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Umbuchung und Storno auf Airbnb: Was du als Host wissen musst

Stornierungen sind das ärgerlichste Ereignis für Ferienwohnungsvermieter: Der Kalender ist blockiert, andere Buchungen wurden abgelehnt, und am Ende bekommst du gar nichts oder nur einen Teil. Mit der richtigen Stornierungspolitik minimierst du das Risiko.

Airbnbs Stornierungsrichtlinien im Überblick

RichtlinieFür GästeSchutz für Host
FlexibelBis 24h vor Einzug kostenlosGering
ModeratBis 5 Tage vor Einzug kostenlosMittel
Streng50 % Erstattung bis 7 Tage vorherHoch
Sehr streng (60 Tage)50 % Erstattung bis 60 Tage vorherSehr hoch
Nicht erstattungsfähigKeine Erstattung nach BuchungMaximal

Welche Stornierungsrichtlinie für welchen Vermieter?

  • Flexibel: Nur für Einsteiger, die wenig Anfragen haben und Sichtbarkeit erhöhen wollen
  • Moderat: Guter Kompromiss – empfohlen für die meisten Vermieter
  • Streng: Für Hochsaisonbuchungen und Lagen mit hoher Nachfrage
  • Sehr streng: Für Premium-Objekte oder seltene Ferientermine

Umbuchung: Was du als Host wissen musst

Gäste können eine Änderungsanfrage schicken (andere Daten, mehr Gäste, längerer Aufenthalt). Als Host kannst du:

  • Ablehnen → Booking bleibt unverändert
  • Annehmen → Preis wird automatisch angepasst
  • Gegenangebot machen

Wichtig: Umbuchungsanfragen immer über AirbnbWeltweit größte Plattform für Kurzzeitvermietung – Superhost-Status bringt mehr Buchungen.Weiterlesen →-System abwickeln, nie außerhalb.

Wenn du als Host stornierst

  • Jede vom Host initiierte Stornierung wirkt sich auf deinen SuperhostAirbnb-Qualitätssiegel: mind. 4,8 Sterne, 10 Trips, 90% Antwortrate, <1% Stornierungen.Weiterlesen →-Status aus
  • Strafe: Kalenderblockierung für die betroffenen Tage (Airbnb verhindert neue Buchungen)
  • Bewertungsminderung: Automatisch schlechte Platzierung nach Storno
  • Ausnahmen: "Außergewöhnliche Umstände" (Naturkatastrophe, Krankheit, Gebäudeschäden) → Airbnb prüft und entscheidet

No-Show-Situationen

Wenn ein Gast nicht erscheint ohne zu stornieren, gilt die ursprüngliche Buchung. Du behältst die Zahlung gemäß deiner Stornierungsrichtlinie. Aber: Keine Buchung ohne Check-in-Bestätigung – halte Kommunikation offen.

Checkliste: Stornierungsmanagement

  • ☑ Stornierungsrichtlinie bewusst wählen (nicht einfach Standard lassen)
  • ☑ Stornierungsrichtlinie im Inserat klar kommunizieren
  • ☑ Bei Stornierung sofort Kalender für Neubuchungen öffnen
  • ☑ Preiserhöhung bei Resale von stornierten Terminen (Nachfragemechanismus nutzen)

Mehr: Preisgestaltung optimieren | Skalieren auf mehrere Einheiten

Umbuchungen bei Airbnb: Kosten und Kulanzregeln für Vermieter

Während Stornierungen meist Verluste bedeuten, sind Umbuchungen oft die bessere Alternative – sowohl für Gäste als auch für dich als Host. Bei einer Umbuchung behält der Gast seine Buchung, verschiebt sie aber auf einen anderen Termin. Airbnb erlaubt Gästen, kostenlos umzubuchen, wenn die neue Buchung denselben Preis oder günstiger ist. Bei höheren Preisen zahlt der Gast die Differenz.

Für dich als Vermieter bedeutet das: Du behältst die ProvisionMaklerprovision bei Vermietung – seit 2015 zahlt derjenige der den Makler beauftragt.Weiterlesen → und die Buchung bleibt in deinem Kalender – allerdings mit geändertem Datum. Das Problem: Viele Gäste versuchen, Umbuchungen als Stornierung zu nutzen und buchen einen billigeren Termin, um dann einfach nicht zu erscheinen. Das ist zwar technisch möglich, aber wenig gästefreundlich.

Der wichtigste Praxis-Tipp: Reagiere auf Umbuchungsanfragen schnell. Wenn du sie innerhalb von 24 Stunden genehmigst, können Konflikte mit anderen bereits gebuchten Daten vermieden werden. Überprüfe immer, ob der neue Termin in deinem Kalender verfügbar ist – doppelt gebuchte Nächte führen zu Konflikten mit bereits konfirmierten Reservierungen.

Gewerbliche Ferienvermietung: Stornierungsrecht nach deutschem BGB

Viele Vermieter vergessen, dass die Airbnb-Regelungen nur ein Anfang sind. Nach deutschem Recht – speziell § 312 BGB (Fernabsatzverträge) – haben Privatpersonen und teilweise auch Geschäftskunden Widerrufsrechte. Wenn deine Ferienwohnung als Geschäftsbetrieb angemeldet ist, gelten strengere Regeln.

Konkret: Bucht ein Gast über Airbnb ab, muss die Plattform nach deutschem Recht klare Informationen zum Widerrufsrecht geben. Ein typischer Fehler von Hosts ist, eigene Stornierungsbedingungen zu setzen, die strenger sind als Airbnbs Richtlinien UND das BGB erlaubt. Das führt zu Zahlungsansprüchen durch Gäste.

Konkrete Beispiel aus der Praxis: Du stellst eine „Stornierung ab 30 Tage vor Anreise: 0 % Rückerstattung" ein. Ein Gast storniert 45 Tage vorher. Nach BGB hätte er bei Fernabsatz teilweise Anspruch auf Rückerstattung, unabhängig von deiner Airbnb-Richtlinie. Airbnb zahlt dann möglicherweise mehr aus, als du erwartet hast.

Lösung: Nutze Airbnbs strengste Richtlinien (z. B. „Sehr streng: 50 % bis 7 Tage"), aber dokumentiere intern deine wirtschaftlichen Gründe. Das schützt dich bei Streitigkeiten.

Strategische Pufferung und Preisgestaltung gegen Stornorisiken

Die sicherste Methode gegen Stornierungsverluste ist nicht, die Richtlinie zu verschärfen – sondern intelligent zu kalkulieren. Viele erfolgreiche Hosts arbeiten mit einem Preispuffer von 15–25 %, um Stornoausfälle auszugleichen.

Beispiel: Statt 100 Euro pro Nacht zu verlangen und damit bei 20 % Stornoquote (Branchendurchschnitt) 80 Euro netto zu erhalten, setzt du 110–115 Euro an. So bleibt dir nach Stornierungen ein wirtschaftliches Polster.

Ein weiterer Trick: Aktiviere Airbnbs „Bestätigungspflicht". Neue oder Gäste mit wenigen Bewertungen müssen ihre Buchung kurz vor Anreise bestätigen. Das filtert viele unseriöse Buchungen aus, bevor sie storniert werden.

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