Steuern für Vermieter

Steuerberater für Vermieter: Lohnt es sich und was kostet es?

📄

Dieser Artikel stellt keine steuerliche Beratung dar. Für deine individuelle Steuersituation wende dich an einen Steuerberater oder das zuständige Finanzamt.

Viele Vermieter zögern beim Steuerberater wegen der Kosten. Das ist ein teurer Irrtum: Ein erfahrener Immobilien-Steuerberater findet typischerweise 2.000–8.000 € zusätzliche Werbungskosten, die ohne ihn übersehen worden wären. Das übersteigt sein Honorar bei weitem.

Was kostet ein Steuerberater für Vermieter?

LeistungKosten (Orientierung)
Anlage V (1 Objekt)300–600 €
Anlage V (3 Objekte)600–1.200 €
Komplette Einkommensteuererklärung500–1.500 €
Kaufbegleitung + Steuerstruktur1.000–3.000 €
Betriebsprüfungsbegleitung150–300 €/h

Die Kosten des Steuerberaters sind selbst als Werbungskosten abzugsfähig (anteilig auf Vermieter-Tätigkeit).

Wann ein Steuerberater zwingend nötig ist

  • Mehr als 3 Mietobjekte
  • Denkmalschutz-Objekte oder geförderte Immobilien (§ 7b, 7h, 7i)
  • Kauf und gleichzeitige Großsanierung
  • Ferienwohnung mit möglicher Liebhaberei-Problematik
  • Immobilien-Holding oder GmbH-Struktur
  • Erbschafts- oder Schenkungsvorgänge mit Immobilien
  • Bei Betriebsprüfungsankündigung

Wann reicht ELSTER mit guter Software?

  • 1–2 Mietobjekte mit unkomplizierter Dauervermietung
  • Kein Eigennutzungsanteil, keine Ferienwohnung
  • Keine großen Sanierungsmaßnahmen
  • AfA bereits korrekt ermittelt und dokumentiert

Wie du den richtigen Steuerberater findest

  • Spezialisierung prüfen: "Immobilienbesteuerung" oder "Vermieter" im Profil
  • Bewertungen lesen: Google, Steuerberater.de
  • Erstgespräch: Oft kostenlos – Fachkenntnisse testen
  • Netzwerk: Vermieter-Vereinigungen empfehlen oft geeignete Berater
  • Honorar transparent klären: Abrechnung nach StBGebV (Steuerberatervergütungsverordnung)

Was du selbst vorbereiten solltest

  • Alle Mietverträge und Mieteinnahmen-Nachweise
  • Alle Ausgabenbelege geordnet nach Kategorien
  • Kaufvertrag und Finanzierungsunterlagen (für AfAAbsetzung für Abnutzung: 2% des Gebäudewerts jährlich steuerlich absetzbar – großer Steuervorteil.Weiterlesen →-Berechnung)
  • WEG-Jahresabrechnung (enthält umlegbare BetrKVBetriebskostenverordnung – gesetzliche Liste der umlagefähigen Nebenkosten.Weiterlesen →.">BetriebskostenLaufende Kosten des Gebäudes die auf Mieter umgelegt werden dürfen – geregelt in der BetrKV.Weiterlesen →)
  • Kreditkontoauszüge (Zinsen ausweisen)

Steuerberater vs. Lohnsteuerhilfeverein

Lohnsteuerhilfevereine dürfen keine Vermieter beraten (sobald mehr als eine Wohnung vermietet wird, sind sie nicht zuständig). Immer einen zugelassenen Steuerberater beauftragen.

Mehr: Software für Vermieter | Betriebsprüfung vorbereiten

Typische Steuersparungen: Welche Kosten Vermieter oft vergessen

Die meisten Privatvermieter nutzen nur 40–50 % ihrer möglichen Werbungskosten. Ein Steuerberater deckt systematisch auf, was der Finanzbeamte nicht sieht – und was das Finanzamt gerne übersieht.

Konkrete Beispiele aus der Vermietungspraxis:

  • Maklergebühr beim Kauf: Nach § 4 Abs. 4a EStG ist die Maklergebühr sofort im Erwerbsjahr abzugsfähig – viele Vermieter aktivieren sie versehentlich als Anschaffungskosten und verteilen sie über 50 Jahre.
  • Umlagefähige Nebenkosten: Versicherungen, Instandhaltungsrücklagen und Verwaltungsgebühren für vermietete Objekte sind Werbungskosten – nicht alle Vermieter trennen diese korrekt von privaten Kosten.
  • Fahrtkosten zur Immobilie: Jede Besichtigung, jeder Handwerkerkontrolltermin ist 0,30 € pro Kilometer. Bei 4 Objekten und monatlichen Kontrollen: leicht 800–1.200 € pro Jahr.
  • Home-Office-Anteil: Der Schreibtisch für Mietverträge, Nebenkostenabrechnungen und Steuerkorrespondenz: 5–10 € monatlich sind realistisch – 60–120 € pro Jahr.
  • Kontogebühren und Rechtsschutz: Die Kontoführung für ein Vermietungskonto und eine Rechtsschutzversicherung (§ 4 Abs. 5 EStG) sind zu 100 % abzugsfähig.

Ein Steuerberater kostet 600 € für ein Objekt. Diese Sicherung der aufgelisteten Punkte spart beim nächsten Finanzamt-Kontakt mindestens 2.000 € Steuern – bei 25 % Grenzsteuersatz also deutlich 5.000 € Brutto-Einkommen.

Wann lohnt sich ein Steuerberater wirklich – die Schwellenwerte

Die Rentabilität einer Steuerberatung hängt von drei Faktoren ab:

  • Mieteinnahmen pro Jahr: Ab 15.000 € Jahresmiete (= ca. 3 mittlere Wohnungen) wird eine professionelle Steuererklärung wirtschaftlich. Unter 10.000 € können Vermieter oft noch selber machen.
  • Anzahl der Objekte: Jedes zusätzliche Objekt kostet +300–400 € beim Steuerberater, spart aber +1.500–2.500 € durch spezialisierte Strukturierung.
  • Alter der Immobilien: Neue Objekte (erste 3 Jahre) mit laufenden Renovierungen, ProvisionMaklerprovision bei Vermietung – seit 2015 zahlt derjenige der den Makler beauftragt.Weiterlesen → max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.">MaklerImmobilienmakler vermittelt Mieter oder Käufer – Provision max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.Weiterlesen →- oder Notargebühren rechtfertigen sofort einen Steuerberater. Alte, schuldenfreie Objekte mit nur Mieteinnahmen können günstiger selbst verwaltet werden.

Steuerberater-Kosten: Was die Gebührenordnung wirklich erlaubt

Die Steuerberatervergütung folgt der Gebührenordnung für Steuerberater (StBVV). Viele Vermieter zahlen mehr als nötig, weil sie Pauschalgebühren akzeptieren: