Airbnb und Booking.com nehmen 15–18 % deiner Einnahmen als ProvisionMaklerprovision bei Vermietung – seit 2015 zahlt derjenige der den Makler beauftragt.Weiterlesen →. Mit einer eigenen Website buchst du diese Kosten teilweise ab – und baust gleichzeitig eine eigene Marke auf, die unabhängig von Algorithmus-Änderungen der Plattformen ist. Hier ist der Weg zur eigenen Buchungswebsite.
Warum eine eigene Website sinnvoll ist
- Keine Plattformgebühr bei Direktbuchungen (15 % mehr Einnahmen)
- Direkte Gästebeziehung aufbauen (E-Mail-Liste, Stammgäste)
- Eigene Marke: Unabhängigkeit von Algorithmus-Änderungen
- Mehr Flexibilität: Eigene Preise, eigene Bedingungen
- Professioneller Auftritt stärkt Vertrauen bei Direktbuchern
Realistisch: Die eigene Website ersetzt Plattformen nicht – sie ergänzt sie. Ziel ist es, 20–30 % Direktbuchungen zu erreichen.
Website-Optionen im Überblick
Option 1: Lodgify (All-in-One)
- Preis: Ab 13 USD/Monat (inkl. Channel ManagerSoftware die Kalender und Preise auf mehreren Buchungsplattformen synchron hält.Weiterlesen →)
- Eigene Website + Buchungssystem + Zahlungsabwicklung in einem
- Keine Programmierkenntnisse nötig
- Ideal für Vermieter mit 1–10 Listings
Option 2: WordPress + Ferienwohnungs-Plugin
- Kosten: Hosting (5–15 €/Monat) + Plugin (0–100 €/Jahr)
- Maximale Flexibilität und Kontrolle
- Technisches Grundwissen nötig
- Empfohlene Plugins: Gutentor, Checkfront, WP Hotel Booking
Option 3: Squarespace oder Wix mit Buchungs-App
- Kosten: 15–25 €/Monat
- Einfach, schöne Designs
- Buchungssystem muss nachgerüstet werden (z. B. Calendly, Lodgify-Widget)
Muss-Elemente deiner Ferienwohnungs-Website
- Professionelle Fotos (dieselben wie auf AirbnbWeltweit größte Plattform für Kurzzeitvermietung – Superhost-Status bringt mehr Buchungen.Weiterlesen →, aber in höherer Qualität)
- Buchungskalender mit Echtzeit-Verfügbarkeit
- Kreditkartenzahlung (Stripe oder PayPal)
- Bewertungen (Import von Airbnb-Bewertungen oder separate Sammlung)
- Lage und Umgebungs-Beschreibung mit lokalen Tipps
- Kontaktmöglichkeit (Telefon, E-Mail, WhatsApp)
- Rechtliche Pflichtseiten: Impressum, Datenschutzerklärung
Direktbuchungen generieren: Marketing-Strategien
- Stammgäste-Angebot: Bei Airbnb-Gästen nach Aufenthalt für Direktbuchung werben
- Rabatt für Direktbucher: 5–10 % günstiger als auf Airbnb = starker Anreiz
- Google-Suche: Lokales SEO für „Ferienwohnung [Ort]" aufbauen
- Social Media: Instagram und Facebook für regionale Reichweite
- E-Mail-Liste: Jeden Gast nach Zustimmung in Newsletter-Liste aufnehmen
Steuerliche Aspekte bei Direktbuchungen
- Direktbuchungen sind steuerpflichtig wie Plattformbuchungen
- Eigene Rechnungsstellung notwendig (inkl. Mehrwertsteuer wenn umsatzsteuerpflichtig)
- Zahlungsabwicklung über Stripe oder PayPal = automatischer Buchungsbeleg
Mehr zum Gesamtüberblick Plattformstrategie unter Channel Manager für Ferienwohnungen.
Rechtliche Grundlagen: Was du beim Direktvertrieb beachten musst
Eine eigene Buchungswebsite ist in Deutschland rechtlich völlig zulässig – allerdings gelten für Ferienwohnungsangebote spezifische Regelungen, die viele Vermieter übersehen. Nach § 4 Absatz 3 der Maklerverordnung (MaklerV) musst du auf deiner Website alle wesentlichen Informationen zur Unterkunft angeben: Anzahl der Zimmer, Größe, Ausstattung und den Mietpreis. Fehlende oder irreführende Angaben können zu Schadensersatzforderungen führen – gerade wenn Gäste deshalb eine Buchung stornieren.
Besonders wichtig für deine Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB): Laut BGB § 312g musst du Feriengästen das Widerrufsrecht gewähren – 14 Tage ab Vertragsabschluss, wenn die Buchung online erfolgt. Viele Plattformen wie Airbnb handhaben dies restriktiver, was dir tatsächlich mehr Spielraum gibt, aber auch mehr Verantwortung. Deine AGB sollten Stornierungsfristen, Hausregeln und Schadensersatzregelungen klar definieren, sonst greift automatisch die gesetzliche Regelung.
Ein oft unterschätztes Thema: Die Mehrwertsteuer bei Ferienwohnungen. Viele kleine Vermieter nehmen an, dass sie nicht steuerpflichtig sind – das ist ein Irrtum. Das Finanzamt stuft Ferienvermietungen typischerweise als Betriebseinkommen ein. Eine eigene Website dokumentiert deine gewerbliche Tätigkeit transparenter als versteckte Angebote auf Plattformen, was langfristig ohnehin sauberer ist.
Technik-Setup: Welche Lösung passt zu deinem Budget
Du brauchst kein teures Custom-System. Für deutsche Vermieter eignen sich spezialisierte Booking-Systeme deutlich besser als Wordpress mit Plugins:
- Airbnb-Konkurrenz selbst hosten: Systeme wie „Hostaway" oder „Booking.com für Vermieter" kosten 30–80 Euro monatlich und importieren deine Kalender automatisch synchron. Das senkt das Risiko von Doppelbuchungen massiv.
- Deutsche Nischenlösung: Plattformen wie „Atraveo" oder „Fewo-direkt" ermöglichen Direktbuchungen auf deiner Domain, während du optional auf ihren Marktplatz zusätzlich gelistet bleibst – das Beste aus beiden Welten.
- DIY-Ansatz mit Kontaktformular: Auch ein einfaches Wordpress mit Elementor + Formular-Plugin (Gravity Forms) und separatem Buchungssystem (wie „Calendly" für verfügbare Tage) funktioniert, kostet aber Zeit für Updates und Sicherheit.
Ein häufiger Anfängerfehler: Vermieter bauen die Website, vergessen aber die DSGVO-konforme Datenspeicherung von Gästeinformationen. Deine Buchungsdaten fallen unter die Datenschutzerklärung-Pflicht (Art. 13 DSGVODatenschutz-Grundverordnung – gilt auch für Vermieter bei der Verarbeitung von Mieterdaten.Weiterlesen →). Nutze entweder deutsche Hosting-Provider oder stelle sicher, dass dein System Serverstandort Deutschland oder EU hat.
Marketing ohne Plattform-Sichtbarkeit: Wie du Gäste zu deiner Website bringst
Die größte Herausforderung ist nicht die Technik, sondern: Wie finden dich Gäste, wenn nicht über Airbnb? Google wird dein neuer Algorithmus.
Suchmaschinenoptimierung für Ferienwohnungen funktioniert anders als für Verkaufsseiten. Nutze lokale Keywords wie „Ferienwohnung München Schwabing" oder „Ferienapartment Bodensee Hund erlaubt" – solche Kombis haben weniger Konkurrenz als generische Begriffe. Erstelle zudem 5–8 Unterseiten für verschiedene Anlässe: Familienurla