Airbnb vermieten 2026 — Als Vermieter starten, Kosten & Superhost

Gewinn bei Kurzzeitvermietung berechnen: Das richtige Modell

Airbnb-Vermieter machen oft einen Fehler: Sie vergleichen Mieteinnahmen mit Kaufpreis und nennen das Rendite. Die Realität ist komplexer – Plattformgebühren, Reinigung, LeerstandPeriode ohne Mieter – kostet Einnahmen, birgt Risiken, sollte schnell behoben werden.Weiterlesen →, Steuern und Instandhaltung fressen erhebliche Teile der Einnahmen. Hier ist das vollständige Berechnungsmodell.

Schritt 1: Roheinnahmen berechnen

Ausgangspunkt ist der realistisch erzielbare Jahresrohertrag:

  • Tagessatz × Auslastungstage = Jahresrohertrag
  • Realistischer Jahresschnitt in deutschen Städten: 55–75 %
  • Reinigungsgebühren separat dazurechnen (wenn du sie erhebst)

Schritt 2: Direktkosten abziehen

KostenartTypischer Wert
Airbnb-Hostgebühr3 % vom Nettoumsatz
Reinigungskosten80–150 € pro Aufenthalt
Bettwäsche-/Handtuchwäsche15–30 € pro Aufenthalt
Verbrauchsmaterialien (Seife, Kaffee, etc.)10–20 € pro Aufenthalt

Schritt 3: Fixkosten abziehen

FixkostenartMonatlich
Hausgeld (ETWEigentumswohnung – häufigste Form der Kapitalanlage-Immobilie für Privatanleger.Weiterlesen →, mehr Verwaltungsaufwand.">MehrfamilienhausGebäude mit mehreren Wohneinheiten – bessere Renditen als ETW, mehr Verwaltungsaufwand.Weiterlesen →.">WEGWohnungseigentümergemeinschaft – Gemeinschaft aller Eigentümer in einem Mehrfamilienhaus.Weiterlesen →)150–400 €
Strom und Wasser80–200 €
Internet30–50 €
Versicherungen50–120 €
Instandhaltungsrücklage (1–2 % Kaufpreis p.a.)Kaufpreis × 0,015 / 12
Steuerberatung, Tools50–100 €

Vollständiges Berechnungsbeispiel: 55m² Stadtwohnung

PositionJährlich
Roheinnahmen (250 Nächte × 100 €)25.000 €
Reinigungsgebühren (65 Aufenthalte × 90 €)5.850 €
Bruttoeinnahmen30.850 €
Airbnb-Gebühr (3 %)-750 €
Reinigungskosten (-5.850 €)-5.850 €
Bettwäsche/Verbrauch-1.950 €
Hausgeld-3.000 €
Strom/Wasser/Internet-1.800 €
Versicherung-900 €
Rücklagen (1,5 % von 350.000 €)-5.250 €
Nettoertrag vor Steuern11.350 €
Einkommensteuer (42 % Steuersatz)-4.767 €
Netto nach Steuer6.583 €

Nettomietrendite korrekt berechnen

6.583 € ÷ 350.000 € Kaufpreis = 1,88 % Nettomietrendite nach Steuer

Inklusive Wertsteigerungserwartung (3 % p.a.): Gesamtrendite ~5 % – wirtschaftlich sinnvoll.

Häufige Rechenfehler

  • Instandhaltungsrücklage vergessen (tritt selten ein, aber wenn, dann teuer)
  • Leerstand zu optimistisch ansetzen (60 % statt 80 % im ersten Jahr)
  • Eigenarbeit nicht einrechnen (20 h/Monat haben einen Wert)
  • Steuer nicht abziehen (bei höherem Einkommen schnell 42 % Grenzsteuer)

Mehr: Städtevergleich Superhost-Status bringt mehr Buchungen.">AirbnbWeltweit größte Plattform für Kurzzeitvermietung – Superhost-Status bringt mehr Buchungen.Weiterlesen →-Rendite | Eigenverbrauch dokumentieren

Betriebskosten und Nebenkosten: Die versteckten Kostenfresser

Bei der Gewinnberechnung unterschätzen Vermieter systematisch die BetrKVBetriebskostenverordnung – gesetzliche Liste der umlagefähigen Nebenkosten.Weiterlesen →.">BetriebskostenLaufende Kosten des Gebäudes die auf Mieter umgelegt werden dürfen – geregelt in der BetrKV.Weiterlesen →. Während klassische Vermietung mit stabilen Nebenkosten rechnet, verursacht Kurzzeitvermietung ein Vielfaches.

Typische monatliche Zusatzkosten je Wohnung:

  • Professionelle Reinigung: 80–150 Euro pro Buchung (bei 10–15 Buchungen monatlich = 800–2.250 Euro)
  • Wäschewechsel und Desinfizierung: 25–40 Euro pro Gast
  • Stromverbrauch durch ständigen Betrieb: 40–80 Euro mehr als Normalvermietung
  • Wasser und Abwasser: 30–60 Euro Mehrbelastung
  • Versicherung (Gewerbliche Haftpflicht): 50–150 Euro monatlich
  • Parkplatzgebühren (falls extern): 20–50 Euro

Ein Rechenbeispiel: Bei 12 Buchungen pro Monat à 50 Euro Reinigung entstehen bereits 600 Euro Reinigungskosten. Das sind bei 300 Euro Tagessatz und durchschnittlich 3 Tagen pro Buchung (900 Euro Brutto) eine Kostenquote von 67 Prozent – vor allen anderen Ausgaben.

Hinzu kommt: Nach § 556 BGB muss der Vermieter Instandhaltungsarbeiten tragen. Bei höherer Nutzungsintensität verschleißen Möbel, Böden und Sanitäranlagen schneller. Rechnen Sie mit 15–25 Prozent höheren Instandhaltungskosten gegenüber Normalvermietung.

Steuern und Gewerbeanmeldung: Wann wird es problematisch?

Ein kritischer Fehler: Viele Vermieter behandeln Kurzzeitvermietung wie private Vermietung und versteuern sie nicht korrekt. Das Finanzamt sieht regelmäßige Kurzzeitvermietung aber als Gewerbebetrieb an – insbesondere wenn:

  • Mehr als 10 Wohnungen oder Zimmer vermietet werden
  • Eine professionelle Bewirtschaftung erkennbar ist (Reinigungsservice, Buchungssystem)
  • Das Geschäftsmodell auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist

Konsequenzen einer Fehleinschätzung: Nachzahlungen von Einkommensteuer, Gewerbesteuer und möglicherweise Umsatzsteuer. Besonders tückisch ist die Umsatzsteuer: Wer Kurzzeitvermietung als Gewerbe betreibt, muss in der Regel 19 Prozent Umsatzsteuer abführen – das reduziert die Nettorendite erheblich.

Praktischer Tipp: Konsultieren Sie vor Start einen Steuerberater. Die Kosten (200–500 Euro) sparen sich durch korrekte Strukturierung schnell ein.

Realistische Gewinnmarge: Das 40-60-Modell

Nach Analyse von Hunderten deutschen Kurzzeitvermietungen zeigt sich ein Muster: Von der Roheinnahme bleiben durchschnittlich 40–60 Prozent als Netto-Gewinn übrig. Die übrigen 40–60 Prozent verteilen sich auf:

  • Plattformgebühren: 12–20 Prozent der Buchung (Airbnb, Booking.com)
  • Reinigung und Nebenkosten: 15–25 Prozent
  • Steuern und Versicherung: 8–15 Prozent
  • Leerstand und Ausfallrisiko: 5–10 Prozent

Eine Wohnung mit 10.000 Euro Monatsroheinnahmen bringt also re

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