Universitätsstädte sind Vermietermagnete: Hohe Nachfrage, schnelle Weitervermietung, überdurchschnittliche Quadratmeterpreise. Doch Studenten als Mieter haben besondere Eigenschaften – diese musst du kennen.
Warum Studentenwohnungen attraktiv sind
- Hohe Fluktuation = regelmäßige Möglichkeit zur Mietanpassung
- Kaltmiete je m² oft 15–20 % über dem lokalen Schnitt
- Geringe Leerstandszeit (bei Uni-Nähe oft unter 2 Wochen)
- Elternbürgschaft als Sicherheit möglich und üblich
Risiken realistisch einschätzen
- Höhere Abnutzung (WGs, Partys, unregelmäßige Lebensführung)
- Zahlungsschwankungen bei Studierenden ohne Nebenjob
- Kürzere Mietdauer → höhere Verwaltungskosten
- Potenzielle Lärmprobleme (Mitbewohner in anderen Einheiten)
Absicherung als Vermieter: Die wichtigsten Maßnahmen
- Elternbürgschaft: Eltern bürgen für die gesamte Mietlaufzeit – unbeschränkt und selbstschuldnerisch
- Kaution: Volle 3 Kaltmieten verlangen und auf Treuhandkonto anlegen (Kaution richtig anlegen)
- Selbstauskunft und SCHUFADeutsche Wirtschaftsauskunftei – SCHUFA-Selbstauskunft zeigt Bonität und Negativmerkmale des Mieters.Weiterlesen →: Immer, auch von Elternbürgen (Vorlage Selbstauskunft)
- Sorgfältiges ÜbergabeprotokollDokumentation des Wohnungszustands bei Ein- und Auszug – Pflicht für spätere Schadensansprüche.Weiterlesen →: Fotos, Zustandsdokumentation bei Einzug (Übergabeprotokoll)
WG-Vermietung: Einzelpersonen oder Gesamtmieter?
Bei WGs gibt es zwei Modelle:
- Hauptmieter-Modell: Ein Student schließt Vertrag, untervermietet an Mitbewohner → Du hast nur einen Ansprechpartner, aber kein Mitspracherecht bei Untermieter-Auswahl
- Gesamtschuldner-Modell: Alle WGWohngemeinschaft – einzelne Zimmer an mehrere Mieter vermieten, höhere Gesamtmiete möglich.Weiterlesen →-Mitglieder stehen im MietvertragRechtlicher Vertrag zwischen Vermieter und Mieter – Form, Inhalt und Klauseln sind entscheidend.Weiterlesen → → Gesamtschuldnerische Haftung aller, aber schwierigerer Wechsel einzelner Bewohner
Ausstattung: Was Studenten wirklich wollen
- Schnelles WLAN (> 100 Mbit/s) als Pflicht – keine Kompromisse
- Waschmaschinenanschluss oder Gemeinschaftswaschküche
- Fahrrad-Abstellmöglichkeit (gesichert)
- Ausreichend Steckdosen (Laptop, Monitor, Spielkonsole)
- Möblierung optional – erhöht Vermietbarkeit deutlich
Weitere Tipps zur Mieterauswahl: Mieter suchen – worauf achten?
Risiken realistisch einschaetzen: Das unterschaetzen viele Vermieter
Die Vorstellung der idealen Studentenmiete ist verlockend – aber die Realitaet sieht oft anders aus. Studentische Mieter haben typischerweise kein Einkommen, sondern beziehen BAföG, Kindergeld oder finanzielle Unterstuetzung durch Eltern. Das macht eine klassische Kreditwuerdigkeitspruefung unmoeglich. Die Elternbuergschaft ist daher nicht optional, sondern essentiell – allerdings musste diese seit 2015 (BGH-Urteil) explizit schriftlich und mit voller Haeftung erfolgen, um vor Gericht Bestand zu haben.
Ein oft uebersehenes Risiko ist die typischerweise kurze Mietdauer. Waehrend regulaere Mieter 3–5 Jahre bleiben, studieren viele nur 6–8 Semester im selben Ort. Das bedeutet: haeufigere ProvisionMaklerprovision bei Vermietung – seit 2015 zahlt derjenige der den Makler beauftragt.Weiterlesen → max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.">MaklerImmobilienmakler vermittelt Mieter oder Käufer – Provision max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.Weiterlesen →- oder Anzeigenkosten, mehr Renovierungszyklen, erhoehter Verschleiß durch staendige Umzuege von WG-Partnern. Rechne bei Studentenwohnungen mit 20–30% hoeheren Turnoververwaltungskosten als bei vergleichbaren Normalmieten.
Schaeden sind ein drittes Stichwort. Studentische Wohnungen werden statistisch haefiger Schauplatz von Partys und Feierlichkeiten. Kaputte Tuerklinken, Wandloecher und Teppichflaecken sind standard – das ist keine Bosheit, sondern Demografie. Vereinbare ausfuehrliche Uebergabeprotokolle mit Fotos (§ 550a BGB), um spaetere Streitigkeiten ueber die BetrKVBetriebskostenverordnung – gesetzliche Liste der umlagefähigen Nebenkosten.Weiterlesen →.">BetriebskostenLaufende Kosten des Gebäudes die auf Mieter umgelegt werden dürfen – geregelt in der BetrKV.Weiterlesen → – Frist: 12 Monate nach Abrechnungszeitraum.">NebenkostenabrechnungJährliche Abrechnung der umlagefähigen Betriebskosten – Frist: 12 Monate nach Abrechnungszeitraum.Weiterlesen → zu vermeiden.
Mietpreis-Strategien für Studentenwohnungen: Regional kalkulieren
Die 15–20% Aufschlag-Regel ist ein Richtwert, aber keine Anleitung. In Muenchen, Berlin oder Tuebingen darfst du deutlich aggressive kalkulieren. In kleineren Uni-Staedten wie Marburg oder Bamberg ist die Konkurrenz unter Vermietern intensiver.
Ein praktischer Tipp: Vermiete moebiliert oder teilmoebiliert. Das rechtfertigt einen 10–15% Mietaufschlag, reduziert aber gleichzeitig Ausfallkosten bei Auszug (kaputte Lampen, fehlende Gardinen). Nach § 559 BGB darfst du Modernisierungsumlage auf Studenten abwaelzen, aber nur wenn es um tatsaechliche Wertverbesserung geht – nicht um Verschleißersatz.
Wichtig: Nebenkosten kalkulieren. Studenten leben oft zu mehreren in kleineren Flaechen, nutzen Heizung und Wasser intensiv, aber zahlen weniger als Erwerbstaetige. Verstaerke deine Nebenkostenreserve um 15–20% gegenueber dem lokalen Durchschnitt.
Vertraege und Sicherheiten: So schuetzt du dich rechtlich
Die schriftliche Elternbuergschaft ist nicht optional – sie ist deine Hauptsicherheit. Sie muss folgende Anforderungen erfuellen:
- Ausdrucklich als Buergschaft auf Verlangen formuliert (nicht: einfache Haftung)
- Von Eltern oder Erziehungsberechtigten unterzeichnet
- Unbegrenzte Haftungsdauer – mindestens bis 3 Monate nach Mietende
- Ausdrucklich im Mietvertrag namentlich genannt
Kaution: Die gesetzliche Hoechstgrenze liegt bei 3 Monatsmieten (§ 551 BGB). Bei studentischen Mietern mit Elternbuergschaft ist 2 Monatsmieten Standard und oft ausreichend. Lege die Kaution auf einem separaten Sparkonto an – bei Vermieterverfehlungen (