Ratgeber

Wohnung renovieren vor Vermietung: Kosten, Planung und was wirklich nötig ist

Nach dem Auszug eines Mieters stehst du vor der Frage: Was muss ich renovieren? Und was kostet das? Eine gut geplante Renovierung sorgt für schnelle Neuvermietung zu gutem Preis — eine übertriebene Renovierung vernichtet Rendite. Hier erkläre ich, wie du den richtigen Mittelweg findest.

Was ist Pflicht — was ist Kür?

Pflicht (nicht verhandelbar)

  • Sicherheitsmängel beheben (defekte Elektrik, Gasleitungen, BrandschutzPflicht jedes Vermieters – Rauchwarnmelder, Fluchtwege, Feuerlöscher in Gemeinschaftsflächen.Weiterlesen →)
  • Schimmelbeseitigung (sofern baulich bedingt)
  • Funktionsfähigkeit von Heizung, Wasser, Strom sicherstellen
  • Besenreine Übergabe an neuen Mieter

Sinnvoll für schnelle Neuvermietung

  • Frisch streichen in neutraler Farbe (Weiß, Grau)
  • Alte Teppiche entfernen (oft Ersatz durch Laminat/Vinyl sinnvoll)
  • Beschädigte Türklinken, Scharniere ersetzen
  • Sanitär-Dichtungen erneuern

Kann warten (auf nächste Renovierungsrunde)

  • Bad-Kompletterneuerung (wenn Bad noch funktional)
  • Neue MietrechtGesetzliche Regelungen für Mietverhältnisse in Deutschland – §§ 535-580a BGB.Weiterlesen → – bei Beschädigung haften Mieter, bei Alter Abzug für Verschleiß möglich.">EinbaukücheKüche im Mietrecht – bei Beschädigung haften Mieter, bei Alter Abzug für Verschleiß möglich.Weiterlesen → (wenn bestehende Küche funktioniert)
  • Neue Fenster (wenn keine Undichtigkeit)

Typische Renovierungskosten im Überblick

MaßnahmeKosten (60 m²)
Streichen (Malerbetrieb)1.500–3.000 €
Laminat legen (60 m²)2.500–4.500 €
Vinyl verlegen (60 m²)1.500–3.000 €
Bad renovieren (teilweise)2.000–6.000 €
Bad komplett erneuern8.000–20.000 €
Küche einbauen (günstig)3.000–6.000 €
Elektriker (kleine Mängel)300–800 €
Endreinigung professionell300–600 €

Eigenleistung: Wo es sich lohnt

Wenn du handwerklich begabt bist, kannst du bei Streichen und einfachen MietvertragRechtlicher Vertrag zwischen Vermieter und Mieter – Form, Inhalt und Klauseln sind entscheidend.Weiterlesen → auf Mieter übertragen werden.">SchönheitsreparaturenStreich- und Tapezierarbeiten – können per Mietvertrag auf Mieter übertragen werden.Weiterlesen → erheblich sparen. Aber: Deine Zeit hat einen Wert. Berechne ehrlich, ob 20 Stunden selbst streichen für 500 € gespartes Malergeld wirklich lohnt — oder ob du die Zeit besser investierst.

Steuerlich: Erhaltungsaufwand vs. Herstellungskosten

Wichtig für die Steuererklärung: Renovierungskosten nach einem Mieterwechsel sind grundsätzlich sofort als Werbungskosten (Erhaltungsaufwand) absetzbar. Ausnahme: Wenn die Maßnahmen die Wohnung wesentlich verbessern, können sie als Herstellungskosten (AfAAbsetzung für Abnutzung: 2% des Gebäudewerts jährlich steuerlich absetzbar – großer Steuervorteil.Weiterlesen → über viele Jahre) eingestuft werden.

Kritisch ist die "15%-Grenze": Übersteigen Renovierungskosten in den ersten 3 Jahren nach Kauf 15% des Gebäudewerts, werden sie als anschaffungsnahe Herstellungskosten behandelt (nur über AfA absetzbar). Lass das von deinem Steuerberater prüfen.

Zeitplanung: Wann renovieren?

Beginne die Renovierung sofort nach Auszug des alten Mieters — nicht danach, wenn der neue schon eingezogen ist. Jeder Tag LeerstandPeriode ohne Mieter – kostet Einnahmen, birgt Risiken, sollte schnell behoben werden.Weiterlesen → kostet Mieteinnahmen.

Typischer Zeitplan:

  • Tag 1–2: Endreinigung, Schadensprotokoll
  • Tag 3–5: Handwerker beauftragen und koordinieren
  • Woche 1–2: Malerarbeiten, Bodenarbeiten
  • Woche 2–3: Fotos, Inserat schalten
  • Woche 3–4: Besichtigungen, Mieter auswählen

Mit guter Vorbereitung ist die Wohnung nach 4–6 Wochen neu vermietet.

Renovierungskosten richtig kalkulieren: Der Investitionsrahmen für Vermieter

Bei der Kostenplanung unterscheiden Vermieter oft nicht zwischen Instandhaltung und ModernisierungBauliche Verbesserungen – 8% der Kosten p.a. auf Mieter umlegbar, mit 3-Monats-Ankündigung.Weiterlesen → — ein teurer Fehler. Nach § 556 Abs. 3 BGB darfst du Modernisierungskosten teilweise auf die Miete umlegen, nicht aber Instandhaltungskosten. Das bedeutet: Eine neue Heizung ist Modernisierung (ca. 5.000–8.000 Euro), das Reparieren der bestehenden Heizung ist Instandhaltung.

Folgende Budget-Orientierungswerte helfen bei der Planung:

  • Minimale Renovierung (Maklerstandard): 1.500–3.000 Euro — Wände streichen, Reinigung, kleine Reparaturen. Reicht für schnelle Neuvermietung in Städten mit hohem Mietdruck.
  • Moderate Renovierung (Smart Choice): 5.000–12.000 Euro — Zusätzlich neue Bodenbeläge in Küche/Bad, Tapeten entfernen, Sanitär-Updates. Diese Stufe maximiert meist Rendite.
  • Umfassende Renovierung (über 15.000 Euro): Nur sinnvoll bei Kaufobjekten mit Wertsteigerungszielen oder wenn Leerstand droht. Für reine Vermietungs-Rendite oft unrentabel.

Praktischer Tipp: Kalkuliere nicht mit Pauschalpreisen. Lass drei Handwerker vor Ort kalkulieren — die Spannbreiten sind enorm. Eine neue Küchenzeile kostet in Brandenburg 2.000 Euro, in München 4.500 Euro.

Typische Renovierungsfehler: Was Vermieter zu oft uebersehen

Viele Vermieter konzentrieren sich auf sichtbare Mängel und uebersehen teure Folgeschäden. Die häufigsten Fehler:

  • Schimmelflecken uebertünchen statt ursächlich zu beheben: Oberflächliches Streichen führt garantiert zur Rückkehr des Schimmels. Fachgerechte Beseitigung kostet 1.500–5.000 Euro, ist aber rechtlich bindend und schützt dich vor Mietminderungen (bis 20% nach Rechtsprechung).
  • Abgelöste Tapeten und Wandrisse ignorieren: Diese Kleinigkeiten signalisieren Nachlässigkeit und rechtfertigen Mietminderungen. 500 Euro Investition spart dir später 2.000 Euro Mietausfallrisiko.
  • Fenster putzen vergessen: Klingt banal, aber schmutzige Fenster reduzieren die Vermietungsquote messbar. Ein Fensterputzer kostet 150–300 Euro und verbessert die Neuvermietungschancen um 15–20%.
  • Alte Teppiche behalten: Abgetragener Teppichboden hat Geruchsmemory und ist das erste, das neue Mieter austauschen. Vinylboden oder Laminat für 1.500–3.000 Euro ist eine bessere Investition.

Verhandlung mit Handwerkern: So sparst du 10-20 Prozent

Nach einem Mieterwechsel sind Handwerker ausgelastet — das ist deine Verhandlungsposition. So erhältst du bessere Konditionen: