Schlechte Postzustellung ist ein häufiger Beschwerdegrund von Mietern. Als Vermieter kann man einiges tun, um die Situation dauerhaft zu verbessern.
Häufige Probleme bei der Postzustellung
- Zu kleine Briefkästen (DIN nicht eingehalten)
- Fehlende oder unleserliche Klingelschilder / Namens-Etiketten
- Kein Zugang für Paketboten (kein Türöffner, kein Code)
- Keine Paketbox → Pakete beim Nachbarn oder zurück zum Depot
- Briefkästen immer voll (Mieter leert selten)
Maßnahmen für bessere Postzustellung
| Problem | Lösung | Kosten |
|---|---|---|
| Zu kleine Briefkästen | DIN-konforme Anlage nachrüsten | 300–1.500 € |
| Kein Türöffner | Elektrischen Türöffner nachrüsten | 500–1.500 € |
| Keine Paketbox | Paketbox installieren | 1.500–5.000 € |
| Unklare Klingelschilder | Neue einheitliche Schilder anbringen | 50–200 € |
Klingelschild-System: Einheitliche Lösung
Einheitliche, gut lesbare Klingelschilder mit Wohnungsnummer und Namen schaffen Übersicht. Bei Mieterwechsel: Schild schnell austauschen. Systeme mit auswechselbaren Einleger-Etiketten sind ideal.
DHL, UPS, Hermes: Zugangscode vergeben

Einige Paketdienste ermöglichen das Hinterlegen eines Zugangscodes für den Hauseingang. Als Vermieter: Info an Mieter, dass sie diesen Service bei ihrem Paketdienstleister einrichten können.
Hausordnung: Briefkasten-Pflichten
- Mieter muss Briefkasten regelmäßig leeren
- Mieter ist für korrekte Beschriftung verantwortlich
- Werbung: Mieter entscheidet selbst (Aufkleber „Keine Werbung")
Fazit
DIN-konforme Briefkästen, elektrischer Türöffner und klare Klingelschilder sind die drei wichtigsten Maßnahmen. Paketbox als langfristige Lösung für steigendes Paketaufkommen sinnvoll.
Rechtliche Verantwortung und DIN-Normen für Briefkästen
Viele Vermieter unterschätzen ihre rechtliche Verantwortung bei der Postzustellung. Nach DIN 678 müssen Briefkästen für Einfamilienhäuser mindestens 26 × 41 cm groß sein, bei Mehrfamilienhäusern sogar 300 × 110 × 100 mm pro Wohneinheit. Verstöße gegen diese Norm führen häufig zu Konflikten mit der Deutschen Post und Paketdiensten – diese weigern sich im schlimmsten Fall, Sendungen zuzustellen.
Rechtlich relevant ist auch § 556 Abs. 1 BGB: Vermieter müssen die Mietsache in einem Zustand erhalten, der zum vertragsgemäßen Gebrauch geeignet ist. Die funktionierende Postversorgung gehört dazu. Unterbleibt die Instandhaltung der Briefkästen, können Mieter eine Mietminderung von 5-10 Prozent rechtfertigen. Im schlimmsten Fall droht eine Kündigung nach § 569 Abs. 3 BGB, wenn wichtige Mängel nicht behoben werden.
Empfehlung: Lassen Sie Briefkästen mindestens alle zwei Jahre überprüfen und dokumentieren Sie die Instandhaltung schriftlich. Dies schützt Sie später vor Rechtsstreitigkeiten und zeigt Mieterverantwortungsbewusstsein.
Paketboxen und moderne Zustelllösungen einbauen
Die klassische Briefkastenlösung reicht längst nicht mehr aus. Mit dem Boom des E-Commerce landen täglich mehr Pakete vor der Haustür als je zuvor. Eine Paketbox oder Paketstation im Eingangsbereich ist keine Luxusausstattung mehr – sie ist ein praktisches Muss.
Es gibt mehrere praktische Optionen:
- Amazon Locker oder DPD Paketbox: Kostenlose Aufstellung, allerdings limitiert auf diesen Anbieter
- Universelle Paketboxen: Modelle von Herstellern wie Paketkasten24 oder Paketsafe funktionieren anbieterübergreifend (etwa 300-800 Euro Anschaffungskosten)
- Digitale Zugangsboxen: Mit PIN-Code oder QR-Code, ideal für größere Wohnkomplexe mit häufiger Fluktuation
Die Investition rechnet sich: Mieter sind deutlich zufriedener, es gibt weniger Beschädigungen durch wiederholte Zustellversuche, und der Aufwand beim Paketempfang sinkt nachweislich. Für größere Neubauvorhaben ist eine Paketbox mittlerweile Standard bei der Bauplanung.
Hausmeister-Verantwortlichkeiten und Regelmäßige Wartung definieren
Ein häufiger Fehler: Vermieter setzen HausmeisterKümmert sich um laufende Aufgaben im Mietshaus – Kosten umlegbar als Betriebskosten.Weiterlesen → ein, klären deren Aufgaben bei der Postbearbeitung aber nicht schriftlich. Das führt zu leeren oder überquellenden Briefkästen und verärgerten Mietern.
Definieren Sie konkrete Aufgaben im Hausmeister-Vertrag:
- Wöchentliche Kontrolle der Briefkästen auf Beschädigungen
- Paketboxen täglich auf Verschmutzung und Funktionsfähigkeit prüfen
- Klingelschilder monatlich auf Lesbarkeit überprüfen und notfalls reinigen
- Zugangscodepads und Türöffner regelmäßig warten (Batteriewechsel, Funktionskontrolle)
- Monatliche schriftliche Wartungsberichte erstellen
Besonders wichtig: Reparaturen sollten innerhalb von 5 Werktagen erfolgen. Ein beschädigter Briefkasten ist nicht nur lästig, er ist auch ein Sicherheitsrisiko (Diebstahl von Dokumenten, unbefugter Zugriff