Ratgeber

Wohnung vermieten: Die ultimative Checkliste mit 60 Punkten

Vermietung hat viele Phasen – Vorbereitung, Suche, Vertrag, Einzug, laufender Betrieb, Auszug. Für jede Phase gibt es Aufgaben, die erledigt werden müssen. Diese Checkliste deckt alle ab.

Phase 1: Vorbereitung (vor der Suche)

  • ☑ Mietpreis recherchiert (MietspiegelOffizielle Übersicht der ortsüblichen Mieten – Grundlage für Mieterhöhungen und Mietpreisbremse.Weiterlesen →, Vergleichsportale)
  • ☑ Nebenkosten-Vorauszahlung kalkuliert
  • ☑ Kaution festgelegt (max. 3 Kaltmieten)
  • ☑ Kautionskonto eröffnet
  • ☑ Aktuelle Mietvertragsvorlage besorgt
  • EnergieausweisPflichtdokument bei Vermietung – zeigt Energieeffizienz des Gebäudes, muss bei Besichtigung vorliegen.Weiterlesen → vorhanden
  • WohngebäudeversicherungPflichtversicherung für Vermieter – schützt das Gebäude vor Feuer, Wasser, Sturm und Hagel.Weiterlesen → und Haftpflicht geprüft
  • RauchwarnmelderIn allen Bundesländern Pflicht – Einbau und Wartung meist Vermieterpflicht.Weiterlesen → installiert und funktionsfähig

Phase 2: Mietersuche

  • ☑ Professionelle Fotos gemacht
  • ☑ Grundriss vorhanden
  • ☑ Inserat auf mind. 2 Plattformen
  • ☑ Besichtigungstermine koordiniert
  • ☑ Selbstauskunftsbogen vorbereitet
  • SCHUFADeutsche Wirtschaftsauskunftei – SCHUFA-Selbstauskunft zeigt Bonität und Negativmerkmale des Mieters.Weiterlesen →-Anfrage angefordert
  • ☑ Gehaltsnachweis (3 Monate) eingeholt
  • MietschuldenfreiheitsbescheinigungDokument des Vorvermieters das bestätigt, dass der Mieter keine Schulden hatte.Weiterlesen → angefordert

Phase 3: Vertragsabschluss

  • MietvertragRechtlicher Vertrag zwischen Vermieter und Mieter – Form, Inhalt und Klauseln sind entscheidend.Weiterlesen → ausgefüllt und geprüft
  • ☑ Alle Mietparteien unterzeichnet
  • HausordnungRegeln für das Zusammenleben im Haus – nur wenn Teil des Mietvertrags rechtlich bindend.Weiterlesen → als Anlage beigefügt
  • ☑ Datenschutzbelehrung ausgehändigt
  • ☑ Kaution vereinbart und Zahlungsweg festgelegt
  • ☑ Einzugstermin schriftlich bestätigt

Phase 4: Einzug

  • ÜbergabeprotokollDokumentation des Wohnungszustands bei Ein- und Auszug – Pflicht für spätere Schadensansprüche.Weiterlesen → erstellt mit Fotos
  • ☑ Zählerstand Strom, Gas, Wasser notiert
  • ☑ Schlüsselübergabe dokumentiert (Anzahl!)
  • ☑ Meldebescheinigung für Mieter ausgestellt
  • ☑ Bankverbindung des Mieters für SEPA-Lastschrift

Phase 5: Laufender Betrieb

  • ☑ Mieteingänge monatlich prüfen
  • ☑ Nebenkostenbelege sammeln (ganzes Jahr)
  • InstandhaltungsrücklageRücklage für zukünftige Reparaturen – empfohlen: 1-2 €/m²/Monat zurücklegen.Weiterlesen → monatlich beiseitelegen
  • BetrKVBetriebskostenverordnung – gesetzliche Liste der umlagefähigen Nebenkosten.Weiterlesen →.">BetriebskostenLaufende Kosten des Gebäudes die auf Mieter umgelegt werden dürfen – geregelt in der BetrKV.Weiterlesen → – Frist: 12 Monate nach Abrechnungszeitraum.">NebenkostenabrechnungJährliche Abrechnung der umlagefähigen Betriebskosten – Frist: 12 Monate nach Abrechnungszeitraum.Weiterlesen → fristgerecht (12 Monate nach Periode)
  • ☑ Grundsteuerbescheid an Mieter weiterreichen

Phase 6: Auszug

  • ☑ Auszugsprotokoll erstellt mit Fotos
  • ☑ Zählerstand dokumentiert
  • ☑ Schlüssel zurückerhalten (alle!)
  • ☑ Schäden dokumentiert und beziffert
  • ☑ Kaution fristgerecht abgerechnet
  • ☑ Abmeldung bei Behörden des Mieters geklärt

Mehr: Mietvertrag optimieren | Übergabeprotokoll

Mieterwechsel-Checkliste: Übergabedokumentation richtig anfertigen

Der Übergabezustand ist der kritischste Punkt in der Vermietung – hier entstehen später 80 Prozent aller Streitigkeiten bei der Kaution. Das Übergabeprotokoll muss bereits beim Einzug mit dem Mieter gemeinsam und detailliert ausgefüllt werden, nicht erst beim Auszug. Laut § 550 Abs. 3 BGB hat der Vermieter das Recht, einen Übergabezustand schriftlich festzuhalten.

  • Fotografieren Sie jeden Raum in hoher Auflösung mit Datum und Uhrzeit (Metadaten wichtig für Beweise)
  • Dokumentieren Sie Kratzer, Flecken, Verschleiß mit Maßstab im Bild sichtbar
  • Zählerstände (Strom, Gas, Wasser) im Protokoll eintragen und von beiden Parteien unterschreiben
  • Separate Liste: Welche Gegenstände gehören zur Wohnung (Leuchten, Regale, Gardinen)?
  • Bei Bestandswohnungen: Abnutzungsverschleiß deutlich vom Schaden unterscheiden
  • Mieterin/Mieter erhält Kopie des Übergabeprotokolls am selben Tag
  • Zwei unterschriebene Originale: eines für den Vermieter, eines für den Mieter

Praxis-Tipp: Nutzen Sie standardisierte Übergabeprotokolle (z.B. von Immobilienverbänden oder Maklerverbänden). Handschriftliche Noten oder später ergänzte Punkte führen zu Beweisschwierigkeiten vor Gericht.

Betriebskosten-Abrechnung: Häufige Fehler und gesetzliche Anforderungen

Die jährliche Nebenkosten-Abrechnung ist für viele Vermieter eine lästige Aufgabe – trotzdem muss sie fehlerlos erfolgen. § 556 Abs. 3 BGB schreibt eine transparente und nachvollziehbare Abrechnung vor. Eine fehlerhafte Abrechnung führt zu Zahlungsverweigerung oder Schadensersatz.

  • Abrechnungsfrist beachten: Spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums abrechnen
  • Alle Betriebskosten einzeln aufschlüsseln (nicht pauschal abrechnen)
  • Heizkosten müssen zu mindestens 50-70 Prozent nach Verbrauch (Heizkörperthermostate) abgerechnet werden
  • Wärmewasser separat ausweisen, wenn nicht in der Heizung enthalten
  • Hausmeister-, Gärtner- und Reinigungskosten mit Stunden und Hourly-Rate dokumentieren
  • Versicherungen: nur der Vermieter-Anteil (Wohngebäude) abrechnen, nicht Haftpflicht des Vermieters
  • Abrechnung in verständlicher Form mit Kopien relevanter Rechnungen beilegen
  • Nachzahlung oder Rückerstattung zusammen mit der Abrechnung begleichen

Häufiger Fehler: ProvisionMaklerprovision bei Vermietung – seit 2015 zahlt derjenige der den Makler beauftragt.Weiterlesen → max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.">MaklerImmobilienmakler vermittelt Mieter oder Käufer – Provision max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.Weiterlesen →-, Verwaltungs- oder Reparaturkosten als Betriebskosten abrechnen – das ist unzulässig und führt zu Rückforderungen durch den Mieter.

Rechtliche Sicherung: Versicherungen und Dokumentation für Vermieter

Viele Vermieter unterschätzen das rechtliche und finanzielle Risiko einer Vermietung. Eine fehlerhafte Hausratversicherung oder eine nicht angepasste Haftpflicht kostet im Schadensfall schnell fünfstellig.