Dieser Artikel stellt keine steuerliche Beratung dar. Für deine individuelle Steuersituation wende dich an einen Steuerberater oder das zuständige Finanzamt.
Berlin, München, Hamburg – die A-Städte stehen seit Jahren im Fokus von Immobilieninvestoren. Das Ergebnis: Kaufpreisfaktoren von 30–50, magere Renditen und kaum Aufwärtspotenzial. B- und C-Städte bieten hingegen oft das Doppelte an MietrenditeJahresmiete geteilt durch Kaufpreis – Ziel: mindestens 4% brutto für positive Rendite.Weiterlesen → bei moderatem Risiko.
Definition: A-, B- und C-Städte
A-Städte (Top 7): Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Stuttgart – Kaufpreisfaktoren 25–45, Mietrenditen 2–3,5 % brutto. B-Städte: Hannover, Nürnberg, Leipzig, Dresden, Dortmund, Essen, Bremen, Bonn – Faktoren 18–28, Renditen 3,5–5 %. C-Städte: Chemnitz, Halle, Magdeburg, Kassel, Erfurt, Regensburg, Augsburg – Faktoren 12–20, Renditen 5–8 %.
Renditerechnung: Der entscheidende Unterschied
Beispiel A-Stadt: Kaufpreis 500.000 Euro, Jahresmiete 15.000 Euro → Bruttomietrendite 3,0 %. Beispiel B-Stadt: Kaufpreis 200.000 Euro, Jahresmiete 9.000 Euro → Bruttomietrendite 4,5 %. Beispiel C-Stadt: Kaufpreis 100.000 Euro, Jahresmiete 7.200 Euro → Bruttomietrendite 7,2 %. Nach Kosten und Steuern kann die Nettomietrendite in C-Städten das Doppelte einer A-Stadt betragen.
Risikofaktoren in B- und C-Städten
- ☑ Bevölkerungsentwicklung prüfen – Schrumpfende Städte meiden
- ☑ Wirtschaftliche Diversifikation der lokalen Wirtschaft analysieren
- ☑ Leerstandsquote und Mieternachfrage vor Ort prüfen
- ☑ Kaufpreisniveau schwerer einzuschätzen (weniger Transaktionsdaten)
Attraktive B-Städte 2026 im Überblick
Leipzig: Starkes Bevölkerungswachstum, Universität, wachsende Tech-Szene, Kaufpreisfaktoren 18–24. Hannover: Günstigere Preise als die Top-7, stabiler Mietermarkt, gute Infrastruktur. Nürnberg: Wirtschaftsstarke Region, solide Mietnachfrage, Faktoren 20–26. Dresden: Wachstum durch TU und Industrie, Kaufpreise moderat gestiegen.
C-Städte mit Potenzial
Chemnitz: Extrem günstiger Einstieg (ab 800–1.200 Euro/m²), BMW-Präsenz, Hochschule, aber demographische Herausforderungen. Halle/Saale: Gute Uni-Stadt-Dynamik, Leipzig-Nähe, günstig. Erfurt: Thüringens Landeshauptstadt, stabile Nachfrage, fairer Preis. Kassel: Industriestandort, günstige Preise, Pendler nach Frankfurt.
Fernverwaltung: Praktische Aspekte
Wer in einer B- oder C-Stadt kauft, die weit entfernt liegt, braucht eine lokale HausverwaltungExterne Verwaltung von Mietobjekten – kostet 5-8% der Bruttomiete, ab 3+ Einheiten sinnvoll.Weiterlesen →. Kosten: 5–8 % der Jahresnettomiete. Auch mit Verwaltungsgebühr rechnet sich die höhere Rendite in vielen Fällen. Alternativen: Digitale Verwaltungstools, lokale Handwerker-Netzwerke aufbauen. Mehr: Immobilienkauf-Checkliste.
Mietrendite berechnen: Warum B-Städte real besser performen
Die rechnerische Mietrendite ist für Vermieter das entscheidende Kriterium – und hier zeigt sich der praktische Vorteil von B-Städten besonders deutlich. In Leipzig kostet eine 70-m²-Wohnung im Durchschnitt 280.000 Euro mit einer KaltmieteGrundmiete ohne Betriebskosten – wird für Mietpreisbremse und Mieterhöhung zugrunde gelegt.Weiterlesen → von 650 Euro. Das ergibt eine Bruttomietrendite von 2,8 Prozent – ohne ProvisionMaklerprovision bei Vermietung – seit 2015 zahlt derjenige der den Makler beauftragt.Weiterlesen → max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.">MaklerImmobilienmakler vermittelt Mieter oder Käufer – Provision max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.Weiterlesen →, ohne Nebenkosten. In München zahlt man für die gleiche Wohnung 560.000 Euro bei einer Miete von 1.200 Euro, also ebenfalls 2,6 Prozent. Der Unterschied liegt jedoch in der Nettomietrendite nach Bewirtschaftungskosten.
In B-Städten liegen die Instandhaltungsrücklagen nach ETWEigentumswohnung – häufigste Form der Kapitalanlage-Immobilie für Privatanleger.Weiterlesen →, mehr Verwaltungsaufwand.">MehrfamilienhausGebäude mit mehreren Wohneinheiten – bessere Renditen als ETW, mehr Verwaltungsaufwand.Weiterlesen →.">WEGWohnungseigentümergemeinschaft – Gemeinschaft aller Eigentümer in einem Mehrfamilienhaus.Weiterlesen →-Standard bei etwa 0,80–1,20 Euro pro Quadratmeter monatlich. Dazu kommen Makler- und Notarkosten beim Kauf von etwa 10 Prozent des Kaufpreises. In München sind die Rücklagen identisch, aber der höhere absolute Kaufpreis führt zu deutlich höheren Nebenkosten beim Erwerb. Konkret: In Leipzig liegt die echte Nettomietrendite nach Abzug aller Kosten bei 1,8–2,2 Prozent. München schafft oft nur 1,2–1,6 Prozent. Das macht über 20 Jahre einen Unterschied von 50.000–80.000 Euro pro Objekt aus.
Ein weiterer Aspekt: B-Städte zeigen stabilere Mietsteigerungen. Während München und Berlin von VergleichsmieteOrtsübliche Durchschnittsmiete – Basis für Mieterhöhungen und Mietpreisbremse.Weiterlesen → begrenzt.">MietpreisbremseGesetz das Mieterhöhungen bei Neuvermietung auf max. 10% über ortsüblicher Vergleichsmiete begrenzt.Weiterlesen →, Deckelungsverordnungen und politischen Debatten geprägt sind, können Vermieter in Hannover oder Dortmund Mieterhöhungen nach § 558 BGB problemlos und ohne öffentliche Kritik durchsetzen. Das bedeutet: Ihre Kaltmiete passt sich dem Markt an, ohne dass Sie sich rechtlich angegriffen fühlen.
Leerstandsrisiko und Nachfrage in B-Städten
Ein häufiger Fehler von A-Stadt-Investoren ist die Unterschätzung des Leerstandsrisikos. Zwar wirkt Berlin größer und damit sicherer – doch die verfügbare Wohnungsanzahl ist vierfach höher als in Dresden. Das bedeutet: Fällt ein Mieter aus, haben Sie in Berlin 40 Konkurrenzangebote im gleichen Kiez. In Dresden sind es 8.
Die Leerstandsquote in B-Städten liegt durchschnittlich bei 2,5–4 Prozent, in A-Städten oft bei 3–5 Prozent. Der Unterschied wirkt minimal, kostet aber real Geld. Bei einem LeerstandPeriode ohne Mieter – kostet Einnahmen, birgt Risiken, sollte schnell behoben werden.Weiterlesen → von drei Monaten in München (Kaufpreis 560.000 Euro) verlieren Sie ca. 3.000 Euro Mieteinnahmen. Gleichzeitig steigen die Zinsen für Ihre Immobilienkreditrate weiter. In Leipzig ist der finanzielle Schmerz deutlich kleiner – und Sie finden schneller einen neuen Mieter, weil die Nachfrage größer als das Angebot ist.
Praktischer Tipp: Prüfen Sie beim Kauf in B-Städten die Einwohnerwachstumsprognose für die nächsten 10 Jahre. Leipzig, Hannover und Nürnberg verzeichnen eine Zuwanderung von 1–2 Prozent jährlich – das sichert die Nachfrage ab.
Steueroptimierung und Eigenkapitaleffizienz
Für Vermieter mit moderatem EigenkapitalEigene Mittel beim Immobilienkauf – mindestens 20% empfohlen, besser 30%.Weiterlesen → ist die Eigenkapitalrentabilität entscheidend. Hier dominieren B-Städte mathematisch. Mit 20 Prozent Eigenkapital und einer Finanzierung über 80 Prozent erzielen Sie in B-Städten eine Eigenkapitalrendite von 6–8 Prozent, in A-Städten oft nur 3–4 Prozent. Das ist keine theoretische Rechnung – es ist die direkte Folge der besseren Mietrenditen und niedrigeren Kaufpre