Kaufen & Vermieten

Alpen-Ferienimmobilie kaufen und vermieten: Chancen für Investoren 2026

Anders als Küstenimmobilien haben alpine Ferienwohnungen zwei Saisons: Wintersaison (Skiurlaub) und Sommersaison (Wandern, Radfahren, Seen). Das erhöht die Gesamtauslastung erheblich und macht Alpenimmobilien zu besonders interessanten Renditeträgern.

Alpine Ferienwohnungsmarkt 2026

StandortKaufpreis/m²Tagessatz WintersaisonTagessatz SommerJahresauslastung
Berchtesgaden7.000–12.000 €180–320 €150–250 €72–82 %
Garmisch-Partenkirchen8.000–14.000 €200–380 €160–280 €70–80 %
Oberstdorf7.000–11.000 €180–300 €140–240 €70–78 %
Mittenwald5.500–9.000 €150–250 €120–200 €65–75 %
Chiemgau (Reit im Winkl)5.000–8.500 €140–230 €110–190 €62–72 %

Warum Alpenimmobilien besser als Küstenimmobilien abschneiden

  • Zwei starke Saisonen statt einer: Winter + Sommer
  • Wachsende Nachfrage durch Städteflucht und Remote Work
  • Bayern: niedrigste GrunderwerbsteuerSteuer beim Immobilienkauf: 3,5-6,5% je nach Bundesland – wichtiger Kostenfaktor.Weiterlesen → (3,5 %) – 3 % günstiger als viele Nordseestandorte
  • Wertbeständig: Bergregionen haben begrenztes Bauland, kein Angebotsüberschuss möglich

Renditeberechnung Garmisch-Partenkirchen (55 m²)

PositionWert
Kaufpreis590.000 €
Kaufnebenkosten (8,5 % Bayern)50.150 €
Wintersaison (90 Nächte × 260 €)23.400 €
Sommersaison (100 Nächte × 200 €)20.000 €
Shoulder (80 Nächte × 130 €)10.400 €
Jahresrohertrag53.800 €
Kosten (Reinigung, Plattform, Verwaltung 32 %)-17.216 €
Nettomietrendite5,63 %

Besonderheiten alpiner Ferienwohnungen

  • ☑ Kurtaxe: In allen bayerischen Erholungsorten (0,50–3,50 €/Nacht/Person)
  • ☑ Gewerbe: Bei gewerblicher Vermietung Gewerbe anmelden
  • ☑ Heizungsanlage: In Berglagen besondere Anforderungen (Kälteresistenz)
  • ☑ Schneeräumung: Pflichten des Eigentümers prüfen, ggf. Hausmeisterservice

Eigennutzung kombinieren: Das alpine Modell

Viele Alpenimmobilienkäufer nutzen die Wohnung selbst und vermieten den Rest. Typisches Modell:

  • Eigennutzung: 4–6 Wochen (Weihnachten, Urlaub)
  • Vermietung: 220–250 Nächte/Jahr
  • Finanzierung durch Mieteinnahmen: 50–80 % der Kreditrate gedeckt

Checkliste: Alpenimmobilienkauf

  • ☑ Skilift-Entfernung: Unter 500m = starker Preistreiber im Winter
  • ☑ Südlage bevorzugen: Mehr Sonne = höhere Gästezufriedenheit und Bewertungen
  • ☑ Sauna oder Wellness: Sehr nachgefragt im alpinen Winterurlaub
  • ☑ Tiefgaragenplatz: Essenziell für winterliche Gäste
  • ETWEigentumswohnung – häufigste Form der Kapitalanlage-Immobilie für Privatanleger.Weiterlesen →, mehr Verwaltungsaufwand.">MehrfamilienhausGebäude mit mehreren Wohneinheiten – bessere Renditen als ETW, mehr Verwaltungsaufwand.Weiterlesen →.">WEGWohnungseigentümergemeinschaft – Gemeinschaft aller Eigentümer in einem Mehrfamilienhaus.Weiterlesen →-Beschlüsse auf Ferienvermietung prüfen

Ferienwohnungsmarkt: Nordsee-Immobilie kaufen | Ostsee-Ferienwohnung kaufen

Steuerliche AbschreibungSteuerliche AfA auf Gebäudewert – 2% p.a. bei normalen Wohngebäuden über 50 Jahre.Weiterlesen → und Renditerechnung bei Alpen-Ferienwohnungen

Bei Ferienwohnungen in den Alpen können Vermieter von der sogenannten Liebhaberei-Regelung (§ 2 Abs. 1 EStG) profitieren, wenn nachweislich Gewinnerzielungsabsicht besteht. Die Jahresauslastung von 70–82 % bei etablierten Standorten wie Berchtesgaden ist dabei entscheidend: Finanzämter akzeptieren diese Quote als ausreichenden Beleg für ernsthaften Vermietungsbetrieb. Konkret bedeutet das: Lage, Ausstattung und Vermarktungsstrategie müssen dokumentiert sein.

Die Abschreibung erfolgt linear über 50 Jahre (2 % jährlich) gemäß AfAAbsetzung für Abnutzung: 2% des Gebäudewerts jährlich steuerlich absetzbar – großer Steuervorteil.Weiterlesen →-Tabelle. Bei einem Kaufpreis von 450.000 € für eine 50-m²-Wohnung in Garmisch-Partenkirchen (9.000 €/m²) können Sie jährlich etwa 9.000 € als Werbungskosten geltend machen – bevor BetrKVBetriebskostenverordnung – gesetzliche Liste der umlagefähigen Nebenkosten.Weiterlesen →.">BetriebskostenLaufende Kosten des Gebäudes die auf Mieter umgelegt werden dürfen – geregelt in der BetrKV.Weiterlesen →, ProvisionMaklerprovision bei Vermietung – seit 2015 zahlt derjenige der den Makler beauftragt.Weiterlesen → max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.">MaklerImmobilienmakler vermittelt Mieter oder Käufer – Provision max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.Weiterlesen → und Instandhaltung berücksichtigt werden. Entscheidend: Der Grundstückswert (ca. 25–30 % der Gesamtkosten) fällt nicht unter die Abschreibung.

Für die Renditeberechnung gilt die Faustregel: Bei 75 % Auslastung, durchschnittlich 240 € Tagesrate (Winter/Sommer gemischt) und 30 % Betriebskostenquote (inkl. Verwaltung, Reinigung, Nebenkosten) ergibt sich eine Bruttomietrendite von etwa 5–6 % p.a. Nach Steuerabzug und Finanzierungskosten bleibt eine realistische Nettorendite von 2–3 % – plus Wertsteigerung des Grundstücks.

Rechtliche Anforderungen: Genehmigung und Ferienwohnungsgesetz

Nicht jede Alpen-Gemeinde erlaubt einfach kommerzielle Ferienvermietung. Bayern hat hier restriktive Regelungen: Viele Gemeinden (z.B. in Mittenwald, Oberammergau) beschränken die Anzahl neuer Ferienwohnungen durch kommunale Satzungen. Vor dem Kauf muss die Vermietungsgenehmigung geklärt sein – anderenfalls ist die Wohnung für Tourismusnutzung unbrauchbar.

Wichtige Punkte im Baugenehmigungsverfahren:

  • Widmung: Liegt die Immobilie in Tourismuszone oder Wohngebiet? (§ 30, 34 BauGB)
  • Zweitwohnungssteuer: Manche Gemeinden erheben diese (z.B. München 9 %), auch für Vermieter
  • Wohnflächenvorgaben: Mindestens 30 m² für 2 Personen, sonst Klassifizierungsprobleme bei Buchungsportalen
  • Parkplatz-Nachweis: 1 Platz pro Wohnung ist Standard in Skigebieten

Ein häufiger Fehler: Vermieter kaufen eine Wohnung ohne vorherige Genehmigungsprüfung und scheitern später an der Anmeldung beim Gewerbeamt. Die Lösung heißt Due Diligence – Kontakt mit der Gemeinde VOR Kaufvertrag.

Vermietungsmanagement: Saisonalität und Preisoptimierung

Alpine Ferienwohnungen leben von extremer Saisonalität. In Berchtesgaden liegen die Preise im Dezember/Januar (Weihnacht, Neujahr, Skiferien) bei 280–320 €/Nacht, im Mai dagegen bei 120–150 €/Nacht. Professionelle Vermieter arbeiten mit dynamischer Preisgestaltung, nicht mit Pauschalpreisen.

Bewährte Strategien für 2026: