Dieser Artikel stellt keine steuerliche Beratung dar. Für deine individuelle Steuersituation wende dich an einen Steuerberater oder das zuständige Finanzamt.
Die richtige Steuersoftware spart Zeit und Fehler. Für Vermieter mit Anlage VSteuerformular für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung – jährlich auszufüllen.Weiterlesen → gibt es aber nicht jede Software gleich gut. Dieser Vergleich zeigt, welche Programme die Bedürfnisse von Immobilienvermietern am besten abdecken.
Die wichtigsten Anforderungen für Vermieter-Software
- Vollständige Anlage V (mit AfAAbsetzung für Abnutzung: 2% des Gebäudewerts jährlich steuerlich absetzbar – großer Steuervorteil.Weiterlesen →-Berechnung)
- Mehrere Objekte verwaltbar
- AfA-Assistent (automatische Berechnung der AbschreibungSteuerliche AfA auf Gebäudewert – 2% p.a. bei normalen Wohngebäuden über 50 Jahre.Weiterlesen →)
- Werbungskosten-Kategorisierung
- Datenübernahme aus Vorjahr
- ELSTER-Direkteinreichung
Software-Vergleich 2026
| Software | Preis/Jahr | Anlage V | Mehrere Objekte | AfA-Assistent |
|---|---|---|---|---|
| WISO Steuer | 35–70 € | Sehr gut | Ja (unbegrenzt) | Ja |
| tax (Buhl) | 20–50 € | Gut | Ja | Ja |
| Lexware Steuer | 25–65 € | Gut | Ja | Ja |
| SteuerSparErklärung | 30–60 € | Gut | Ja (bis 5) | Teilweise |
| Taxfix (App) | 35 € | Eingeschränkt | Max. 1 | Nein |
| ELSTER (kostenlos) | 0 € | Vollständig | Ja | Nein |
Detailbewertung: WISO Steuer
Empfehlung für die meisten Vermieter.
- Intuitiver Assistent für AfA-Berechnung mit Bodenanteil-Ermittlung
- Unbegrenzte Objekte in der Vermietungserfassung
- Kostenpositions-Prüfung (Hinweis auf häufig vergessene Werbungskosten)
- Datenübernahme aus dem Vorjahr zuverlässig
- Preis: ca. 40 € (Desktop) oder 50 € (Online-Version)
Detailbewertung: ELSTER (kostenlos)
Für erfahrene Vermieter, die alle Zahlen kennen.
- Amtliches Programm der Finanzverwaltung – deckt 100 % aller Felder ab
- Kein Assistent, kein AfA-Rechner eingebaut → manuelle Eingabe nötig
- Kein Plausibilitätscheck → mehr Fehlerrisiko für Einsteiger
- Ideal wenn: Steuerberater die Zahlen vorbereitet, du nur übermittelst
Taxfix und App-Lösungen: Nicht für Vermieter
Apps wie Taxfix, Steuergo oder Sorted sind für Arbeitnehmer mit einfacher Steuerlage konzipiert. Anlage V wird eingeschränkt unterstützt, komplexe Sachverhalte (AfA, mehrere Objekte, EigennutzungSelbst in der Wohnung wohnen – steuerlich anders als Vermietung, andere Verkaufsregeln.Weiterlesen →) sind oft nicht oder fehlerhaft abgebildet.
Tipp: Kombination Steuerberater + Software
- Steuerberater berechnet AfA-Plan und Werbungskosten
- Du pflegst alles in WISO oder tax ein
- Steuerberater prüft Gesamtergebnis einmal jährlich
- Ergebnis: Steuerberatungskosten halbieren sich, Fehler bleiben gering
Mehr: Steuerberater für Vermieter | Anlage V korrekt ausfüllen
Typische Fehler bei der Anlage V, die Software verhindern kann
Die Anlage V zur Einkommensteuererklärung ist für Vermieter die kritischste Stelle – und gleichzeitig die fehleranfälligste. Das Finanzamt prüft diese Anlage besonders intensiv, da hier direkt Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG) dokumentiert werden.
Der häufigste Fehler: Werbungskosten werden doppelt geltend gemacht. Wenn Sie beispielsweise eine HausverwaltungExterne Verwaltung von Mietobjekten – kostet 5-8% der Bruttomiete, ab 3+ Einheiten sinnvoll.Weiterlesen → beauftragen, darf die vereinnahmte Miete nicht zusätzlich noch um Maklergebühren reduziert werden. Professionelle Steuersoftware warnt hier automatisch vor Doppelerfassungen. Ein zweiter klassischer Fehler ist die falsche Behandlung von Instandhaltungskosten versus Herstellungskosten – eine Reparatur ist sofort abzugsfähig (§ 4 Abs. 3 EStG), während eine ModernisierungBauliche Verbesserungen – 8% der Kosten p.a. auf Mieter umlegbar, mit 3-Monats-Ankündigung.Weiterlesen → über mehrere Jahre abgeschrieben werden muss. Viele Vermieter unterschätzen die Grenze von 410 Euro bei Einzelmaßnahmen.
Besonders beim AfA-Rechner zeigen sich Software-Defizite: Nicht alle Programme berücksichtigen, dass NotarPflicht beim Immobilienkauf – beurkundet den Kaufvertrag, kostet ca. 1,5% des Kaufpreises.Weiterlesen →, Grunderwerbsteuer, ProvisionMaklerprovision bei Vermietung – seit 2015 zahlt derjenige der den Makler beauftragt.Weiterlesen → max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.">MaklerImmobilienmakler vermittelt Mieter oder Käufer – Provision max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.Weiterlesen → – zusammen 8-12% des Kaufpreises zusätzlich.">KaufnebenkostenNotar, Grunderwerbsteuer, Makler – zusammen 8-12% des Kaufpreises zusätzlich.Weiterlesen → (Makler, Notar, GrunderwerbsteuerSteuer beim Immobilienkauf: 3,5-6,5% je nach Bundesland – wichtiger Kostenfaktor.Weiterlesen →) ebenfalls in die abschreibungsfähige Basis eingehen. Das kann bei einem 400.000-Euro-Kauf leicht 30.000 Euro zusätzliche AfA-Basis bedeuten. Gute Software führt Sie durch einen strukturierten Assistent und speichert die Basiswerte für alle Folgejahre – Sie müssen sie nicht manuell neu eingeben.
Besonderheiten bei mehreren Objekten und Betriebsstättenwechsel
Wer mehr als ein Mietobjekt besitzt, benötigt eine Software, die Objekte nicht nur speichert, sondern auch klar voneinander trennt. Viele Programme bieten hier nur eine Sammelerfassung an – kritisch wird es, wenn ein Objekt verkauft wird und Sie rückwirkend für die Berechnung von Veräußerungsgewinn und Spekulationssteuer (§ 23 Abs. 1 EStG) alle Werbungskosten dieser Liegenschaft zusammentragen müssen.
Eine praktische Anforderung, die oft übersehen wird: Die Software sollte automatisch Konten für jedes Objekt anlegen können oder eine Zuordnungs-Funktion haben. Das spart Stunden bei der Belegroutine. Im Idealfall können Sie einen Kontoauszug importieren und danach die Positionen automatisch den Objekten zuordnen lassen – etwa nach Empfänger oder Stichwort.
Auch die Übergänge zwischen Privat und Vermietung spielen eine Rolle. Wenn Sie ein selbst genutztes Haus später vermieten, beginnt die AfA erst mit dem Vermietungsbeginn (nicht mit dem Kaufdatum). Eine gute Software fragt hier nach und passt die Basis entsprechend an – nicht selten ein Unterschied von mehreren hundert Euro pro Jahr.
Dokumentation und Kontofunktionen – worauf es für die Betriebsprüfung ankommt
Die Steuersoftware ist nur so gut wie Ihre Nachweispflicht. Das Finanzamt kann jederzeit eine Betriebsprüfung einleiten und dann müssen Sie alle Belege zu den erfassten Werbungskosten vorlegen. Das ist besonders kritisch bei Reparaturen über 600 Euro, bei denen Sie Handwerkerrechnungen mit Material- und Lohnanteil separat nachweisen müssen.
Empfehlenswert ist eine Software, die einen Belegmanager integriert hat. Sie können dann während der Erfassung direkt Fotos von Rechnungen hochladen und verknüpfen – Jahre später haben Sie beim Audit sofort alle Unterlagen zusammen. Besonders wertvoll: Automatische Kategorisierung nach Rechnungsdatum und Höhe, um sogenannte Bilanzierungsfehler zu minimieren.
Ein oft unterschätzter Punkt ist die Kontoschnittstelle. Wenn Ihre Software direkt mit Ihrem Ban