Ratgeber

Wasseruhr austauschen: Pflicht und Kosten für Vermieter

Wasserzähler unterliegen der gesetzlichen Eichpflicht. Als Vermieter ist man für den rechtzeitigen Austausch verantwortlich — und darf die Kosten unter bestimmten Bedingungen auf Mieter umlegen.

Eichpflicht für Wasserzähler

Nach dem Mess- und Eichgesetz (MessEG) müssen Kaltwasserzähler alle 6 Jahre, Warmwasserzähler alle 5 Jahre geeicht oder ausgetauscht werden. Abgelaufene Eichung = Zähler darf nicht mehr zur Abrechnung genutzt werden.

Wer ist verantwortlich?

Der Vermieter trägt die Verantwortung für den rechtzeitigen Austausch. Wasserversorgungsunternehmen schicken oft Erinnerungen — aber die Pflicht liegt beim Eigentümer.

Wer trägt die Kosten?

  • Anschaffungskosten neuer Zähler: Instandhaltung, nicht umlagefähig
  • Laufende Messdienstgebühren (Miete des Zählers): Umlagefähig als BetrKVBetriebskostenverordnung – gesetzliche Liste der umlagefähigen Nebenkosten.Weiterlesen →.">BetriebskostenLaufende Kosten des Gebäudes die auf Mieter umgelegt werden dürfen – geregelt in der BetrKV.Weiterlesen → (§ 2 Nr. 4b BetrKV) — wenn im MietvertragRechtlicher Vertrag zwischen Vermieter und Mieter – Form, Inhalt und Klauseln sind entscheidend.Weiterlesen → vereinbart
  • Ablese- und Abrechnungskosten: Umlagefähig (§ 2 Nr. 4b BetrKV)

Funksender (Smart Meter) nachrüsten

Beim Austausch bieten viele Vermieter funkbasierte Zähler an (Remote Reading). Vorteil: Kein Ablestermin, automatische Datenübertragung. Nachrüstkosten: 50–150 € pro Zähler. Die laufenden Kosten für den Messdienst sind umlagefähig.

Wasseruhr defekt: Was tun?

Bei einem defekten oder verdächtigen Zähler (unplausible Werte): Wasserversorger informieren, Zähler prüfen oder austauschen lassen. Für die Abrechnungsperiode mit defektem Zähler: Schätzverbrauch auf Basis Vorjahr möglich.

Fazit

Modernes Bad, hell und sauber, große Fliesen

Eichfristen im Kalender vormerken, Austausch rechtzeitig planen. Nachrüstung auf Funkzähler bei nächstem Wechsel empfohlen. Umlagefähige Messdienstkosten im Mietvertrag explizit aufführen.

Wann muss eine Wasseruhr ausgetauscht werden?

GrundFrist/PflichtZuständig
Eichablauf (gesetzliche Eichpflicht)Alle 6 Jahre (kalt), alle 5 Jahre (warm)Vermieter / Hausverwaltung
Defekt (falsche Anzeige)Unverzüglich nach KenntnisVermieter
Smart Meter NachrüstungFreiwillig oder auf Beschluss (ETWEigentumswohnung – häufigste Form der Kapitalanlage-Immobilie für Privatanleger.Weiterlesen →, mehr Verwaltungsaufwand.">MehrfamilienhausGebäude mit mehreren Wohneinheiten – bessere Renditen als ETW, mehr Verwaltungsaufwand.Weiterlesen →.">WEGWohnungseigentümergemeinschaft – Gemeinschaft aller Eigentümer in einem Mehrfamilienhaus.Weiterlesen →)Vermieter / WEG

Kosten Wasseruhr-Austausch (2026)

TypMaterialMontageGesamt
Kaltwasserzähler (Standard)30–80 €60–120 €90–200 €
Warmwasserzähler40–100 €80–150 €120–250 €
Funk-Wasserzähler (Smart)100–200 €100–200 €200–400 €

Umlagefähigkeit auf Mieter

  • Laufende Kosten für Eichung und Wartung: umlagefähig (§ 2 Nr. 15 BetrKV)
  • Einmalige Anschaffungskosten (Austausch): nicht umlagefähig — trägt Vermieter
  • Ausnahme: Modernisierungsumlage wenn Austausch mit Effizienzverbesserung verbunden
  • Mieter hat Anspruch auf Belegkopien der Wasserkosten-Abrechnung

Wasserzähler-Austausch: Umlagefähigkeit nach § 556 Abs. 3 BGB

Vermieter können die Kosten für den Wasserzählerwechsel grundsätzlich auf ihre Mieter umlegen — allerdings nur unter strikten Bedingungen. Gemäß § 556 Abs. 3 BGB zählen Ausgaben für Wartung und Instandhaltung der Messinstrumente zu den umlagefähigen Betriebskosten. Der Austausch eines abgelaufenen Wasserzählers fällt darunter, nicht jedoch die erstmalige Einbauverpflichtung.

Wichtig: Die Umlage funktioniert nur, wenn Sie den Wasserzähler-Wechsel nicht ohne Grund hinauszögern. Warten Sie beispielsweise zwei Jahre nach Ablauf der Eichfrist, können Mieter die rückwirkende Abrechnung anfechten und müssen nicht für den kompletten Zeitraum zahlen. Das Amtsgericht Köln hat in solchen Fällen entschieden, dass Vermieter ihre Sorgfaltspflicht verletzt haben (Az. 12 C 267/12).

Eine korrekte Dokumentation ist essentiell: Führen Sie Nachweise über das Eichablaufdatum, das Austauschdatum und die Rechnungen. Teilen Sie dem Mieter die Kostenbeteiligung deutlich mit — idealerweise mit Bezug zur Betriebskostenabrechnung nach § 556 Abs. 1 BGB und unter Angabe des betroffenen Abrechnungszeitraums.

Kosten für Wasserzähler-Austausch: Wer zahlt was?

Die reinen Materialkosten für einen Wasserzähler liegen durchschnittlich zwischen 30 und 60 Euro pro Gerät. Hinzu kommen Arbeitskosten des Handwerkers: Je nach Region und Installateur sollten Sie mit 80 bis 150 Euro für Ausbau und Einbau rechnen. Bei mehreren Wohnungen im Haus können Sie mit einem Installateurtermin Kosten sparen.

Einige Vermieter vergessen, dass auch die Ablesung und Dokumentation anfällt. Nicht umlebar sind hingegen:

  • Kosten für Reparaturen des Rohrleitungssystems
  • Austausch defekter Wasserzähler außerhalb der regelmäßigen Eichfrist (hier trägt der Vermieter die Kosten komplett)
  • Anfahrtsgebühren, falls diese nicht einzeln verrechnet wurden

Pro Wohnung sollten Sie mit Gesamtkosten von etwa 120 bis 200 Euro kalkulieren. Bei Mehrfamilienhäusern mit zehn Wohnungen ergibt sich schnell eine vierstellige Summe — ein Grund mehr, diese rechtzeitig in die Betriebskostenplanung einzubeziehen und nicht überraschend abzurechnen.

Häufige Fehler bei der Wasserzähler-Prüfung

Viele Vermieter überprüfen ihre Wasserzähler nicht systematisch. Das führt zu Rechtsunsicherheit und rückwirkenden Abrechnungsproblemen. Erstellen Sie sich eine Checkliste mit den Eichablaufdaten aller Zähler und prüfen Sie diese mindestens jährlich.

Ein häufiger Fehler: Vermieter installieren neue Wasserzähler, vergessen aber, die alte Ableseart abzurechnen. Wenn der Mieter die Zählerstände nicht vergleichen kann, ist die Betriebskostenabrechnung fehlerhaft. Dokumentieren Sie daher immer die letzte Ablesung des alten Zählers und die erste des neuen Zählers — idealerweise mit Fotobeweis.

Ein weiterer kritischer Punkt: Nutzen Sie einen abgelaufenen Wasserzähler zur Abrechnung weiter, verliert die Kostenerfassung ihre Rechtmäßigkeit. Mieter können die komplette Nachzahlung ablehnen. Im schlimmsten Fall müssen Sie bereits eingezogene Betri

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