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Professionelle Immobilienfotografie: Tipps für Vermieter ohne teuren Fotografen

Schlechte Fotos kosten Geld. Wer seine Wohnung mit dunklen, verwackelten oder vollgestellten Bildern inseriert, erzielt weniger Anfragen, schlechtere Mieterqualität und muss länger auf den passenden Mieter warten. Gute Fotos hingegen schaffen Vertrauen noch bevor der erste Besichtigungstermin stattfindet.

Ausrüstung: Was du wirklich brauchst

  • Smartphone mit gutem Kamerasystem (iPhone 13+, Samsung Galaxy S22+): Reicht für professionelle Ergebnisse
  • Smartphone-Weitwinkeloptik: Fast alle modernen Smartphones haben sie (0,5× Zoom)
  • Stativ oder Ministativ: Für scharfe Fotos bei schlechtem Licht, ab 15 € erhältlich
  • Fensterreflektions-Folie: Reduziert Gegenlicht von Fenstern (optional)

Vorbereitung der Wohnung

Die Vorbereitung ist mindestens so wichtig wie das Fotografieren selbst:

  • Alle persönlichen Gegenstände entfernen (Fotos, Medikamente, Kleidung)
  • Möbel leicht umstellen für optimale Raumwirkung
  • Alle Lichter einschalten (Deckenleuchte + Stehlampen)
  • Fenster putzen: Schmutzige Fenster ruinieren das beste Tageslichtfoto
  • Bad: WC-Deckel schließen, Handtücher ordentlich hängen, Seifenreste entfernen
  • Küche: Abwasch weg, Arbeitsplatten freiräumen

Beleuchtung: Das A und O

  • Optimale Tageszeit: 10–14 Uhr bei Sonnenschein (helles, weiches Licht)
  • Bewölkter Tag: Oft besser als direkte Sonne (kein hartes Gegenlicht)
  • Alle Lampen an: Auch am Tag – warmes Kunstlicht + Tageslicht = beste Kombination
  • Gegenlicht vermeiden: Nicht direkt auf Fenster fotografieren (oder HDR-Modus nutzen)

Kameraführung: So wirken Räume größer

  • Weitwinkel nutzen: 0,5× oder Ultra-Weitwinkel lässt Räume größer wirken
  • Kamera auf Hüfthöhe: Ca. 90–110 cm Höhe (nicht Augenhöhe!) für natürlichere Perspektive
  • Eckaufnahmen: Von der Raumecke aus fotografieren zeigt maximale Raumtiefe
  • Horizontale Kamera: Immer exakt waagerecht halten (Gitter-Hilfslinien aktivieren)
  • Mehrere Perspektiven: Pro Raum mindestens 3 Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln

Bildbearbeitung: Das Finish

Minimale Nachbearbeitung macht Fotos professionell:

  • Helligkeit: 10–20 % aufhellen wenn nötig
  • Kontrast: Leicht erhöhen für knackigere Farben
  • Perspektive korrigieren: Fluchtende Linien begradigen (Lightroom, Snapseed, Google Fotos)
  • Kein HDR-Overprocessing: Wirkt künstlich und erweckt Misstrauen
  • Keine Filter: Neutrale, realistische Darstellung ist besser als Instagram-Ästhetik

Profi beauftragen: Wann lohnt es sich?

  • Wohnungen ab 15 €/m² KaltmieteGrundmiete ohne Betriebskosten – wird für Mietpreisbremse und Mieterhöhung zugrunde gelegt.Weiterlesen →: Profifotograf rechnet sich (Kosten 150–400 €, Mehreinnahmen durch bessere Mieter)
  • Luxusimmobilien, Penthouses, Lofts: Immer Profifotograf und ggf. Drohne buchen
  • Kosten sparen: Einmalig gut fotografieren lassen, Fotos dann für lange Zeit nutzen

Tipps zum gesamten Online-Inserat unter Online-Inserat erstellen.

Die richtige Beleuchtung: Warum Tageslicht deine beste Waffe ist

Immobilienfotografie lebt von Licht – und hier machen die meisten Vermieter ihren größten Fehler. Sie fotografieren bei künstlichem Licht oder an bewölkten Tagen. Das Ergebnis: Die Wohnung wirkt düster, klein und unattraktiv. Studien zeigen, dass Inserate mit natürlichem Tageslicht bis zu 40 Prozent mehr Anfragen generieren.

Der Trick ist einfach: Fotografiere zwischen 10 und 15 Uhr an sonnigen Tagen. Die Sonne steht dann nicht zu tief und erzeugt keine harten Schatten. Öffne alle Jalousien und Vorhänge komplett. Falls einzelne Räume dunkel bleiben, nutze eine zusätzliche LED-Leuchte (auch günstige Varianten ab 30 Euro funktionieren), um Schattenbereiche aufzuhellen.

Besonder wichtig: Badezimmer und kleine Schlafzimmer brauchen oft künstliches Licht. Stelle sicher, dass deine Smartphone-Kamera nicht in den automatischen Nachtmodus schaltet – das macht die Farben verfälscht und verschwommen.

Raumplanung vor dem Shooting: Entrümpelung zahlt sich aus

Makler-Statistiken belegen: Leere oder sehr sparsam möblierte Wohnungen wirken auf Fotos 15-20 Prozent größer als vollgestellte. Das liegt an der psychologischen Wirkung von Raum und Luft.

Deine To-Do-Liste vor dem Fotografieren:

  • Persönliche Gegenstände entfernen: Familienfotos, Poster, Bücher in Regalen – alles weg. Potenzielle Mieter sollen sich selbst in der Wohnung sehen, nicht dich.
  • Küche leeren: Keine Geräte auf der Arbeitsplatte. Kaffeeautomaten, Wasserkocher und Toaster nehmen visuell enorm viel Platz weg.
  • Betten beziehen: Neutrale, hochwertig wirkende Bettwäsche verwenden – nicht das Alltags-Set mit Flecken.
  • Spiegeln nutzen: Ein großer Spiegel gegenüber vom Fenster verdoppelt optisch das Licht und die Raumwirkung.
  • Putzen nicht vergessen: Fingerabdrücke auf Fenstern, Staub auf Regalen und Kalkflecken im Bad sind auf Fotos deutlich sichtbar.

Die richtige Reihenfolge und Perspektive beim Fotografieren

Viele Vermieter machen den Fehler, nur aus Augenhöhe zu fotografieren. Das macht Räume wirken wie durch ein Schlüsselloch betrachtet.

Profis nutzen folgende Regel: Beginne mit einer Weitwinkelaufnahme von der Ecke des Raumes aus. Das Smartphone sollte auf etwa 1 Meter Höhe sein (nicht bauchgebunden fotografieren!). Für Wohnzimmer ist eine Aufnahme vom Fenster zum Eingang ideal – sie zeigt die volle Raumlänge.

Danach folgen 2-3 Detail-Aufnahmen: Küchenschränke, Badezimmer-Ausstattung, Bodenbelag im Schlafzimmer. Diese zeigen dem Mieter, dass die Immobilie in gutem Zustand ist.

Wichtiger Tipp: Mache mindestens 30-50 Aufnahmen pro Wohnung. So hast du genug Material zum Aussuchen. Beim Inserat auf Vermieter-Portalen wie wohnung.one benötigst du mindestens 12-15 hochwertige Fotos – weniger wirkt unseriös.

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