Steuern für Vermieter

Schenkungsteuer bei Immobilienübertragung: Was gilt?

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Dieser Artikel stellt keine steuerliche Beratung dar. Für deine individuelle Steuersituation wende dich an einen Steuerberater oder das zuständige Finanzamt.

Die Schenkung einer Immobilie zu Lebzeiten ist das mächtigste Instrument zur Erbschaftsteueroptimierung. Freibeträge können alle 10 Jahre genutzt werden – wer früh beginnt, kann erhebliches Vermögen steuerfrei übertragen.

Schenkungsteuer: Grundregeln

  • Dieselben Freibeträge wie bei der Erbschaftsteuer gelten
  • Freibeträge sind alle 10 Jahre neu nutzbar (§ 14 ErbStG)
  • Steuersätze identisch mit Erbschaftsteuer (nach Steuerklasse und Wert)
  • Schenkung muss beim Finanzamt gemeldet werden (§ 30 ErbStG, 3 Monate nach Vollzug)

Freibeträge (alle 10 Jahre nutzbar)

EmpfängerFreibetrag
Ehegatte500.000 €
Kinder400.000 €
Enkel200.000 €
Geschwister, Nichten, Neffen20.000 €

Rechtsbeispiel: Immobilie an Kind übertragen

Elternteil besitzt ETWEigentumswohnung – häufigste Form der Kapitalanlage-Immobilie für Privatanleger.Weiterlesen →, mehr Verwaltungsaufwand.">MehrfamilienhausGebäude mit mehreren Wohneinheiten – bessere Renditen als ETW, mehr Verwaltungsaufwand.Weiterlesen →, Wert 800.000 €, zwei Kinder:

  • Kind 1: Freibetrag 400.000 € → Schenkungsteuer auf 0 € (halbe Immobilie)
  • Kind 2: Freibetrag 400.000 € → Schenkungsteuer auf 0 € (andere Hälfte)
  • Gesamte Immobilie steuerfrei übertragen!

Nießbrauchvorbehalt: Übertragung mit Wohnrecht

Du überträgst die Immobilie an die Kinder, behältst aber das lebenslange Nießbrauchrecht (Wohnrecht oder Mieteinnahmen). Das hat zwei Vorteile:

  • Nießbrauchwert mindert den schenkungsteuerlichen Wert der Schenkung
  • Du behältst Kontrolle und Nutzungsrecht bis zum Tod

Berechnung Nießbrauchwert: Jahreswert × Vervielfältiger (nach Tabelle § 14 BewG). Bei 60-jährigem Schenker: Faktor ~13,0.

Schenkung mit Auflage: Was du verlangen kannst

  • ☑ Elternteil behält Wohnrecht auf Lebenszeit
  • ☑ Versorgungsrente: Kind zahlt monatlichen Betrag an Elternteil
  • ☑ Pflegepflicht: Kind verpflichtet sich zur Pflege im Alter
  • ☑ Weiterschenkungsverbot: Kind darf nicht weiterverschenken
  • ☑ Rückfallklausel: Immobilie fällt zurück wenn Kind vor Schenker stirbt

10-Jahres-Strategie: Frühzeitig beginnen

JahrSchenkungFreibetrag KindSteuer
2026400.000 €400.000 €0 €
2036400.000 €400.000 € (neu)0 €
2046400.000 €400.000 € (neu)0 €

Notarpflicht und Grundbuch

  • Immobilienschenkungen müssen notariell beurkundet werden
  • Grundbucheintrag muss geändert werden (Grundbuchkosten ca. 0,5–1 % des Werts)
  • Grunderwerbsteuer fällt bei Schenkungen in direkter Linie nicht an

Mehr: Erbschaftsteuer berechnen | Steuerstrategie für Paare

Schenkungsteuer bei Mietimmobilien: Besonderheiten für Vermieter

Wer als Vermieter eine Mietimmobilie verschenkt, muss zusätzlich zur Schenkungsteuer weitere steuerliche Konsequenzen beachten. Die Immobilie wird mit ihrem gemeinen Wert bewertet – das ist der Marktwert zum Zeitpunkt der Schenkung, nicht der niedrigere Ertragswert. Das Finanzamt nutzt hierfür häufig Verkehrswertgutachten oder die Grundstückswertverordnung.

Ein kritischer Punkt: Mit der Schenkung gehen auch die stillen Lasten über. Dazu gehören aufgeschobene Instandhaltungen, energetische Mängel oder Mietausfallrisiken – diese senken zwar nicht die Schenkungsteuer, belasten den Beschenkten aber erheblich. Vermieter sollten daher vor der Schenkung eine professionelle Wertermittlung durchführen und dem Beschenkten die tatsächliche wirtschaftliche Lage transparent machen.

Ein praktischer Vorteil: Mietimmobilien können unter bestimmten Bedingungen in die Betriebsvermögensrücklage nach § 4 Abs. 1 S. 1 EStG eingebracht werden, wenn der Beschenkte die Vermietung fortsetzt. Dies ermöglicht eine Stundung von Gewinnen und kann die Steuerlast senken.

Schenkungs-Ablauf: Diese 5 Schritte sind notwendig

Der formale Prozess ist oft fehlerhaft ausgeführt. Das Wichtigste zuerst: Eine Schenkung von Immobilien ist nur notariell beglaubigt gültig (§ 311b Abs. 1 BGB). Ohne notarielle Beurkundung ist die Schenkung nichtig – auch wenn beide Parteien einverstanden sind.

Der korrekte Ablauf für Vermieter:

  • Schritt 1: Notarielle Beurkundung der Schenkung (Kosten ca. 0,5–1,5 % der Immobiliensumme)
  • Schritt 2: Grundbuchberichtigung innerhalb von 3 Monaten nach notarieller Urkunde beim Amtsgericht einleiten – nicht automatisch!
  • Schritt 3: Schenkungsmeldung beim zuständigen Finanzamt innerhalb von 3 Monaten (§ 30 ErbStG). Der NotarPflicht beim Immobilienkauf – beurkundet den Kaufvertrag, kostet ca. 1,5% des Kaufpreises.Weiterlesen → übernimmt dies häufig, aber Vermieter sollten bestätigen, dass dies erfolgt ist
  • Schritt 4: Versicherung überprüfen – oft erlischt die Haftpflichtversicherung bei Eigentümerwechsel
  • Schritt 5: Mietverträge prüfen – einige enthalten Klauseln, die bei Eigentümerwechsel Kündigungsrechte auslösen

Häufiger Fehler: Vermieter versäumen die Grundbuchberichtigung oder melden die Schenkung zu spät. Dies führt zu Strafzinsen und Vorwürfen der Steuerhinterziehung – auch wenn es nur fahrlässig war.

Freibeträge mehrfach nutzen: Strategie für größere Vermögen

Wer mehrere Immobilien hat oder höheres Vermögen verteilen möchte, kann die 10-Jahres-Frist strategisch nutzen. Der Freibetrag für Kinder beträgt 400.000 Euro pro Kind pro 10-Jahres-Zyklus (Stand 2024). Eine Ehefrau profitiert von 500.000 Euro.

Praktisches Beispiel: Wer einem Kind heute eine Immobilie im Wert von 350.000 Euro schenkt, kann in 10 Jahren und 1 Tag erneut 400.000 Euro steuerfrei übertragen. Vermieter mit mehreren Immobilien können so über Jahrzehnte optimiert planen – vorausgesetzt, die Schenkungen sind dokumentiert und

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