Haustierfreundlich oder nicht? Das ist eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen für Superhost-Status bringt mehr Buchungen.">AirbnbWeltweit größte Plattform für Kurzzeitvermietung – Superhost-Status bringt mehr Buchungen.Weiterlesen →-Vermieter. Richtig gemacht, öffnest du dir einen riesigen Nachfragemarkt. Falsch gemacht, bezahlst du die Entscheidung mit beschädigten Möbeln und schlechten Bewertungen.
Die Zahlen: Warum Haustiere Sinn machen
- ~34 % der deutschen Haushalte haben mindestens ein Haustier
- Haustierfreundliche Listings erhalten laut Airbnb-Daten 30–45 % mehr Buchungsanfragen
- Reisende mit Hund sind bereit, 10–25 € mehr pro Nacht zu zahlen
- Weniger verfügbare Unterkünfte für Haustierbesitzer → weniger Konkurrenz
Was Haustiere anrichten können
- Haare in Polstermöbeln und Teppichen (hoher Reinigungsaufwand)
- Kratzer an Holzböden und Türen (Hunde/Katzen)
- Urinschäden an Teppich oder Parkett (besonders schlimm)
- Beschädigte Kissen, Decken, Gardinen
- Beschwerden von Allergikern bei späteren Gästen
Strategie 1: Voll haustierfreundlich
Du erlaubst alle Haustiere ohne Einschränkung. Ideal für:
- Robuste Ausstattung (Fliesen, Hartholz, waschbare Überzüge)
- Einfamilienhäuser mit Garten
- Ländliche oder Küstenlagen, wo Wanderer mit Hund deine Zielgruppe sind
Strategie 2: Haustiere mit Aufpreis und Regeln
- Haustiergebühr: 20–50 € pro Aufenthalt (oder pro Nacht)
- Maximalgröße definieren (z.B. "Hunde bis 20 kg")
- Anzahl begrenzen (max. 1–2 Tiere)
- Hausregeln: Haustier nicht allein lassen, auf möblierten Flächen kein Haustier
Strategie 3: Keine Haustiere
Sinnvoll bei:
- Hochwertiger Ausstattung (Seide, Echtholz, Designer-Möbel)
- Allergiker-Zielgruppe (sauberste Luft als USP)
- WEG-Beschränkungen (Eigentümergemeinschaft verbietet Tierhaltung)
Versicherung und AirCover bei Haustier-Schäden
- AirCover deckt Haustier-Schäden, WENN du Haustiere explizit erlaubt hast
- Wenn Gast heimlich ein Tier mitbringt (obwohl verboten): Voller Schutz durch AirCover
- Eigene Versicherung: Prüfen, ob Haustier-Schäden abgedeckt sind
Checkliste: Haustiere erlauben
- ☑ Haustierfreundliche Ausstattung: Waschbare Sofabezüge, keine empfindlichen Teppiche
- ☑ Staubsauger mit HEPA-Filter vorhanden
- ☑ Hausregeln klar definieren und im Inserat kommunizieren
- ☑ Haustiergebühr festlegen (separat in Airbnb-Einstellungen)
- ☑ Reinigungsgebühr ggf. erhöhen
Mehr: Inserat optimieren | Schäden dokumentieren und melden
Rechtliche Grenzen: Was das BGB und MietrechtGesetzliche Regelungen für Mietverhältnisse in Deutschland – §§ 535-580a BGB.Weiterlesen → vorgeben
Viele Vermieter übersehen einen kritischen Punkt: Selbst wenn du Haustiere in deiner Airbnb-Wohnung erlaubst, musst du die Regelungen deines eigenen Mietvertrags überprüfen. Der § 553 BGB besagt, dass Haustiere in Mietwohnungen generell erlaubt sind – es sei denn, der Vermieter (also derjenige über dir) hat ein berechtigtes Interesse dagegen. Das bedeutet konkret: Brauchst du selbst Erlaubnis von deinem Hausherren, musst du diese einholen, bevor du Gäste mit Tieren empfängst.
Zusätzlich solltest du deine Hausordnung und die Nebenkosten im Blick behalten. Haustiere in Kurzzeitmieten erfordern oft intensivere Reinigung – kalkuliere realistische Endreinigungskosten ein, nicht die Standard-Quote. Viele Vermieter setzen hier 50–80 Euro mehr an. Auch die Haftpflichtversicherung ist entscheidend: Deine Standard-Vermieterhaftpflicht deckt meist keine Schäden durch Gasttiere ab. Eine Zusatzversicherung für Ferienvermietung mit Haustierklausel kostet 15–25 Euro monatlich extra, spart dir aber später Zehntausende.
Die Haustier-Deposit-Strategie: Schutz ohne rechtliche Risiken
Professionelle Vermieter in Deutschland nutzen ein bewährtes System: Sie verlangen eine Haustier-Kaution von 150–300 Euro, zusätzlich zur Reinigungsgebühr. Das ist rechtlich unbedenklich, wenn es transparent in der Anzeige und vor Buchung kommuniziert wird. Diese Summe deckt Kratzer auf Parkett, Urinflecken auf Polstermöbeln oder kleinere Beschädigungen.
Wichtig: Die Kaution muss separat vom Reinigungsgeld ausgewiesen werden und sollte innerhalb von 5 Tagen nach Checkout zurück sein – alles andere führt zu schlechten Bewertungen und Airbnb-Konflikten. Im Schadensfall fotografierst du dokumentiert und zahlst von der Kaution. Manche erfolgreiche Vermieter setzen zusätzlich ein einfaches digitales Übergabeprotokoll mit Fotodokumentation des Zustands vor und nach dem Aufenthalt auf. Das erspart 80 % der späteren Disputes.
Rassen, Größe, Verhalten: Praktische Hausregeln für weniger Ärger
Nicht alle Haustiere sind gleich problematisch. Eine datenbasierte Herangehensweise zahlt sich aus: Viele erfolgreiche Airbnb-Hosts in Deutschland erlauben Katzen unbegrenzt, aber Hunde nur bis 10 kg. Der Grund ist simpel – größere Hunde sind lauter, nutzen mehr Fläche und hinterlassen mehr Schäden. Manche Vermieter verbieten zusätzlich bekannte „Problemrassen" wie Pitbull oder Kangal, was rechtlich zulässig ist, wenn es der Sicherheit dient.
Eine klare Regel im Angebot sollte lauten: Maximal zwei Tiere pro Buchung, keine Vögel (Lärm), keine Reptilien (Fluchtrisiko). Aquariumfische sind meist akzeptabel. Auch die Kommunikation vor Ankunft ist entscheidend – schreib dem Gast drei Tage vor Arrival eine Nachricht: „Wie viele und welche Tiere bringst du mit?" Das fängt bereits 30 % der Überraschungen ab. Verbiete grundsätzlich das freie Herumlaufen von Tieren in Schlafzimmern – das reduziert Allergene und Geruchsprobleme deutlich.
Mit diesen drei Strategien – rechtliche Absicherung, transparente Gebührenmodelle und klare Regeln – lässt sich die Haustier-Vermietung profitabel und risikoarm gestalten.