Ratgeber

Grundriss für deine Wohnung erstellen: Kostenlose Tools und Profi-Tipps für Vermieter

Ein Grundriss im Inserat ist kein Luxus – er ist ein Qualitätsfilter. Wer den Grundriss sieht, bewirbt sich nur wenn die Raumaufteilung passt. Das spart dir Zeit bei der Besichtigung und erhöht die Trefferquote. Außerdem ist der Grundriss auf vielen Portalen inzwischen fast Standard.

Warum der Grundriss so wichtig ist

  • Mieter können Möbel vorab planen und einschätzen ob die Wohnung passt
  • Weniger Besichtigungen mit unpassenden Kandidaten
  • Professionellerer Eindruck des Inserats insgesamt
  • Pflichtangabe bei manchen Portalen (ImmobilienScout24 Premium)

Kostenlose Tools für den Grundriss

Floorplanner.com

  • Kostenlos (Basisversion), sehr einfach zu bedienen
  • Drag-and-Drop Raumplanung, Möbel einpflegen
  • Export als JPEG oder PNG (mit Wasserzeichen in Gratisversion)
  • Für einfache Wohnungsgrundrisse ideal

RoomSketcher

  • Kostenloses Konto für Grundfunktionen
  • Sehr realistische 3D-Ansichten möglich
  • Guter Import von vorhandenen Grundrissen (Foto hochladen und nachzeichnen)

Planner 5D

  • Browser und App (iOS/Android)
  • Schöne Darstellung, gut für Marketing-Grafiken
  • Basisversion kostenlos

ImmobilienScout24 Grundrissservice

  • Kostenpflichtig aber bequem: Handskizze einreichen → professioneller Grundriss zurück
  • Preis: ca. 25–50 € pro Grundriss

Vorhandenen Grundriss digitalisieren

Hast du noch einen alten Papier-Grundriss? So machst du ihn digital verwendbar:

  • Abfotografieren oder einscannen (mind. 300 dpi)
  • In Floorplanner oder ähnlichem Tool als Hintergrundbild einfügen und nachzeichnen
  • Maßangaben und Zimmerbezeichnungen ergänzen

Was ein guter Grundriss enthalten muss

  • Maßstab oder zumindest Flächenangabe pro Raum
  • Zimmerbezeichnungen (Schlafzimmer, Bad, Küche etc.)
  • Türen und Fenster eingezeichnet
  • Nord-Pfeil (Himmelsrichtung zeigt Sonnenlage)
  • Gesamtfläche und Wohnfläche angeben

Profi-Grundriss: Wann lohnt er sich?

  • Hochwertige Wohnungen (KaltmieteGrundmiete ohne Betriebskosten – wird für Mietpreisbremse und Mieterhöhung zugrunde gelegt.Weiterlesen → über 1.500 €/Monat): Immer
  • Maisonette oder komplexe Grundrisse: Professionelle Zeichnung empfehlenswert
  • Kosten: 50–200 € bei einem Architekten oder Grafikbüro

Mehr zum perfekten Inserat unter Online-Inserat erstellen.

Grundriss-Standards in Deutschland: Was Mieter laut WiGG erwarten

Die Wohnflächenverordnung (WoFlV) definiert zwar nicht, wie ein Grundriss aussehen muss – doch die Praxis zeigt: Professionelle Vermieter orientieren sich an einheitlichen Standards. Ein aussagekräftiger Grundriss sollte Raumbezeichnungen, ungefähre Quadratmeterzahl pro Zimmer und die Lage von Fenstern enthalten. Besonders wichtig: Türöffnungen und deren Richtung eintragen. Viele Mieter prüfen vor der Besichtigung, ob eine Couchgarnitur passt oder die Küche seitlich des Fensters stehen kann. Wer diese Details weglässt, erhält Absagen aus sachlichen Gründen – nicht wegen fehlenden Interesses.

Ein häufiger Fehler: Vermieter zeichnen den Grundriss mit extremer Ungenauigkeit oder verwenden veraltete Fotos. Wenn die auf dem Plan eingezeichnete Küche nur 1,2 Meter breit ist, der Mieter aber von 2,5 Metern ausgeht, führt das zu unnötigen Besichtigungen. Korrekte Maßstäbe und realistische Darstellungen (meist 1:100) erhöhen die Seriosität des Inserats deutlich.

Kostenlos vs. kostenpflichtig: Welche Tools für Vermieter sinnvoll sind

Für kleinere Wohnungen (bis 80 qm) reichen kostenlose Tools völlig aus. Floorplanner und RoomSketcher bieten eine intuitive Bedienung ohne Installation. Mit vordefinierten Möbeln und Wandlängen zeichnet man einen einfachen Grundriss in 15–20 Minuten. Vorteil: Sofort exportierbar als PDF oder Bild. Diese Option kostet zwischen 0 und 50 Euro für die Basis-Version.

Für größere oder komplexere Objekte (Mehrfamilienhäuser, unregelmäßige Grundflächen) lohnt sich ein Blick auf ArchyEdit oder AutoCAD Lite. Hier liegt man bei 20–30 Euro monatlich, bekommt aber professionellere Outputs. Vermieter mit mehreren Objekten sparen damit Zeit und können Grundrisse standardisiert archivieren.

Alternativ: Ein ProvisionMaklerprovision bei Vermietung – seit 2015 zahlt derjenige der den Makler beauftragt.Weiterlesen → max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.">MaklerImmobilienmakler vermittelt Mieter oder Käufer – Provision max. 2 Kaltmieten bei Neuvermietung.Weiterlesen → oder Zeichenbüro erstellt einen Grundriss für 50–150 Euro. Das lohnt sich bei Premium-Objekten oder wenn Zeit fehlt. Wichtig: Die Vorlage sollte mindestens 300 dpi Auflösung haben, damit sie auf mobilen Geräten noch lesbar ist – über 70 Prozent der Mieter durchsuchen Inserate vom Smartphone.

Häufige Fehler bei Grundrissen: Was Vermieter falsch machen

  • Unklare Maßstabsangabe: Der Maßstab (z.B. 1:100) gehört sichtbar auf den Plan. Ohne ihn können Mieter die Raumgröße nicht abschätzen.
  • Fehlende Legende: Was bedeutet das Quadrat an der Wand? Ein Heizkörper, eine Steckdose oder ein Lichtschalter? Eine einfache Erklärung spart Rückfragen.
  • Zu alte oder verschwommene Fotos: Ein unscharfer Grundriss wirkt unprofessionell und wird von automatisierten Portalsystemen schlechter erkannt. Das heißt: weniger potenzielle Mieter sehen dein Inserat.
  • Falsche Türöffnungsrichtungen: Das ist kein Detail – es entscheidet, ob die Möblierung funktioniert. Türen, die nach innen oder außen öffnen, müssen deutlich gekennzeichnet sein.
  • Dachschrägen ignorieren: Bei Dachgeschosswohnungen zeigen viele Vermieter die volle Grundfläche, obwohl 1,5 Meter unter den Dachschrägen faktisch nicht nutzbar sind. Das führt zu Enttäuschungen.

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