Steuern für Vermieter

Vermietung und Steuern: Alle Grundlagen für Vermieter einfach erklärt

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Dieser Artikel stellt keine steuerliche Beratung dar. Für deine individuelle Steuersituation wende dich an einen Steuerberater oder das zuständige Finanzamt.

Vermietung und Steuern: Grundlagen für Vermieter

Als Vermieter erzielst du Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG). Diese unterliegen der Einkommensteuer — aber gleichzeitig gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die steuerliche Belastung erheblich zu reduzieren. Wer die Grundlagen kennt, zahlt deutlich weniger Steuern.

Was muss versteuert werden?

Zu den steuerpflichtigen Einnahmen gehören:

  • Kaltmiete (die im MietvertragRechtlicher Vertrag zwischen Vermieter und Mieter – Form, Inhalt und Klauseln sind entscheidend.Weiterlesen → vereinbarte Grundmiete)
  • Nebenkostenvorauszahlungen (soweit nicht tatsächlich für NK ausgegeben)
  • Mietzuschläge (für Möblierung, Stellplatz, Garage wenn separat vereinbart)
  • Abstandszahlungen vom Mieter

Was nicht zu den Einnahmen zählt: durchgeleitete BetrKVBetriebskostenverordnung – gesetzliche Liste der umlagefähigen Nebenkosten.Weiterlesen →.">BetriebskostenLaufende Kosten des Gebäudes die auf Mieter umgelegt werden dürfen – geregelt in der BetrKV.Weiterlesen → die an Versorger weitergegeben werden (Netto-Nebenkosten).

Die wichtigsten Werbungskosten

Vom Mieteinnahmen können folgende Kosten vollständig abgezogen werden:

Abschreibung (AfAAbsetzung für Abnutzung: 2% des Gebäudewerts jährlich steuerlich absetzbar – großer Steuervorteil.Weiterlesen →) — größter Posten

Gebäude werden steuerlich über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben:

  • Gebäude nach 1925: 2% p.a. (Nutzungsdauer 50 Jahre)
  • Gebäude vor 1925: 2,5% p.a. (Nutzungsdauer 40 Jahre)
  • Nur der Gebäudeanteil, nicht das Grundstück!

Beispiel: Wohnung Kaufpreis 300.000 Euro, Gebäudeanteil 70% = 210.000 Euro × 2% = 4.200 Euro/Jahr AbschreibungSteuerliche AfA auf Gebäudewert – 2% p.a. bei normalen Wohngebäuden über 50 Jahre.Weiterlesen →.

Schuldzinsen

Zinsen für Finanzierungskredite sind vollständig absetzbar. Bei typischen Immobilienkrediten macht dies in den ersten Jahren den größten Teil der Werbungskosten aus.

Weitere absetzbare Kosten

KostenpositionAbsetzbarkeit
Grundsteuer100%
Gebäudeversicherung100%
Haftpflichtversicherung Haus100%
Instandhaltungskosten/Reparaturen100%
Hausverwaltungskosten100%
Maklercourtage (Vermietung)100%
Rechtsberatung und Gerichtskosten100%
Fahrtkosten zur Immobilie0,30 €/km (Entfernungspauschale)
Arbeitsmittel (PC anteilig)Anteilig wenn verwaltungsbezogen
Steuerberatungskosten100% (soweit Vermietung betreffend)

Das Steuerprinzip in der Praxis

In der Anfangsphase einer Immobilienvermietung übersteigen oft die Werbungskosten die Einnahmen — es entsteht ein steuerlicher Verlust. Dieser Verlust kann mit anderen Einkünften (z.B. Arbeitslohn) verrechnet werden und senkt so die gesamte Steuerlast.

Beispielrechnung Jahr 1:

  • Mieteinnahmen: 12.000 Euro/Jahr
  • Schuldzinsen: -8.000 Euro
  • AfA: -4.200 Euro
  • Nebenkosten absetzbar: -1.500 Euro
  • Vermieterüberschuss/-verlust: -1.700 Euro
  • Steuerersparnis (42% Steuersatz): ca. 714 Euro

Steuerfreier Verkauf: Die 10-Jahres-Regel

Wenn du die Immobilie mehr als 10 Jahre nach dem Kauf verkaufst, ist der Gewinn vollständig steuerfrei (private Veräußerungsgeschäfte § 23 EStG). Das macht langfristiges Halten steuerlich attraktiv.

Ausnahme: Wenn du die Immobilie in den letzten 2 Jahren selbst bewohnt hast, ist der Verkauf auch innerhalb von 10 Jahren steuerfrei.

Umsatzsteuer: In der Regel nicht relevant

Private Vermietung von Wohnraum ist nach § 4 Nr. 12 UStG umsatzsteuerfrei — du musst keine Mehrwertsteuer abführen und darfst auch keine Vorsteuer geltend machen. Ausnahme: Vermietung an Gewerbetreibende, die sich die USt anrechnen lassen wollen (Option zur Steuerpflicht möglich).

Tipps für die Steuererklärung

  • Anlage V in der Einkommensteuererklärung ausfüllen
  • Alle Belege sammeln und mindestens 10 Jahre aufbewahren
  • Kaufvertrag, Grundbuchauszug und Finanzierungsunterlagen parat haben
  • Kaufnebenkosten (NotarPflicht beim Immobilienkauf – beurkundet den Kaufvertrag, kostet ca. 1,5% des Kaufpreises.Weiterlesen →, GrunderwerbsteuerSteuer beim Immobilienkauf: 3,5-6,5% je nach Bundesland – wichtiger Kostenfaktor.Weiterlesen →, ProvisionMaklerprovision bei Vermietung – seit 2015 zahlt derjenige der den Makler beauftragt.Weiterlesen → max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.">MaklerImmobilienmakler vermittelt Mieter oder Käufer – Provision max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.Weiterlesen →) erhöhen die Abschreibungsbasis
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