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Gebäudeversicherung als Vermieter: Was ist Pflicht, was ist sinnvoll?

Als Vermieter trägst du Risiken — Feuer, Wasserschäden, Sturm, Haftpflicht. Die richtigen Versicherungen schützen dein Vermögen. Hier erkläre ich, was du brauchst und was du weglassen kannst.

Ist die Gebäudeversicherung Pflicht?

Gesetzlich vorgeschrieben ist die Gebäudeversicherung in Deutschland nicht — mit einer Ausnahme: Wenn du die Immobilie mit einem Kredit finanziert hast, fordert die Bank in der Regel eine Gebäudeversicherung als Bedingung für das Darlehen.

Faktisch ist sie aber unverzichtbar. Ein Hausbrand ohne Versicherung kann dich in den finanziellen Ruin treiben.

Was deckt die WohngebäudeversicherungPflichtversicherung für Vermieter – schützt das Gebäude vor Feuer, Wasser, Sturm und Hagel.Weiterlesen → ab?

Die Standard-Wohngebäudeversicherung deckt:

  • Feuer: Brand, Blitzschlag, Explosion, Überspannung
  • Leitungswasser: Rohrbruch, Frost, Nässeschäden durch Leitungen
  • Sturm und Hagel: Windschäden ab Windstärke 8

Optional erweiterbar um:

  • Elementarschäden (Überschwemmung, Erdbeben, Erdrutsch) — seit 2021 immer wichtiger
  • Glasbruch
  • Diebstahl von Gebäudebestandteilen

Was kostet die Gebäudeversicherung?

Die Kosten hängen ab von:

  • Wohnfläche und Gebäudetyp
  • Baujahr und Bauweise
  • Lage (Risikozone für Elementarschäden)
  • Vereinbartem Selbstbehalt

Typische Kosten für eine Eigentumswohnung (60 m²): 100–200 €/Jahr. Für ein ETWEigentumswohnung – häufigste Form der Kapitalanlage-Immobilie für Privatanleger.Weiterlesen →, mehr Verwaltungsaufwand.">MehrfamilienhausGebäude mit mehreren Wohneinheiten – bessere Renditen als ETW, mehr Verwaltungsaufwand.Weiterlesen → (5 Wohnungen, 400 m²): 400–1.000 €/Jahr.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht: Fast genauso wichtig

Als Vermieter bist du für die Verkehrssicherheit auf deinem Grundstück verantwortlich. Rutscht jemand auf deinem Gehweg aus — haftest du. Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht übernimmt Personenschäden und Sachschäden, die durch dein Grundstück entstehen.

Kosten: ca. 50–150 €/Jahr. Absolut empfehlenswert, da Personenschäden in die Millionen gehen können.

Mietausfallversicherung: Sinnvoll?

Die MietausfallversicherungVersicherung gegen Mietausfall – springt ein wenn Mieter nicht zahlt oder Wohnung unbewohnbar.Weiterlesen → (auch Mietnomadenversicherung genannt) übernimmt den Mietausfall, wenn ein Mieter nicht zahlt und du ihn rauswerfen musst. Kosten: 100–300 €/Jahr pro Wohnung.

Meine Einschätzung: Sinnvoll bei Vermietung an wirtschaftlich schwächere Mieter oder bei ungünstigem Mieterumfeld. Bei solidem Mieterscreening oft verzichtbar.

Wohngebäudeversicherung umlagefähig?

Ja — die Gebäudeversicherung (Feuer, Sturm, Leitungswasser, Elementar) ist umlagefähig nach § 2 Nr. 13 BetrKVBetriebskostenverordnung – gesetzliche Liste der umlagefähigen Nebenkosten.Weiterlesen →. Du kannst sie in die BetriebskostenLaufende Kosten des Gebäudes die auf Mieter umgelegt werden dürfen – geregelt in der BetrKV.Weiterlesen → – Frist: 12 Monate nach Abrechnungszeitraum.">NebenkostenabrechnungJährliche Abrechnung der umlagefähigen Betriebskosten – Frist: 12 Monate nach Abrechnungszeitraum.Weiterlesen → einstellen. Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht ist ebenfalls umlagefähig.

Checkliste: Versicherungen als Vermieter

VersicherungDringlichkeitUmlagefähig
Wohngebäude (Feuer, Sturm, Wasser)Pflicht (faktisch)Ja
ElementarschädenSehr empfohlenJa
Haus-/GrundbesitzerhaftpflichtPflicht (faktisch)Ja
MietausfallversicherungJe nach LageNein
RechtsschutzversicherungEmpfohlenNein
GlasversicherungOptionalJa (wenn vereinbart)

Tipps beim Versicherungsvergleich

  • Jährlich kündigen und neu vergleichen (oder Wechselmakler beauftragen)
  • Auf Selbstbehalt achten — höherer Selbstbehalt = niedrigere Prämie, aber höheres Risiko
  • Elementarschutz ernsthaft in Betracht ziehen (Klimawandel erhöht das Risiko)
  • Sammelpolicen bei mehreren Wohnungen oft günstiger als Einzelpolicen

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