kurzfristig die gesamte Miete, vermeidet aber Minderungsansprüche, ermöglicht zügigeres Arbeiten und rechtfertigt nach Abschluss eine deutliche MieterhöhungErhöhung der Miete auf ortsübliches Niveau – max. 20% in 3 Jahren, schriftlich mit Begründung.Weiterlesen → nach § 559 BGB (Modernisierungszuschlag bis 11 Prozent der Modernisierungskosten pro Monat).

Fördermittel und steuerliche AbschreibungSteuerliche AfA auf Gebäudewert – 2% p.a. bei normalen Wohngebäuden über 50 Jahre.Weiterlesen →: Wo Vermieter bis zu 75 Prozent sparen

Ein entscheidender Vorteil von Sanierungsstau-Immobilien: Massive Förderungen für energetische Sanierungen. Die KfW-Programme 430 und 431 decken bis zu 75 Prozent der Kosten für Sanierungen zur Effizienzhaus-Stufe 85 oder besser. Hinzu kommen BAFA-Zuschüsse für Einzelmaßnahmen wie neue Wärmepumpen oder Dachflächensolarpanels.

Für Vermieter relevant: Sanierungsaufwendungen sind über 20 Jahre linear abschreibbar (AfAAbsetzung für Abnutzung: 2% des Gebäudewerts jährlich steuerlich absetzbar – großer Steuervorteil.Weiterlesen → nach § 7 Abs. 4 EStG). Bei 150.000 Euro Sanierungskosten ergibt das 7.500 Euro jährliche Steuereinsparungen. Kombiniert mit KfW-Zuschüssen von beispielsweise 50.000 Euro sinkt die echte Eigenkapitalbelastung auf 100.000 Euro – das ändert die Renditerechnung erheblich.

Wichtig: Diese Förderungen und Abschreibungen existieren nur, wenn fachgerecht saniert wird. Pfuscherarbeit disqualifiziert vom F

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