Ratgeber

Versicherungen für Vermieter: Was du brauchst und was nicht

Versicherungen als Vermieter: Einige sind unverzichtbar, manche sinnvoll, andere reine Geldverschwendung. Hier kommt der Überblick.

Pflicht-Versicherungen (praktisch unverzichtbar)

Gebäudeversicherung

Die Gebäudeversicherung deckt Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Bei Eigentumswohnungen schließt die ETWEigentumswohnung – häufigste Form der Kapitalanlage-Immobilie für Privatanleger.Weiterlesen →, mehr Verwaltungsaufwand.">MehrfamilienhausGebäude mit mehreren Wohneinheiten – bessere Renditen als ETW, mehr Verwaltungsaufwand.Weiterlesen →.">WEGWohnungseigentümergemeinschaft – Gemeinschaft aller Eigentümer in einem Mehrfamilienhaus.Weiterlesen → die Versicherung für das Gesamtgebäude ab – du zahlst über das HausgeldMonatliche Zahlung an die WEG-Verwaltung – enthält Rücklagen, Betriebskosten und Verwaltungshonorar.Weiterlesen →. Bei eigenem Gebäude: selbst abschließen. Kosten: 200–600 €/Jahr für ein Einfamilienhaus.

Grundbesitzerhaftpflicht

Wenn ein Briefträger auf dem nicht geräumten Gehweg ausrutscht und sich verletzt: Das ist deine Haftung als Grundstückseigentümer. Die Grundbesitzerhaftpflicht übernimmt solche Schäden. Kosten: 50–150 €/Jahr. Absolutes Muss.

Sehr empfehlenswerte Versicherungen

Rechtsschutzversicherung mit Vermietermodul

Mietstreitigkeiten können teuer werden. Anwalt und Gericht für eine RäumungsklageGerichtliches Verfahren um Mieter zur Herausgabe der Wohnung zu zwingen – dauert 6-18 Monate.Weiterlesen →: 2.000–5.000 €. Die Rechtsschutzversicherung übernimmt das. Kosten: 150–300 €/Jahr. Dringend empfohlen.

Mietausfallversicherung

Sichert ausgefallene Mieten ab – wenn der Mieter nicht zahlt oder die Wohnung durch einen versicherten Schaden unbewohnbar ist. Mehr: Mietausfallversicherung – lohnt sie sich?

Oft unnötige Versicherungen

Elementarschadenversicherung

Je nach Lage sinnvoll (Überschwemmungsgebiete) oder unnötig (trockene Hochlagen). Prüfe deine spezifische Risikolage.

Glas-Zusatzversicherung

Nur sinnvoll bei Gebäuden mit großen Glasflächen (Wintergarten, große Panoramafenster). Für normale Wohnungen oft überteuert.

Was zahlt der Mieter?

Gebäudeversicherung und Grundbesitzerhaftpflicht: umlagefähige BetrKVBetriebskostenverordnung – gesetzliche Liste der umlagefähigen Nebenkosten.Weiterlesen →.">BetriebskostenLaufende Kosten des Gebäudes die auf Mieter umgelegt werden dürfen – geregelt in der BetrKV.Weiterlesen → – du kannst sie auf den Mieter umlegen. Rechtsschutz und MietausfallversicherungVersicherung gegen Mietausfall – springt ein wenn Mieter nicht zahlt oder Wohnung unbewohnbar.Weiterlesen →: nicht umlagefähig, deine eigenen Kosten.

Checkliste Vermieter-Versicherungen

  • Gebäudeversicherung (oder WEG-Versicherung prüfen)
  • Grundbesitzerhaftpflicht
  • Rechtsschutz mit Mietrecht
  • Ggf. Mietausfallversicherung

Mehr: Vermieter-Pflichten im Überblick

Haftpflichtversicherung: Der unterschaetzte Klassiker bei Mieter-Konflikten

Die Vermieterhaftpflicht ist der blindfleck vieler Hauseigentuemer. Sie greift dort, wo die Gebaeudeversicherung endet: bei Personenschaeden und Sachschaeden, die du als Vermieter zu verantworten hast. Ein klassisches Szenario: Der Mieter in der Wohnung darunter wird durch einen Wasserschaden (ausgeloest durch mangelnde Instandhaltung deinerseits) verletzt. Oder die Hausfassade bricht ab und trifft einen Fussgaenger. Nach § 823 BGB haftst du unbegrenzt. Die Versicherung kostet 80–150 Euro pro Jahr – eine Insurance, die sich bezahlt macht. Wichtig: Stelle sicher, dass auch Schaeden durch Mieter, Handwerker und Besucher abgedeckt sind. Manche Policen schliessen Erdbeben und Kernenergie aus – pruefe die Ausschlussklauseln genau.

Rechtsschutzversicherung für Vermieter: Wann lohnt sich der Rechtsstreit wirklich

Mieterstreitigkeiten landen schnell vor Gericht. Eine Raeumungsklage kostet 1.000–3.000 Euro, ohne Erfolgsgarantie. Eine Rechtsschutzversicherung für Vermieter deckt Gerichtskosten und Anwaltshonorar ab – kostet aber 200–400 Euro jährlich. Sinnvoll ist sie vor allem, wenn du mehrere Immobilien vermietest oder in strukturschwachen Regionen mit hoherem Ausfallrisiko. Achte auf diese Punkte: Der Versicherer sollte Mietrechtsstreitigkeiten explizit abdecken (nicht alle tun das). Es braucht eine moeglichst niedrige Selbstbeteiligung (50–100 Euro). Und wichtig: Viele Policen zahlen nur, wenn du den Rechtsstreit „verursacht" hast – eine Raeumungsklage zaehlt oft nicht dazu. Verhandeln beim Versicherer bringt hier oft bessere Bedingungen.

Mietausfallversicherung: Teuer und oft ueberfluessig

Die Mietausfallversicherung verspricht: Falls der Mieter nicht zahlt, übernimmt die Versicherung die Miete. Klingt verlockend, ist aber ein Verlustgeschaeft. Kostet 5–10 Prozent der Jahresmiete, deckt aber oft nur 3–6 Monate ab und zahlt erst nach langem Verfahren. Ein Beispiel: Bei einer 900-Euro-Wohnung zahlst du 45–90 Euro monatlich Praemie. Die Versicherung zahlt maximal 5.400 Euro – bei Zahlungsausfaellen brauchst du aber oft 12+ Monate, bis eine Raeumungsklage durch ist. Besser: Sichere dich durch gruendliche Mieterauswaehlung ab (§ 573 BGB erlaubt dir, potenziell unsichere Mieter abzulehnen). Verlange Mietsicherheiten und SelbstauskunftFormular zur Mieterprüfung mit Einkommens- und Bonitätsangaben – rechtlich klar begrenzt.Weiterlesen →. Führe eine Schufa-Abfrage durch. Das kostet 20–50 Euro einmalig und gibt dir mehr Klarheit als eine teure Versicherung. Die meisten Vermieter zahlen jahrelang Praemien ohne jemals einen Schadensfall zu haben.

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