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Immobilien-Portfolio aufbauen: Von einer zur mehreren Wohnungen

Immobilien-PortfolioGesamtheit aller Immobilien eines Investors – Diversifizierung über Städte und Typen empfohlen.Weiterlesen → aufbauen: Von einer zur mehreren Wohnungen

Die erste Immobilie ist das Schwerste. Die zweite ist schon einfacher. Wer ein Portfolio aufbaut, profitiert von Skaleneffekten, besserer Risikostreuung und wachsenden Einnahmen. Aber es gibt einen richtigen Weg — und viele falsche.

Phase 1: Die erste Immobilie (Fundament legen)

Die erste Wohnung ist die Lerneinheit. Hier lernen Sie alles: Mieterauswahl, MietrechtGesetzliche Regelungen für Mietverhältnisse in Deutschland – §§ 535-580a BGB.Weiterlesen →, Steuern, Instandhaltung. Wichtig:

  • Gute Lage wählen (Nachfrage ist alles)
  • Kaufpreis nicht überbezahlen (Rendite beachten)
  • Eigenkapital mindestens 20-30 % (inkl. NotarPflicht beim Immobilienkauf – beurkundet den Kaufvertrag, kostet ca. 1,5% des Kaufpreises.Weiterlesen →, Grunderwerbsteuer, ProvisionMaklerprovision bei Vermietung – seit 2015 zahlt derjenige der den Makler beauftragt.Weiterlesen → max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.">MaklerImmobilienmakler vermittelt Mieter oder Käufer – Provision max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.Weiterlesen → – zusammen 8-12% des Kaufpreises zusätzlich.">KaufnebenkostenNotar, Grunderwerbsteuer, Makler – zusammen 8-12% des Kaufpreises zusätzlich.Weiterlesen →)
  • Erste Immobilie: Lieber kleiner und sicher als groß und riskant

Die richtige Reihenfolge beim Portfolio-Aufbau

  1. Erste Wohnung: Stabiler Cashflow oder zumindest break-even nach Kosten
  2. Lernphase: Steuererklärung, BetrKVBetriebskostenverordnung – gesetzliche Liste der umlagefähigen Nebenkosten.Weiterlesen →.">BetriebskostenLaufende Kosten des Gebäudes die auf Mieter umgelegt werden dürfen – geregelt in der BetrKV.Weiterlesen → – Frist: 12 Monate nach Abrechnungszeitraum.">NebenkostenabrechnungJährliche Abrechnung der umlagefähigen Betriebskosten – Frist: 12 Monate nach Abrechnungszeitraum.Weiterlesen →, erste Herausforderungen lösen
  3. Eigenkapital aufbauen: Mietüberschuss sparen, nicht alles konsumieren
  4. Zweite Wohnung: Erst wenn erste stabil läuft und ausreichend EigenkapitalEigene Mittel beim Immobilienkauf – mindestens 20% empfohlen, besser 30%.Weiterlesen → vorhanden
  5. Skalierung: Ab 3-5 Einheiten: Professionelle Verwaltungsstruktur aufbauen

Finanzierungsstrategie beim Portfolio-Aufbau

Das Zauberwort: Leverage (Fremdkapital intelligent einsetzen)

Klassische Strategie

  • Eigenkapital 20-30 % vom Kaufpreis (inkl. Nebenkosten)
  • 70-80 % Bankfinanzierung (Hypothek)
  • Tilgung 2-3 % p.a. — nie unter 1 %!
  • Zinsbindung: 10-15 Jahre sichern (Planbarkeit)

Der Equity-Hebel

Wenn Immobilien im Wert steigen, wächst das Eigenkapital. Dieses kann als Sicherheit für neue Kredite genutzt werden:

  • Wohnung 1 gekauft 2020 für 200.000 €, Kredit 160.000 €
  • Wert 2025: 260.000 € (Wertsteigerung + Tilgung)
  • Eigenkapital jetzt: ca. 120.000 €
  • Beleihungsgrenze: Bank leiht bis 80 % von 260.000 € = 208.000 €
  • Spielraum: 208.000 - 145.000 (Restkredit) = 63.000 € neue Liquidität für nächste Immobilie

Diversifikation: Nicht alles in einer Stadt

Viele Vermieter kaufen nur lokal — das ist eine Klumpen-Risikoentscheidung. Empfehlung:

  • 1-2 Objekte in der Heimatstadt (gut überschaubar)
  • Ab 3. Objekt: Andere Stadt/Region für Diversifikation
  • Mix: A-Stadt (Wertsteigerung) + B-Stadt (Cashflow)

Typische Portfolio-Größen und was sie bedeuten

PortfolioAufwandVerwaltungEinnahmen (rough)
1-3 EinheitenGeringSelbst möglich500-3.000 €/Monat netto
4-10 EinheitenMittelSoftware + evtl. Verwalter2.000-8.000 €/Monat netto
10+ EinheitenHochHausverwaltung fast Pflicht6.000+ €/Monat netto

Risikomanagement beim Portfolio-Aufbau

  • Klumpenrisiko: Nicht alles in einer Straße oder einem Haus
  • Liquiditätspuffer: 3-6 Monatsmieten als Reserve für jeden LeerstandPeriode ohne Mieter – kostet Einnahmen, birgt Risiken, sollte schnell behoben werden.Weiterlesen → oder Reparaturen
  • Versicherungen: Gebäudeversicherung und MietausfallversicherungVersicherung gegen Mietausfall – springt ein wenn Mieter nicht zahlt oder Wohnung unbewohnbar.Weiterlesen → für jedes Objekt
  • Finanzierungsstruktur: Nicht überschulden — Zinslast muss durch Mieten gedeckt sein

Häufige Fehler beim Portfolio-Aufbau

  • Zu schnell expandieren (zweite Wohnung kaufen, bevor erste stabil)
  • Zu wenig Eigenkapital einbringen (keine Reserven für Schlechtwetterperioden)
  • Qualität ignorieren (günstiger Preis, aber schlechte Lage)
  • Kein Exit-Plan (Was wenn Sie verkaufen wollen/müssen?)
  • Steuern und Verwaltungskosten unterschätzen

Portfolio ab 10 Einheiten: Professionalisierung

Ab 10 Einheiten wird Vermietung zum echten Business:

  • Hausverwaltung beauftragen (oder eigene GmbH)
  • Separate Buchhaltungssoftware
  • Steuerliche Optimierung (Immobilien-GmbHGesellschaft zur Vermietung – steuerliche Vorteile ab ca. 5 Einheiten möglich.Weiterlesen → prüfen)
  • Versicherungen bündeln (Rahmenverträge)
  • Eigene Handwerker-Netzwerke aufbauen

Erfahrungswerte aus der Praxis

  • "Die erste Wohnung macht am meisten Angst — und am meisten Arbeit. Ab der dritten wird es Routine."
  • "Gute Lage verzeiht viele Fehler. Schlechte Lage verzeiht gar keine."
  • "Steuern frühzeitig optimieren spart mehr als noch eine weitere Wohnung kaufen."
  • "Liquide Reserven sind wichtiger als Rendite auf dem Papier."

Fazit

Ein Immobilien-Portfolio aufzubauen ist ein Marathon, kein Sprint. Wer langsam, systematisch und mit Qualitätsfokus vorgeht, baut sich eine stabile und wachsende Einkommensquelle auf. Das Fundament aus Wissen, Eigenkapital und Geduld ist wichtiger als jede einzelne Immobilie.

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