Makler oder selbst vermieten: Was lohnt sich für Wen?
Makler beauftragen oder selbst vermieten? Das ist eine Entscheidung über Zeit versus Geld. Beide Wege haben Vor- und Nachteile. Hier ist die ehrliche Abwägung — ohne ProvisionMaklerprovision bei Vermietung – seit 2015 zahlt derjenige der den Makler beauftragt.Weiterlesen → max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.">MaklerImmobilienmakler vermittelt Mieter oder Käufer – Provision max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.Weiterlesen →-Werbung.
Kosten: Was kostet der Makler?
Seit dem Bestellerprinzip (2015) zahlt derjenige den Makler, der ihn beauftragt. Bei Vermietung ist das der Vermieter — nicht mehr der Mieter.
Typische Maklercourtage bei Vermietung: 1-2 Nettokaltmieten + MwSt.
Rechenbeispiel:
- Kaltmiete: 900 €/Monat
- Maklergebühr: 2 Nettokaltmieten = 1.800 € + 19 % MwSt. = 2.142 €
- Steuerlich absetzbar: Ja (Werbungskosten)
- Nach Steuer (42 % Satz): effektiv ca. 1.240 € Nettobelastung
Selbst vermieten: Was kostet es?
- Inserat ImmobilienScout24: 50-200 €
- Fotos (Profi-Fotograf): 100-300 €
- Ihre Zeit: 10-20 Stunden (Inserat, Anfragen, Besichtigungen, Auswahl, Vertragsschluss)
Gesamtkosten (ohne eigene Zeit): ca. 150-500 €
Zeitaufwand beim Selbst-Vermieten
| Aufgabe | Zeitaufwand |
|---|---|
| Inserat erstellen + Fotos | 2-4 Stunden |
| Anfragen beantworten | 3-5 Stunden |
| Besichtigungen (5-10 Bewerber) | 3-6 Stunden |
| Bonitätsprüfung | 1-2 Stunden |
| Vertragsschluss + Übergabe | 2-3 Stunden |
| Gesamt | 11-20 Stunden |
Was leistet ein guter Makler?
- Professionelle Fotos und Exposé
- Vermarktung auf allen relevanten Portalen
- Vorauswahl der Bewerber
- Bonitätsprüfung
- Besichtigungen (ohne Ihren Zeitaufwand)
- Mietvertrag (oft Standardvorlage)
- Übergabeprotokoll
Was leistet ein schlechter Makler?
Leider gibt es beide Arten. Red Flags:
- Keine eigenen Fotos — nimmt Ihre alten Bilder
- Inserat nur auf einer Plattform
- Kaum Bewerber-Vorauswahl
- Zu schnell fertigen Kandidaten — ohne echte Prüfung
- Unerreichbar nach Vertragsschluss
Wann lohnt sich ein Makler?
- Wenig Zeit (Beruf, Familie, mehrere Objekte)
- Immobilie weit entfernt (andere Stadt)
- Schwierig zu vermarktende Wohnung (besondere Lage, ungewöhnlicher Grundriss)
- Keine Erfahrung mit Mieterauswahl und Mietrecht
- Hochwertiges Objekt, wo professionelle Präsentation wichtig ist
Wann lohnt sich Selbst-Vermieten?
- Nachgefragte Lage (Wohnung vermietet sich selbst)
- Einfache Wohnung ohne komplexe Vermarktungsbedürfnisse
- Zeit vorhanden für Besichtigungen
- Erfahrener Vermieter mit Netzwerk
- Budget-orientiert (Maklergebühr sparen)
Der Mittelweg: Selbst vermieten + Profi-Support
Nicht alles oder nichts. Möglichkeiten:
- Nur Profi-Fotos beauftragen (300 € statt 2.000 € Makler)
- Inserat professionell texten lassen (Fiverr, Freelancer: 50-100 €)
- Mietvertrag vom Anwalt prüfen lassen (150-300 €)
- Vermietet.de für strukturierte Bewerberverwaltung nutzen
Makler-Checkliste: Was ein gutes Angebot enthält
- ☐ Professionelle Fotos inbegriffen?
- ☐ Wie viele Portale werden bespielt?
- ☐ Wie viele Besichtigungen maximal?
- ☐ Bonitätsprüfung der Bewerber?
- ☐ MietvertragRechtlicher Vertrag zwischen Vermieter und Mieter – Form, Inhalt und Klauseln sind entscheidend.Weiterlesen → erstellen?
- ☐ ÜbergabeprotokollDokumentation des Wohnungszustands bei Ein- und Auszug – Pflicht für spätere Schadensansprüche.Weiterlesen →?
- ☐ Wie lange ist die Suche aktiv (Exklusivzeit)?
Fazit
Für erfahrene Vermieter in nachgefragten Lagen ist Selbst-Vermieten meist günstiger und nicht komplizierter. Für Erstvermieter, Fernvermieter und bei schwierigen Objekten: Ein guter Makler ist sein Geld wert. Der Schlüssel: Die richtigen Fragen stellen, bevor Sie jemanden beauftragen.