Mietschulden sind das größte finanzielle Risiko für Vermieter. Eine MietausfallversicherungVersicherung gegen Mietausfall – springt ein wenn Mieter nicht zahlt oder Wohnung unbewohnbar.Weiterlesen → verspricht Absicherung – aber lohnt sie sich wirklich? Hier ein ehrlicher Blick auf Leistungen, Kosten und Alternativen.
Was leistet eine Mietausfallversicherung?
Eine gute Mietausfallversicherung zahlt:
- Ausstehende Mieten ab einer bestimmten Anzahl unbezahlter Mieten (meist nach 1–3 Monaten)
- Kosten der Räumungsklage
- Anwaltskosten bei Mietstreitigkeiten
- Schäden durch Mieter (je nach Tarif)
Was kostet sie?
Typische Jahreskosten: 2–4 % der Jahreskaltmiete. Bei 800 € KaltmieteGrundmiete ohne Betriebskosten – wird für Mietpreisbremse und Mieterhöhung zugrunde gelegt.Weiterlesen → (9.600 €/Jahr) kostet die Versicherung ca. 200–400 €/Jahr. Das ist überschaubar – aber nicht nichts.
Was leistet sie NICHT?
Viele Policen haben erhebliche Einschränkungen:
- Selbstbeteiligung (oft 1–2 Monatsmieten)
- Wartezeit nach Vertragsschluss (oft 3–6 Monate)
- Nur bei Neuverträgen oder nach Mieterprüfung
- Nicht bei bereits bekannten Zahlungsproblemen
- Schadenshöhe oft auf 6–12 Monatsmieten begrenzt
Alternativen zur Mietausfallversicherung
Sorgfältige Mieterauswahl: Schufa-Auskunft, SelbstauskunftFormular zur Mieterprüfung mit Einkommens- und Bonitätsangaben – rechtlich klar begrenzt.Weiterlesen →, MietschuldenfreiheitsbescheinigungDokument des Vorvermieters das bestätigt, dass der Mieter keine Schulden hatte.Weiterlesen →. Das reduziert das Risiko erheblich.
Rechtsschutzversicherung mit MietrechtGesetzliche Regelungen für Mietverhältnisse in Deutschland – §§ 535-580a BGB.Weiterlesen →-Modul: Übernimmt Rechtskosten (Anwalt, Gericht) bei Streitigkeiten – günstiger als spezielle Mietausfallversicherung.
Solide Rücklage: 3–6 Monatsmieten als Reserve – das reicht für die meisten Fälle.
Wann lohnt sich eine Mietausfallversicherung?
Lohnt sich besonders wenn:
- Du mehrere Wohnungen hast und das Klumpenrisiko absichern willst
- Du finanziell eng kalkulierst und 2–3 Monate Mietausfall in Probleme brächten
- Du in einer Gegend mit schwierigem Mietermix vermietest
Fazit
Für die meisten Vermieter ist eine Kombination aus sorgfältiger Mieterauswahl + Rechtsschutzversicherung günstiger und effektiver. Spezielle Mietausfallversicherungen lohnen sich ab ca. 5+ Wohnungen. Mehr: Mietschulden – was tun? | Risikoarme Mieterauswahl
Wann die Versicherung NICHT zahlt: Die haeufigsten Ablehnungsgruende
Viele Vermieter erleben eine bittere Ueberraschung, wenn sie einen Schadensfall melden: Die Versicherung lehnt ab. Die Gruende sind oft verblüffend banal und haetten vermieden werden können.
Ein klassischer Fall: Der Mieter zahlt nicht mehr, aber der Vermieter hat versaeumt, eine formale Zahlungsaufforderung zu verschicken. Manche Policen verlangen explizit, dass vor Versicherungsfall mindestens eine schriftliche Mahnung (gemäss § 286 BGB) erfolgt sein muss. Auch die fehlende oder unvollständige Bonitaetsprüfung vor Mietvertragsbeginn führt häufig zur Leistungsverweigerung – selbst wenn Sie die Versicherung später abschlossen.
Weitere häufige Ablehnungsgründe:
- Zahlungsrückstaende schon bei Versicherungsabschluss: Viele Versicherer leisten nicht für bereits bestehende Schulden
- Formale Maengel bei der Anzeige: Verzögerte oder unvollständige Mitteilung des Schadenfalls
- Verwandte oder bekannte Personen als Mieter: Einige Tarife schliessen diese explizit aus
- Gewerberaeume statt Wohnraeume: Standard-Wohngebaeudepolicen zahlen hier oft nicht
Fazit: Lesen Sie vor Abschluss die Ausschlusskriterien sehr genau. Fragen Sie beim Versicherer konkret nach Ihrem geplanten Mietverhaeltnis nach.
Kostenrechnung: Versicherungsprämie vs. echtes Risiko
Eine typische Mietausfallversicherung kostet zwischen 2,5 und 5 Prozent der Jahresmiete – bei einer 100-Quadratmeter-Wohnung in Deutschland also rund 30 bis 50 Euro monatlich. Ueber 10 Jahre sind das 3.600 bis 6.000 Euro Versicherungskosten.
Die unangenehme Wahrheit: Statistisch bleibt etwa jeder zehnte bis zwanzigste Vermieter im Laufe seines Vermietungslebens von einem ernsthaften Mietausfall betroffen. Das bedeutet, dass Sie die Versicherung jahrzehntelang zahlen, ohne sie je zu nutzen – und dann möglicherweise trotzdem Leistung verweigert wird.
Die alternative Rechnung: Legen Sie die potenzielle Versicherungsprämie monatlich zur Seite. Nach 5 Jahren haben Sie 1.500 bis 3.000 Euro in einer „Mietausfallruecklage" angespart. Bei vielen Vermietern mit nur ein oder zwei Objekten reicht diese Ruecklage aus, um einen Mietausfall selbst zu tragen – und Sie geben den Versicherer nicht davon ab, wann er zahlt.
Sinnvolle Alternativen und Kombinationsstrategien
Statt blauäugig eine Versicherung zu kaufen, sollten Vermieter ein mehrschichtiges Sicherungssystem aufbauen:
- Bonitaetsprüfung ist Pflicht: § 558a BGB erlaubt dem Vermieter, vom Mieter eine aktuelle Bonitaetsauskunft zu verlangen. Das filtered schon 80 Prozent der problematischen Mieter aus
- Kaution plus Kautionssparbuch: Die gesetzliche Kaution gemäss § 551 BGB (bis 3 Monatsmieten) ist Ihre erste Sicherheit – nutzen Sie sie!
- Buergschaft durch den Arbeitgeber: Bei unsicheren Mietsituationen können Sie eine schriftliche Bürschaftserklärung des Arbeitgebers verlangen
- Versicherung nur für Hochrisiko-Profile: Wer berufsgruppen mit hohem Risiko vermietet (
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