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Airbnb vs. Langzeitmiete: Welche Strategie bringt mehr Rendite?

Airbnb vs. Langzeitmiete: Welche Strategie bringt mehr Rendite?

Airbnb oder klassisch langzeitvermieten? Das ist eine der meistdiskutierten Fragen im deutschen Immobilienbereich. Die Antwort hängt von Lage, Aufwand und Ihrer persönlichen Situation ab. Hier ist der ehrliche Renditevergleich.

Die Grundrechnung: Was bringt mehr?

Beispiel: 2-Zimmer-Wohnung, 55 m², gute Lage Berlin Mitte

Langzeitmiete

  • Kaltmiete: 1.100 €/Monat
  • Jahreseinnahmen: 13.200 €
  • Leerstand (realistisch): 0-2 % → kaum relevant
  • Verwaltungsaufwand: 2-4 Stunden/Monat
  • Abzüge: NK-Abrechnung, gelegentliche Reparaturen
  • Netto-Jahreseinnahmen: ca. 11.500-12.500 €

Airbnb-Vermietung (70 % Auslastung, 120 €/Nacht)

  • Buchungsnächte: 21/Monat (70 % von 30)
  • Bruttoeinnahmen: 2.520 €/Monat = 30.240 €/Jahr
  • Plattformgebühren (15 %): -4.536 €
  • Reinigung (15 €/Nacht): -3.780 €
  • Wäsche, Ausstattung, Verbrauch: -2.500 €
  • Verwaltungsaufwand oder Property Manager (20 %): -6.048 €
  • Netto: ca. 13.376 €/Jahr

Was die Zahlen verschweigen

Der AirbnbWeltweit größte Plattform für Kurzzeitvermietung – Superhost-Status bringt mehr Buchungen.Weiterlesen →-Vorteil ist real — aber kleiner als die Brutto-Zahlen suggerieren. Was die Rechnung oft vergisst:

Versteckte Kosten bei Airbnb

  • Höherer Verschleiß (Inventar, Möbel, Böden)
  • Professionelle Fotos (300 € Erstaufwand)
  • Instandhaltung häufiger (mehr Nutzung = mehr Abnutzung)
  • Versicherung: Standard-Hausratversicherung oft nicht ausreichend
  • Steuer: Möglicherweise Gewerbesteuer bei hotelmäßigen Zusatzleistungen
  • Touristensteuer: Muss korrekt abgeführt werden

Auslastungsrisiko

70 % klingt gut — ist es auch, wenn es stimmt. In der Praxis:

  • Januar, Februar: Niedrige Nachfrage → oft unter 50 % Auslastung
  • Wettbewerb in beliebten Städten steigt
  • Ein schlechter Monat macht die Jahresrechnung nicht kaputt — aber drei hintereinander schon

Zeitaufwand: Der unsichtbare Faktor

AufgabeLangzeitmieteAirbnb
Gastverwaltung/Mieterkorrespondenz1-2 h/Monat10-20 h/Monat
Check-in/Check-outSelten8-12 h/Monat
Reinigung koordinierenKaum8-12 h/Monat
Bewertungen, OptimierungNie2-4 h/Monat
Gesamt2-4 h28-48 h

Wann ist Airbnb klar besser?

  • Erstklassige Tourismuslage (Berlin Mitte, München Maxvorstadt, Hamburg Altona)
  • Möblierte Wohnung bereits vorhanden
  • Zeit und Bereitschaft zur intensiven Verwaltung
  • Keine langfristige Vermietungsbindung gewünscht
  • Eigennutzung in Sommermonaten geplant

Wann ist Langzeitmiete klarer Gewinner?

  • Kein touristischer Hotspot (Randbezirke, B-Städte)
  • Wenig Zeit für aktive Verwaltung
  • Keine Möblierung vorhanden
  • Lokale Zweckentfremdungsverbote (Berlin, München)
  • Stabiles Einkommen wichtiger als Renditemaximierung

Der Hybrid-Ansatz

In manchen Situationen ist eine Kombination sinnvoll:

  • 9 Monate Langzeitmiete / 3 Monate Airbnb (z.B. Wohnung selbst in dieser Zeit anderswo)
  • Hauptwohnsitz Airbnb, Zusatzzimmer dauerhaft untervermietet
  • Airbnb-Start um Miete zu erkunden, dann auf Langzeitmiete umstellen

Fazit

Airbnb bringt in guten Lagen mehr — aber nur wenn Auslastung stimmt, Aufwand eingerechnet wird und die lokalen Regeln es erlauben. Langzeitmiete ist einfacher, stabiler und in vielen Lagen die bessere Wahl. Die Entscheidung hängt von Ihrer Lage, Ihrer Zeit und Ihrem Risikoprofil ab.

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