Ratgeber

Wohnung über Makler oder selbst vermieten: Was ist besser?

Ob ProvisionMaklerprovision bei Vermietung – seit 2015 zahlt derjenige der den Makler beauftragt.Weiterlesen → max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.">MaklerImmobilienmakler vermittelt Mieter oder Käufer – Provision max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.Weiterlesen → oder Selbstvermietung — beide Wege haben klare Stärken und Schwächen. Die richtige Wahl hängt von verfügbarer Zeit, Erfahrung und Objekt ab.

Makler beauftragen: Vorteile

  • Professionelles Inserat, Fotos, Exposé inklusive
  • Vorselektion der Interessenten
  • Abwicklung von Bewerbungen und Bonitätsprüfung
  • Vertragsabschluss und Übergabe begleitet
  • Zeit- und Stressersparnis für Vermieter

Makler beauftragen: Nachteile

  • Kosten: Maklergebühr typischerweise 2 Monatsmieten netto (Vermieterseite)
  • Kein direkter Erstkontakt zum Mieter
  • Qualität des Maklers variiert stark
  • Makler kennt das Objekt weniger gut als der Eigentümer

Selbst vermieten: Vorteile

  • Keine Maklerkosten → mehr Kontrolle über die Mietrendite
  • Direkter Erstkontakt, eigene Einschätzung des Mieters
  • Flexibel bei Terminen und Auswahl
  • Eigene Kenntnis des Objekts → bessere Präsentation

Selbst vermieten: Nachteile

  • Zeitaufwand: Inserate, Anfragen, Besichtigungen, Bonitätsprüfung
  • Rechtliche Risiken bei falschem Mietvertrag
  • Weniger professionelle Vermarktung ohne Erfahrung

Kosten im Vergleich

PositionMaklerSelbst
Inserat (ImmoScout etc.)inklusive50–200 € einmalig
Professionelle Fotosinklusive150–400 €
Maklergebühr2 Kaltmieten netto0 €
Zeitaufwandminimal5–20 Stunden

Empfehlung nach Vermieter-Typ

  • Erfahrener Vermieter mit Zeit: Selbst vermieten spart 2 Monatsmieten
  • Erstvermieter oder wenig Zeit: Makler für Sicherheit und Abwicklung
  • Luxusobjekt oder schwieriger Markt: Spezialisierter Makler sinnvoll

Fazit

Selbst vermieten lohnt sich bei Erfahrung und Zeit. Makler ist sinnvoll bei Erstbewerbung, Zeitmangel oder anspruchsvollen Objekten. Mittelweg: Selbst inserieren, Bonitätsprüfung selbst durchführen, MietvertragRechtlicher Vertrag zwischen Vermieter und Mieter – Form, Inhalt und Klauseln sind entscheidend.Weiterlesen → vom Anwalt.

Kosten richtig kalkulieren: Maklergebühr vs. Eigenaufwand

Die Maklergebühr schmerzt beim Zahlen — typischerweise 2 Monatsmieten netto auf Vermieterseite, bei einer 1.200-Euro-Wohnung also 2.400 Euro. Doch viele Vermieter vergleichen nur diese Summe und ignorieren ihre eigenen Kosten bei Selbstvermietung.

Professionelle Fotos kosten 150–300 Euro. Ein fehlerfreies Exposé als PDF-Designer zu erstellen: mindestens 5–10 Stunden Arbeit (bei 30 Euro/Stunde Opportunitätskosten = 150–300 Euro). Annoncen auf Immobilienportalen wie Immoscout24 oder Wohnung.com: 30–60 Euro monatlich für Premium-Angebote. Wer nicht selbst fotografiert, bucht einen Makler trotzdem für einzelne Leistungen — dann liegen die Gesamtkosten zwischen 500–800 Euro.

Bei längeren Leerständen — durchschnittlich 4–8 Wochen in Deutschland — relativiert sich die Maklergebühr erheblich. Eine Wohnung 6 Wochen früher vermietet = eine oder zwei fehlende Mieteinnahmen erspart. Das entspricht bei 1.200 Euro bereits 1.200–2.400 Euro Ersparnisse, die die Maklergebühr völlig aufwiegen.

Rechtsrisiken bei Selbstvermietung: BGB-Fallen für Anfänger

Selbstvermieter unterschätzen systematisch die rechtlichen Anforderungen. Der Mietvertrag muss nach § 550 BGB zwingend in Textform vorliegen — E-Mail reicht, handschriftliche Zeichnung jedoch nicht. Viele nutzen Musterverträge aus dem Internet, die für ihr Bundesland oder Objekttyp ungeeignet sind.

Häufiger Fehler: Die Kaution wird falsch behandelt. Nach § 551 BGB muss die Kaution auf einem separaten Konto verzinst werden, mindestens zum Sparbriefsatz. Wer die Kaution auf dem Geschäftskonto „geparkt" hat, schuldet dem Mieter rückwirkend Zinsen — bei 3 Jahren Vermietung schnell 50–100 Euro, juristisch aber ärgerlich.

Nebenkosten-Abrechnung ist eine häufige Klage-Quelle. Die §§ 556–560 BGB regeln die Abrechnung streng. Ein fehlender SchönheitsreparaturenStreich- und Tapezierarbeiten – können per Mietvertrag auf Mieter übertragen werden.Weiterlesen →-Katalog, unsaubere Aufteilungsschlüssel oder falsch berechnete Nebenkosten führen zu berechtigten Mietminderungen. Makler und auf MietrechtGesetzliche Regelungen für Mietverhältnisse in Deutschland – §§ 535-580a BGB.Weiterlesen → spezialisierte Buchhalter kennen diese Fallstricke.

Selbstvermietung im Nebenberuf: Zeit-Rechnung für Berufstätige

Ein realistisches Zeitbudget für Selbstvermietung über 3 Jahre (Beispiel 1.200-Euro-Wohnung):

  • Vermietungsphase: Inserat schreiben (2h), Portal-Technik lernen (1h), Bewerbungen sichten (3–5h), Besichtigungen (4–8h), Vertragsverhandlung (2h) = ca. 15–20 Stunden
  • Laufende Verwaltung: Mieteinzug überwachen (5 Min./Monat), Nebenkosten-Abrechnung (4–6 Stunden/Jahr), Mieter-Kommunikation (2–3h/Jahr) = ca. 15–20 Stunden/Jahr
  • Reparaturen und Reklamationen: Notfallreparaturen koordinieren (3–5h/Jahr), Handwerker-Termine (2h/Jahr) = ca. 5–7 Stunden/Jahr

Total für 3 Jahre: etwa 70–80 Stunden. Bei 25 Euro/Stunde Stundenhonorar (realistische Opportunitätskosten für Angestellte) = 1.750–2

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