Die IndexmieteMiete gekoppelt an Verbraucherpreisindex – automatische Anpassung an Inflation.Weiterlesen → ist eine besondere Mietform: Die Miete steigt automatisch mit der Inflation. Klingt einfach — aber die Berechnung hat ihre Tücken. Hier erkläre ich Schritt für Schritt, wie es funktioniert.
Was ist eine Indexmiete?
Bei einem Indexmietvertrag ist die Miete an den Verbraucherpreisindex (VPI) des Statistischen Bundesamts gekoppelt. Steigt der VPI, darf der Vermieter die Miete entsprechend erhöhen. Sinkt der VPI (was selten passiert), könnte der Mieter sogar eine Absenkung verlangen.
Wichtig: Indexmietverträge sind besondere Mietverträge — sie ersetzen die normale MieterhöhungErhöhung der Miete auf ortsübliches Niveau – max. 20% in 3 Jahren, schriftlich mit Begründung.Weiterlesen → auf die VergleichsmieteOrtsübliche Durchschnittsmiete – Basis für Mieterhöhungen und Mietpreisbremse.Weiterlesen → (§ 558 BGB). Wer einen Indexmietvertrag hat, kann nicht auch noch wegen Vergleichsmiete erhöhen.
Der Verbraucherpreisindex (VPI)
Der VPI misst die Preisentwicklung eines repräsentativen Warenkorbs. Er wird monatlich vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Basisjahr ist 2020 = 100.
Aktuelle VPI-Werte (2026 geschätzt auf Basis der Inflation der Vorjahre): ca. 120–125 Punkte.
Die Formel zur Mieterhöhungsberechnung
Neue Miete = Alte Miete × (Neuer VPI / Alter VPI)
Beispielrechnung
Ausgangssituation:
- Mietbeginn: Januar 2022
- VPI zum Mietbeginn: 104,5 (Januar 2022)
- Miete bei Vertragsbeginn: 800 €
- Aktueller VPI: Januar 2026: 122,3 (Beispielwert)
Berechnung:
800 € × (122,3 / 104,5) = 800 € × 1,1703 = 936,24 €
Die zulässige Mieterhöhung beträgt also 936,24 – 800 = 136,24 €.
Formale Voraussetzungen für die Mieterhöhung
Der Vermieter muss die Mieterhöhung schriftlich ankündigen und den VPI-Anstieg nachweisen. Das Schreiben muss mindestens folgende Informationen enthalten:
- Aktuellen und alten VPI (mit Monat und Jahr)
- Prozentuale Veränderung des VPI
- Alten Mietbetrag
- Neuen Mietbetrag
- Datum, ab dem die neue Miete gilt
Die neue Miete gilt frühestens ab dem übernächsten Monat nach Zugang des Schreibens — genau wie bei der normalen Mieterhöhung.
Wo findet man den aktuellen VPI?
Den VPI veröffentlicht das Statistische Bundesamt (destatis.de) monatlich. Suche nach "Verbraucherpreisindex Gesamtindex" — das ist der relevante Wert für Indexmieten.
Vorteile und Nachteile der Indexmiete
| Vorteile für Vermieter | Nachteile für Vermieter |
|---|---|
| Automatische Mietanpassung | Keine Erhöhung auf Vergleichsmiete möglich |
| Kein Streit um Vergleichsmieten | Bei niedriger Inflation: geringe Anpassung |
| Inflationsschutz | Modernisierungsmieterhöhung eingeschränkt |
| Planungssicherheit für beide Seiten | Sinkt VPI: theoretisch Mietsenkungspflicht |
Wann sollte man einen Indexmietvertrag verwenden?
Indexmietverträge eignen sich besonders für:
- Langfristige Mietverhältnisse (5+ Jahre)
- Vermieter, die administrativen Aufwand minimieren wollen
- Märkte, wo die Vergleichsmiete nicht stark wächst
Weniger geeignet bei: Märkten mit stark steigenden Immobilienpreisen, wo die Vergleichsmiete stärker steigt als die Inflation.
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