Ratgeber

100.000 Euro Mieteinnahmen Ziel: Wie viele Einheiten brauche ich?

100.000 € Mieteinnahmen pro Jahr — ein Ziel, das viele Immobilien-Investoren anstreben. Was es braucht, um dort anzukommen, und welche Strategie am schnellsten dorthin führt.

Was braucht es für 100.000 € Mieteinnahmen?

Annahme: Durchschnittliche KaltmieteGrundmiete ohne Betriebskosten – wird für Mietpreisbremse und Mieterhöhung zugrunde gelegt.Weiterlesen → 900 €/Monat pro Wohneinheit

EinheitenMonatliche MieteJahresmiete
5 Wohnungen à 1.667 €8.333 €100.000 €
8 Wohnungen à 1.042 €8.333 €100.000 €
12 Wohnungen à 694 €8.333 €100.000 €

Realistische Szenarien

Szenario A: Großstädte (München, Frankfurt, Hamburg)

  • 5–6 Wohnungen à 1.500–2.000 € Kaltmiete
  • Kaufpreis je Wohnung: 400.000–800.000 €
  • Benötigtes EigenkapitalEigene Mittel beim Immobilienkauf – mindestens 20% empfohlen, besser 30%.Weiterlesen →: 400.000–800.000 €

Szenario B: Mittelstädte (Erfurt, Augsburg, Bielefeld)

  • 8–10 Wohnungen à 800–1.000 € Kaltmiete
  • Kaufpreis je Wohnung: 150.000–250.000 €
  • Benötigtes Eigenkapital: 240.000–400.000 €

Zeitplan: Wie lange dauert es?

Vogelperspektive Grundriss, offene helle Wohnung
  • Jahr 1–3: Erste Wohnung kaufen, Erfahrungen sammeln
  • Jahr 3–5: Zweite Wohnung über Eigenkapital aus Überschüssen oder Refinanzierung
  • Jahr 5–10: PortfolioGesamtheit aller Immobilien eines Investors – Diversifizierung über Städte und Typen empfohlen.Weiterlesen → systematisch ausbauen
  • Jahr 10–15: Ziel von 100.000 € Bruttoeinnahmen realistisch

Netto-Betrachtung: Was bleibt wirklich?

Von 100.000 € Bruttoeinnahmen bleiben nach Steuern, Kosten und Tilgung typischerweise 20.000–40.000 € freier Cashflow — je nach Fremdfinanzierungsgrad und Steuersatz. Der eigentliche Vermögensaufbau liegt in der Tilgung und Wertsteigerung.

Fazit

100.000 € Mieteinnahmen sind in 10–15 Jahren realistisch — mit Disziplin, dem richtigen Markt und systematischem Aufbau. Mittelstädte bieten bessere Renditen bei niedrigerem Einstiegspreis als Großstädte.

Rechenbeispiele: 100.000 € Jahreseinnahmen erreichen

Vogelperspektive Grundriss, offene helle Wohnung
StrategieAnzahl EinheitenMiete / EinheitInvestitionsvolumen
Großstädte (1-2 Zimmer)10833 € / Monatca. 2,5 Mio. €
Mittelstädte (2-3 Zimmer)12694 € / Monatca. 2,0 Mio. €
Mehrfamilienhaus (8 Einheiten)81.042 € / Monatca. 1,5–2,0 Mio. €
Ferienwohnungen (2–3 Objekte)32.778 € / Monatca. 600.000–900.000 €

Was bleibt netto von 100.000 € Mieteinnahmen?

PositionBetrag
Bruttoeinnahmen100.000 €
Betriebskosten (nicht umlagefähig, ca. 20%)–20.000 €
AfA (2% von 1,5 Mio. € Gebäudewert)–30.000 €
Kreditzinsen (bei 50% Finanzierung)–20.000 €
Steuerpflichtiger Überschuss30.000 €
Steuer (42% Spitzensteuersatz)–12.600 €
Netto-Cashflow (ohne Tilgung)~47.400 €

Finanzierungsstrategie: Wie viel Eigenkapital Sie wirklich brauchen

Viele Vermieter überschätzen die notwendige Eigenkapitalquote für ihr 100.000-Euro-Ziel. Bei einer klassischen Immobilienfinanzierung verlangen Banken 20–25 % Eigenkapital. Für ein ETWEigentumswohnung – häufigste Form der Kapitalanlage-Immobilie für Privatanleger.Weiterlesen →, mehr Verwaltungsaufwand.">MehrfamilienhausGebäude mit mehreren Wohneinheiten – bessere Renditen als ETW, mehr Verwaltungsaufwand.Weiterlesen → mit 12 Wohnungen à 694 € Kaltmiete, das etwa 1,2 Millionen Euro kostet, bedeutet das 240.000–300.000 Euro Eigenkapital.

Doch es gibt Alternativen: Einzelne Wohnungen zu kaufen erfordert oft nur 15 % Eigenkapital bei ProvisionMaklerprovision bei Vermietung – seit 2015 zahlt derjenige der den Makler beauftragt.Weiterlesen → max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.">MaklerImmobilienmakler vermittelt Mieter oder Käufer – Provision max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.Weiterlesen →-Gebühren und Nebenkosten. Eine 90-Quadratmeter-Wohnung für 300.000 Euro benötigt dann rund 50.000 Euro zum Einstieg. Mit fünf solchen Einheiten über fünf Jahre verteilt erreichen Sie das 100.000-Euro-Ziel, ohne das gesamte Kapital sofort zu binden.

Wichtig: Berücksichtigen Sie Makler (3–7,14 % + MwSt.), GrunderwerbsteuerSteuer beim Immobilienkauf: 3,5-6,5% je nach Bundesland – wichtiger Kostenfaktor.Weiterlesen → (3,5–6,5 % je Bundesland) und Notarkosten (1–2 %). Diese Nebenkosten reduzieren Ihre Rendite um 10–15 % beim ersten Kauf erheblich. Deshalb lohnt sich Direktkauf vom Eigentümer oder ein systematischer Aufbau ohne gleichzeitige Finanzierung aller Einheiten.

Mietpreisrisiken und die unterschätzte Rolle von Leerstand

Die Rechnung mit 900 € Durchschnittsmiete funktioniert nur auf dem Papier. In der Praxis müssen Sie folgende Risiken einkalkulieren:

  • Gesetzliche Mietbremse: In Ballungsräumen wie Berlin, München und Frankfurt begrenzen Mietpreisbremsen die Erhöhung auf 10 % über dem MietspiegelOffizielle Übersicht der ortsüblichen Mieten – Grundlage für Mieterhöhungen und Mietpreisbremse.Weiterlesen → (§ 556d BGB). Ein Einzug in einen regulierten Markt kann den erwarteten Mietanstieg um 3–5 Jahre verzögern.
  • Leerstandsrisiko: Selbst in Universitätsstädten liegt die durchschnittliche Leerstandsdauer bei 2–4 Monaten. Das bedeutet echte Mietausfälle von 15–30 % der Jahresmiete pro Einheit. Ihre 100.000 Euro schrumpfen schnell auf 75.000–85.000 Euro.
  • Instandhaltungsrücklagen: Die Wertminderungszahl des § 7 Abs. 4 EStG beträgt 2 % der Anschaffungskosten pro Jahr. Praktisch sollten Sie aber 8–12 € pro Quadratmeter und Jahr einkalkulieren. Bei 500 qm Gesamtfläche sind das 4.000–6.000 Euro jährlich.

Rechnen Sie also realistisch mit Nettoeinnahmen von 65.000–75.000 Euro, wenn Sie die 100.000 Euro Bruttomiete anpeilen.

Staffelmiete und Wertsteigerung: Der unterschätzte Hebel

Professionelle Vermieter nutzen Staffelmietverträge nach § 557a BGB für planbare Einnahmesteigerungen. Mit einer Staffel von jährlich 50–80 Euro pro Wohnung erreichen Sie über 10 Jahre eine Mietpreissteigerung von 500–800 Euro kumulativ.

Beispiel: Starten Sie mit 8 Wohnungen à 900 €. Mit jährlicher Staffel von 50 € erreichen Sie Jahr 1: 86.400 €, Jahr 5: 91.200 €, Jahr 10: 96.000 €. Kombiniert mit Indexmieten (durchschnittlich 2 % jährlich statt Staffel) oder Ortsübliche-VergleichsmieteOrtsübliche Durchschnittsmiete – Basis für Mieterhöhungen und Mietpreisbremse.Weiterlesen →-Erhöhungen kommen Sie Jahr 7 in den zweistelligen Mieterhöhungsbereich.

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