Immobilien-CrowdinvestingInvestition in Immobilienprojekte ab kleinen Beträgen – höhere Rendite, aber auch höheres Risiko.Weiterlesen →: Alternative zur direkten Vermietung?
Nicht jeder der an Immobilienrenditen partizipieren möchte, will auch ein Vermieter sein. Immobilien-Crowdinvesting ermöglicht Beteiligungen ab 500-1.000 Euro ohne eigene Immobilie und ohne Verwaltungsaufwand. Aber wie seriös ist das, und wie vergleicht es sich mit der klassischen Vermietung?
Was ist Immobilien-Crowdinvesting?
Mehrere Anleger bündeln ihr Kapital und finanzieren gemeinsam ein Immobilienprojekt (NeubauErstbezug nach Oktober 2014 – Mietpreisbremse gilt nicht, höhere Mieten möglich.Weiterlesen →, Sanierung, Bestandskauf). Im Gegenzug erhalten sie eine vertraglich vereinbarte Verzinsung und bei Projektende Rückzahlung des Kapitals.
Typische Struktur:
- Laufzeit: 12-36 Monate
- Rendite: 5-10% p.a. (je nach Risiko)
- Mindestbeteiligung: 500-1.000 Euro
- Rechtliche Form: Nachrangdarlehen oder partiarisches Darlehen
Bekannte Plattformen in Deutschland
- Exporo (Bestandsimmobilien und Projektfinanzierung)
- Bergfürst (Nachrangdarlehen)
- Engel & Völkers Digital Invest
- Zinsbaustein (Wohnbauprojekte)
Vorteile des Crowdinvestings
- Niedrige Einstiegshürde: Kein EigenkapitalEigene Mittel beim Immobilienkauf – mindestens 20% empfohlen, besser 30%.Weiterlesen → von 50.000-100.000 Euro nötig
- Kein Verwaltungsaufwand: Keine Mieter, keine Reparaturen, keine Abrechnung
- Diversifikation: Kapital auf viele Projekte aufteilen möglich
- Attraktive Zinsen: 5-10% p.a. ist deutlich über Tagesgeld
Risiken des Crowdinvestings
- Nachrangdarlehen: Bei Insolvenz des Projekts werden Nachrang-Gläubiger zuletzt bedient — oft bleibt nichts
- Projektrisiken: Bauverzögerungen, Kostenüberschreitungen, Verkaufsprobleme
- Plattformrisiko: Insolvenz der Plattform selbst
- Illiquidität: Kapital ist für die Laufzeit gebunden, kaum Sekundärmarkt
- Regulierung: Weniger reguliert als Bankeinlagen (keine Einlagensicherung)
Vergleich: Direktvermietung vs. Crowdinvesting
| Kriterium | Direktvermietung | Crowdinvesting |
|---|---|---|
| Mindestkapital | 50.000-100.000 € Eigenkapital | 500-1.000 € |
| Rendite | 3-6% p.a. (brutto) | 5-10% p.a. (versprochen) |
| Verwaltungsaufwand | Hoch (Mieter, Repairs) | Null |
| Inflationsschutz | Hoch (Sachwert) | Gering (Nominalforderung) |
| Liquidität | Gering (Verkauf dauert) | Gering (Laufzeit gebunden) |
| Risiko | Mittel (Mieter, Markt) | Hoch (Nachrang, Projekt) |
| Wertsteigerung | Ja (Immobilie) | Nein (nur Zinsen) |
| Steuer | Einkommensteuer Vermietung | Abgeltungsteuer 25% |
Wer sollte Crowdinvesting wählen?
Geeignet für:
- Anleger mit wenig Eigenkapital die trotzdem in Immobilien investieren wollen
- Ergänzung zu einem bestehenden Direkt-PortfolioGesamtheit aller Immobilien eines Investors – Diversifizierung über Städte und Typen empfohlen.Weiterlesen → (Diversifikation)
- Testphase: Immobilienmarkt kennenlernen ohne direkte Investition
Weniger geeignet für:
- Hauptaltersvorsorge (zu unsicher, kein Sachwert)
- Große Summen die gut abgesichert sein müssen
- Anleger die Inflationsschutz und Wertsteigerung suchen
Fazit: Ergänzung, kein Ersatz
Immobilien-Crowdinvesting ist interessant als Ergänzung — nicht als Ersatz — für direkte Vermietung. Die höheren Zinsen gehen mit höherem Risiko einher. Für einen Einstieg in den Immobilienmarkt mit kleinem Budget ist es ein Weg, aber kein Königsweg.