Ratgeber

Selbst verwalten oder Hausverwaltung beauftragen? Der ehrliche Vergleich

Eine der grundlegendsten Entscheidungen als Vermieter: Verwalte ich meine Immobilie selbst, oder beauftrage ich eine HausverwaltungExterne Verwaltung von Mietobjekten – kostet 5-8% der Bruttomiete, ab 3+ Einheiten sinnvoll.Weiterlesen →? Beide Optionen haben Vor- und Nachteile — und die richtige Entscheidung hängt von deiner Situation ab.

Was kostet eine Hausverwaltung?

Hausverwaltungen berechnen üblicherweise:

  • Mietverwaltung (Einzelwohnung): 5–8% der Nettokaltmiete pro Monat
  • WEG-Verwaltung (Eigentümergemeinschaft): 20–35 € pro Wohneinheit pro Monat
  • Sonderleistungen: MietersucheProzess des Findens eines geeigneten Mieters – Inserat, Besichtigung, Bonität, Entscheidung.Weiterlesen →, Mieterwechsel, Sanierung (oft extra)

Bei einer Wohnung mit 800 € KaltmieteGrundmiete ohne Betriebskosten – wird für Mietpreisbremse und Mieterhöhung zugrunde gelegt.Weiterlesen → kostet die Verwaltung also 40–64 € pro Monat. Im Jahr: 480–768 €.

Was macht eine Hausverwaltung für dich?

  • Mietinkasso (Miete einziehen, Rückstände mahnen)
  • Kommunikation mit Mietern
  • Nebenkostenabrechnung erstellen
  • Reparaturen koordinieren und beauftragen
  • Handwerker beauftragen
  • Jahresabrechnung erstellen
  • Leerstandsmanagement und Mietersuche
  • Rechtsberatung (bei einigen Verwaltungen inklusive)

Selbstverwaltung: Was auf dich zukommt

Wenn du selbst verwaltest, musst du rechnen mit:

  • 2–4 Stunden pro Monat bei einer unkomplizierten Wohnung mit Dauermieter
  • 10–20 Stunden pro Mieterwechsel (Besichtigungen, Auswahl, Vertrag, Übergabe)
  • Mehrere Stunden für die jährliche Nebenkostenabrechnung
  • Reaktionszeit bei Notfällen (Heizungsausfall um 22 Uhr)

Wann lohnt sich die Selbstverwaltung?

Selbstverwaltung macht Sinn, wenn:

  • Du eine oder zwei Wohnungen hast (überschaubarer Aufwand)
  • Die Immobilie in deiner Nähe liegt
  • Du grundlegende Mietrechts- und Steuerkenntnisse hast oder aufbauen willst
  • Deine Mieter zuverlässig sind und wenig Kommunikation brauchen
  • Du Kosten minimieren willst (Verwaltungskosten sind nicht umlagefähig)

Wann lohnt sich eine Hausverwaltung?

Eine Hausverwaltung ist sinnvoll, wenn:

  • Du mehrere Objekte oder Wohnungen hast
  • Die Immobilie weit entfernt liegt (andere Stadt oder Region)
  • Du beruflich stark eingespannt bist
  • Deine Mieter viel Kommunikation oder häufige Reparaturen erfordern
  • Du rechtliche Absicherung und professionelles Auftreten willst

Was eine gute Hausverwaltung auszeichnet

Klare Kommunikation

Regelmäßige Berichte an dich als Eigentümer — mindestens einmal im Quartal. Du sollst nie im Dunkeln stehen, was mit deiner Immobilie passiert.

Transparente Abrechnung

Du bekommst Einsicht in alle Konten, alle Belege und alle Buchungen. Keine versteckten Gebühren.

Reaktionsschnelligkeit

Wie schnell reagiert die Verwaltung auf Mieteranfragen? Wie schnell werden Reparaturen beauftragt? Frage bei der Auswahl nach konkreten Zeitvorgaben.

Checkliste: Hausverwaltung auswählen

  • Lokale Verwaltung mit Kenntnissen des Mietmarkts
  • Klarer Vertrag mit definiertem Leistungsumfang
  • Keine versteckten Gebühren für Standardleistungen
  • Referenzen von anderen Eigentümern einholen
  • Erreichbarkeit testen (Ruf einfach an)
  • Verwaltervertrag: Kündigungsfrist prüfen (maximal 1 Jahr)
  • IVD- oder DDIV-Mitgliedschaft als Qualitätsmerkmal

Fazit

Bei einer Wohnung und einem zuverlässigen Mieter: Selbst verwalten und das Geld sparen. Ab drei Wohnungen oder weiter entfernt: Hausverwaltung ernsthaft abwägen. Der Aufwand steigt exponentiell mit der Anzahl der Einheiten.

Ich kenne Vermieter, die 10 Wohnungen selbst verwalten — und Vermieter, die bei einer einzigen Wohnung eine Hausverwaltung beauftragen. Beide Entscheidungen können richtig sein, je nach Lebenssituation.

Weiterführende Artikel